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Aufstand der Gläubigen?

Bild: Aufstand der Gläubigen!

Bild: Aufstand der Gläubigen in Goch.

GESCHER/GOCH (fjk). Die Entwidmung der St. Marienkirche in Gescher ist beschlossene Sache. Anders als in Goch (siehe nachfolgenden Bericht) ist man vor Ort schon einen Schritt weiter. Die Diskussion dreht sich um die weitere Nutzung der Kirche. In Goch jedoch stemmen sich die Gläubigen noch gegen die Schließung Ihrer Heimatgemeinde, leidenschaftlich. Ist ein ähnlich leidenschaftlicher Widerstand der Gemeindemitglieder  in Gescher denkbar wenn das Generalvikariat in Münster das „Undenkbare“ beschließen würde: Abriß?

Bild: Heming, Brueggestrath und Kock.

Bild: Heming, Brueggestrath und Kock.

Denn mit jedem Tag sich verschlechternder Finanzsituation schwindet auch die Bereitschaft von Politik und Vewaltung sich  eindeutig, d. h. in Euro und Cent,  für die Marienkirche festzulegen. Lippenbekenntnisse gibt`s reichlich! Da hilft auch nicht, dass der Bürgermeister bei seinem Besuch „in Münster“ deutlich auf die sensiblen Befindlichkeiten der Gescheraner zum Thema „Marienkirche“ hingewiesen hat. Das „Afghanistan-Bündnis“ von CDU, SPD und Grüne, gerade heute wieder Regierungsanspruch in Gescher anmeldend, meidet auffällig eine Festlegung zu diesem Thema.

Lies hier den Bericht aus Goch!

GOCH Für die „Einsprüche“, die sich gegen die Schließung der Liebfrauenkirche in Goch (Kreis Kleve) wenden, hat sich Münster viel Zeit gelassen. Jetzt ist zumindest ein offizieller Bescheid da: Abgelehnt! Das ist keine große Überraschung; aber das Resultat des eigenen Widerstandes schriftlich vor Augen zu haben, tut den engagierten Mitgliedern der Pfarrei St. Arnold Janssen dann doch weh.

Münsters Bischof Felix Genn hat seiner Antwort eine Belehrung über die Möglichkeit des Rechtswegs angefügt. Dies hieße, beim heiligen Stuhl zu klagen. Und eine persönliche Bemerkung macht der Diözesanbischof auch. Im Interesse des „Friedens in der Gemeinde“ und der pastoralen Arbeit regt er an, die Auseinandersetzung über die Schließung der Liebfrauenkirche nun „möglichst“ zu beenden.

„Angeordnet wird eine solche Entwidmung durch ein Dekret des Diözesanbischofs, das im Allgemeinen in einem letzten Gottesdienst verlesen und damit wirksam wird. Damit wird dann das Gotteshaus dauerhaft profanem Gebrauch überlassen.“ So steht es unter „Kirche von A bis Z“ auf den Internetseiten des Bistums. Dort wird auch noch allgemein gültiges Kirchenrecht zitiert: „So muss im Abschiedsgottesdienst – dem (nach Möglichkeit) der Ortsbischof vorstehen sollte – das Allerheiligste aus der Kirche getragen und das Ewige Licht gelöscht werden. Die Reliquien sind aus dem Altar zu entnehmen und alle liturgischen Geräte und Einrichtungsgegenstände (von Altar über Ambo, Tabernakel, Beichtstuhl etc.) müssen aus dem Gebäude entfernt und ,an einem würdigen Ort aufbewahrt’ werden“. Beim Abschiedsgottesdienst am 22. November in Liebfrauen haben die Gläubigen all das nicht erlebt.

Dass die Kirche nun keine mehr ist, bezweifeln auch die Kritiker nicht. Doch das Gotteshaus aufgeben – das lehnen viele Gocher nach wie vor ab. Nach Informationen der Rheinischen Post gibt es Überlegungen, regelmäßig Gebetsstunden vor den Toren des Gebäudes anzubieten.

Ausgeräumt wurde inzwischen übrigens doch schon was: Kirchenbänke aus Liebfrauen werden nun im Weezer Petrusheim benutzt. Und die Krippe aus der Kirche steht jetzt in der Liebfrauen-Schule. Unterdessen machen sich viele Gemeindeglieder weiterhin Gedanken darüber, welches Angebot man dem Bistum machen könnte. Angesichts der erklärten Bereitschaft williger Sponsoren dürfte es kein großes Problem sein, jährliche Betriebskosten von 22000 Euro aufzubringen; diese Summe hat das Generalvikariat genannt. Und der bauliche Zustand der Kirche ist bekanntermaßen sehr gut.

Quelle: BBV NET – Thomas Classen.

1 Kommentar zu Aufstand der Gläubigen?

  1. Butterfley // 13. Dezember 2009 um 14:42 //

    Zu den Zwangsfusionen der Bistümer und deren Folgen gibt es eigentlich nichts mehr zu sagen, was nicht irgendwie und irgendwo schon gesagt wurde. Dennoch möchte ich auf einen Text hinweisen, der alles noch einmal auf den Punkt bringt. Als gutes Beispiel ist der Leserbrief von Theo Mooren RWTÜV Akademie GmbH, Sicherheitstechnischer Dienst Münster für kath. Kirche. vom Freitag 11.12.2009 unter anderem auch in der Allgemeinen Zeitung Coesfeld auf der Seite „Im Westen – Leserbriefe“ veröffentlicht zu nennen.

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