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Kirche umnutzen als Bildungstreff.

Josef Schültingkemper – Seit 2005 wird in Gescher über die Umnutzung der Marienkirche diskutiert, die ab 2011 fuer kirchliche Zwecke nicht mehr genutzt wird. Leider ist bisher ein realisierbares Gesamtnutzungskonzept, wie es zurecht das Bistum, die Pfarrgemeinde aber auch die Stadt Gescher wünschen nicht erkennbar.

Die bisherigen Vorschläge einer Nutzung als Bücherei, Stadtarchiv, Glockenmuseum oder Haus der Vereine sind gut gemeint, scheiden aber als Einzel- oder Gesamtlösung aus. Die Entwürfe wie Jugendzentrum, Schulungscenter, Seniorenresidenz.. bis hin zum Teilabruch der Kirche, wie Studenten der Fachhochschule Münster es planten, sind unrealistisch, aber in Gescher sicher auch nicht gewollt.

Für ein Haus der Vereine sehe ich derzeit weder die zwingende Notwendigkeit noch den Bedarf. Eine Nutzung als Glockenmuseum scheidet lt. Beschluß des Fördervereins ebenfalls aus, weil nur ein Miteinander aller Museen an einem Standort, wo man sichweiter… gegenseitig ergänzt, viele Besucher anzieht und Gescher als Museumsstadt erfolgreich macht.

Handlungsbedarf besteht in Gescher für die zukünftige Unterbringung der Bücherei, für das Bildungswerk, die Volkshochschule bis hin zur Musikschule. Wenn die Pfarrgemeinde wie beabsichtigt den erforderlichen Raumbedarf für die Jugendarbeit auf einen Standort in das Pfarrzentrum St. Pankratius verlegt, muss für die Bücherei ein neuer Standort her.

Die Unterbringung von Volkshochschule, Bildungswerk und Musikschule in der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule ist nur ein Notbehelf und für die Benutzer teilweise sogar eine Zumutung. Das Gebäude bedarf dringend einer Totalsanierung, weil die hohen Heiz- und Energiekosten nicht mehr vertretbar sind. Alles andere als ein Verkauf bzw. Umnutzung des Grundstückes wären kaufmännisch eine Fehlplanung.

Die Marienkirche, im Zentrum der Stadt gelegen, mit besten Anfahrt- und Parkmöglicheiten bietet stattdessen räumlich Platz für Bücherei, Bildungswerk, Volkshochschule, Musikschule und wie geplant eine Kapelle. Alle Einrichtungen unter einem Dach vereint passen zueinander und ergänzen sich gegenseitig.

Um breite Bevölkerungskreise für Stadtgeschichte zu begeistern, wäre ein mögliches, räumliches Miteinander von Archiv, kleinen Stadtmuseum und Bücherei mit ihren 40.000 Besuchern erstrebenswert. Eine Kirchenumnutzung mit einem schlüssigen Nutzungskonzept als „Bildungstreff“ hätte bundesweit Pilotcharakter und würde vielleicht Fördertöpfe öffnen. Packen wir es daher gemeinsam an.

*Vorstehender Artikel erscheint am 06. Dez. 2008 als Leserbrief in der AZ, Veröffentlichung in GescherBlog mit freundlicher Genehmigung des Verfassers.

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