Newsticker

Klartext: „Dann doch lieber Stadtpark…!“

Franz-Josef Kunst

Franz-Josef Kunst

GESCHER (fjk). Am kommenden Mittwoch soll der Bau- und Planungsausschuß über die zur Ausführung gelangende Planvariante der Bücherei an der Eschstraße sowie den dabei zu berücksichtigenden energetischen Standard entscheiden. Zum Standort Eschstraße haben sich in den letzten Wochen mehr und mehr kritische Stimmen zu Wort gemeldet. Ich schließe mich diesen Bedenken an.

Der sachkundige Leser wird jetzt vielleicht einwänden , bei einem Standort, den man in  3 Tagen aus „dem Hut gezaubert“ hat, konnte man das  erwarten. Ja, ich bin  davon überzeugt, dass lediglich der Druck, eine Alternative zum Stadtpark haben zu müssen, zu diesem Standort geführt hat. Sauber durchdacht war das Projekt Bücherei Eschstraße nicht.

Die Lage
Eingekeilt zwischen Konrad-Adenauer-Straße, Eschstraße und Lindenstraße, daneben eine gut frequentierte Tankstelle, ist die Bücherei rundum von starkem Verkehr umflossen. Direkt vor dem Eingang eine Bußhaltestelle. Eltern radfahrender Kinder, die sich erfahrungsgemäß nicht an jedem Tag vorschriftsgemäß im Straßenverkehr verhalten, sind schon jetzt besorgt: „Können wir unsere Kinder unbesorgt zur Bücherei schicken?“ Der vorhandene, vorgelagerte Parkplatz wird durch die Turnhalle und Museumsbesucher praktisch dauerbelegt. Viel mehr Kraftfahrzeuge können nicht hinzukommen.

Bücherei - ungünstiger Baukörper.

Größer? - Klick auf Bild!

Die Qualität des Bauplatzes
Schon bei der Erstellung der Turnhalle gab es erhebliche Probleme mit dem Untergrund. Mittlerweile hat das auch die Verwaltung erkannt und kündigte an das Problem über eine Pfahlkonstruktion, die in den Boden gerammt werden soll, lösen zu wollen. Fachleute, die sich mit den örtlichen Verhältnissen auskennen warnen: „Da kann noch Überraschendes auf den Bauherrn zukommen.“ Nicht nur Kosten.

Beeinträchtigung der Museumsinsel

Größere Gruppen die mit Bussen anreisen, könnten zukünftig ein Problem bekommen. Wohin in der Wartezeit mit den Bussen? Darauf macht Elke Würz vom Stadtmarketing aufmerksam. Gerade Senioren hätten die kurzen Wege vom Bus zum Museum immer geschätzt. Sie könne sich nicht vorstellen, dass die Stadt die Busse dort weiter parken lassen wolle. Ohnehin sei das wegen der eingeschränkten Sicht für Besucher, Radfahrer und Fußgänger ein nicht zu verantwortendes Sicherheitsrisiko.

Frühjahrskirmes
.
Irgendwie gehört sie seit „ewigen Zeiten“ zu Gescher. Jetzt kann sie dort nicht mehr stattfinden. Bürgermeister Effkemann wollte sie ersatzlos streichen, bekam aber ein „STOP“ von den Stadtvertretern. Jetzt bemüht er sich, die Sache durch einen Alternativvorschlag auszubügeln. Mal sehen, was draus wird.

Größer? - Klick auf Bild!

Größer? - Klick auf Bild!

Der Baukörper.. nicht behindertengerecht
Sagen wir`s doch deutlich: „Die Wurst“ ist ein Katastrophe. Mehr gibt das Grundstück  aber nicht her. Natürlich war die Forderung der SPD-Fraktion richtig, eine eingeschossige Bauweise zu verlangen. Zu viele notwendige Verkehrsflächen, für den Erlebniswert der Bücherei aber unnütz,  gehen „in der Wurst“ verloren. Wenig behindertenfreundlich stellen sich die aktuellen Entwürfe dar, allein schon wegen der Zweigeschossikeit. Ein Aufzug ist und bleibt immer  eine Hilfskrücke. Rollstuhlfahrer haben GescherBlog darauf hingewiesen.

Fazit: Natürlich geht der Gedanke wehmütig einen Moment zurück zur Marienkirche. Dort hätte man diese Probleme nicht gehabt. C`est passé: Vorn ist der Horizont. Und am Horizont gewinnt eine Variante angesichts  der Probleme an der Eschstraße an Attraktivität, die schon einmal im Gespräch war. Der Stadtpark. Eingeschossige, behindertengerechte, energieeffiziente Bauweise wäre hier möglich. Zudem könnte ein Medienzentrum in Kombination mit einem Generationenpark  ein wirklicher städtebaulicher Hit sein. Dann doch lieber Stadtpark…!

11 Kommentare zu Klartext: „Dann doch lieber Stadtpark…!“

  1. @ verärgerter Bürger

    1. Generell gilt: vieles, was Rat und Verwaltung machen, ist gut – das darf man nicht vergessen.

    2. Das was Gescher braucht, ist eine stärkere Opposition, die konstruktiv hinterfragt, die Gutsherrenentscheidungen der Frau Kucharz unterbindet und die anregt (z.B. Intensivierung der Ansiedlung von Unternehmen mit dem Ziel Arbeitsplätze zu schaffen und GewSteuer zu erhöhen, Schulpolitik, Freizeitangebot…) Herr Kunst ist der „Wolf“, der zur Zeit als einziger den Finger in die Wunde legt.
    Wie hier im G-Block von Herrn Kunst dargestellt, kontrolliert Frau Kucharz SPD (Heming, der den Arbeitsplatz seiner Frau sichert) und Grüne (Brüggestrath der seine Wähler täuscht da sein Auftreten nichts mit „Grüner Politik“ zu tun hat) auf der einen, durch den sog. „Bürger“-meister die CDU auf der anderen Seite. Dadurch kann sie ohne Widerstand regieren. FDP ohne Kunst und die sog. UWG sind zu schwach für eine konstruktive Opposition.

    Eine kleine Gruppe von Aktivisten hat uns doch gezeigt, wie leicht der Bürgermeister ins Schwitzen zu bringen ist (vor allem nach seinen Wutausbrüchen), wie leicht einzelne Ratsmitglieder sich selber als Opportunisten outen – eine souveräne Führung in Wirtschaft und Verwaltung hätte diesen Umstand sachlich und lautloser behandelt, als 3.700 Kirchenbefürworter vor Gericht vorzuführen.

    3. Es muss sich eine Gemeinschaft finden, die bereit ist daran mitzuwirken, dass sich dieser Zustand verändert, dies unabhängig von überregionalen poitischen Parteien sondern als reine Wählergemeinschaft auf kommunalpolitischer Ebene.

    Dies muss wachsen und braucht Zeit – wenn heute Wahl wäre und diese Wählergemeinschaft mit konstruktiv agierenden Personen und dem Slogan „Für mehr Transparenz im Rathaus“ auf die Gescheraner zuginge, denke ich hätten wir einige Sitze im Rat.

    Desweiteren benötigen wir eine wirtschaftlich denkende Abteilung „Wirtschaftsförderung“ – keine die Ansiedlungen verhindert, denn dadurch lösen sich verschiedene Probleme von selber (sprechen Sie mal mit Unternehmen, die sich gegen Gescher entschieden haben und fragen Sie nach Gründen…)

    Dies ist die Voraussetzung, um weitere wichtige Punkte, die von Isabell Homann angesprochen werden aufzugreifen und zu verändern.

    Gescher hat viel Potential!

    4. Es ist schwer, ein Rezept zu entwerfen diese Punkt zu verwirklichen – hier müssen sich Menschen finden, die Engagement und Zeit investieren wollen – dies muss wachsen, vielleicht sind Herr Kunst und Geschblog ja der Start dazu…….

    Horst

  2. verärgerter Bürger // 21. Januar 2012 um 13:52 //

    @Horst

    Tja, dann mal los mit den Info´s. Wie soll/kann/muss „DARF“ denn die weitere Vorgehensweise aussehen. Gibt es konkrete ‚Vorstellungen?
    Es „könnte“ eine Frage der Zusammenführung der „einsamen Wölfe“ bedeuten.
    Die „Vermehrung“ und damit die Zusammenführung würde dann von allein statt finden.
    ‚Also, ran an die Vorstellungen und auf den Tisch damit.

  3. Isabell, du schreibst die Wahrheit und sprichst mir aus der Seele.
    Die einzige Anmerkung: wer wird das ändern, wenn nicht DU und ICH damit anfangen?

    Der einzelne „Wolf“ stirbt letztendlich allein, im Rudel wäre er erfolgreich…..

    Gibt es schon eine Seite „Gescher 2014 – the change“ o.ä. Bei facebook und co.?

    Es gibt eine klare Mehrheit die so denkt, es fehlt nur der Anstoss.

    Gruss
    Horst

  4. Isabell Homann // 20. Januar 2012 um 23:48 //

    Das Thema Bücherei ist so typisch für diesen Ort. Was jeder Depp bezüglich des Standortes Eschstraße von vornherein erkannt hat, muss jetzt ironisch bedacht werden. Für wie blöd halten die Rats- und Ausschussherren (wo immer sie auch herkommen mögen) die Bevölkerung?

    Gescher mit seinen Möchtegern-Politikern war immer armselig und wird es immer bleiben. Ein Haufen sich selbst profilierender engstirniger Menschen, die die „Stadt“ nicht wirklich interessant (und das Glockenmuseum als Riesenattraktion ist wohl wirklich ein Witz), moderner und etwas Neues machen wollen.

    Es geht darum, langjährige Klüngelschaften zu bewahren; Veranstaltungen sind so spannend wie vor 20 Jahren. Leider haben sich viele Bürger diesem Stadtbild und dem Denken schon angepasst; die Klügeren verlassen diese Stadt, wenn sie die Möglichkeit dazu haben.

  5. Der Bürgermeister // 10. Januar 2012 um 20:45 //

    in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am heutigen Dienstagabend. Er sehe keine Veranlassung, die derzeitige Park- und Anfahrsituation der Busse auf der Eschstraße nach dem Bau der Bücherei dort zu ändern. Schulbusse würden z. B. frühmorgens wenn die Bücherei noch nicht geöffnet habe anfahren. Außerdem stehe das Gebäude ein Stück zurück auf dem Grundstück somit wäre also genügend Blickfeld vorhanden.

  6. Hans W. // 10. Januar 2012 um 10:26 //

    @Klaus: Warum sollte die Eschstr. dann nicht mehr gehen? Die Schulbusse parken da ja nicht für längere Zeit, im Gegensatz zu Besucherbussen, sondern halten nur kurz zum Ein- und Aussteigen. Das würde die Bücherei wohl kaum beeinträchtigen…

  7. Hat einer schon mal über die Schulbusse nachgedacht ? Weil Eschstr. geht dann wohl nicht mehr. Wo sollen sie dann einsteigen ? Wohl nicht an der Konrad Ad. Str. wo auch nur gerast wird. Noch einen Unfall / Raser schwerpunkt schaffen ?

  8. Danke für die Aufklärung Herr Kunst. Ich teile Ihre Meinung und Bedenken.

  9. Nicht nur der BM sondern viele andere schlafen etwas unruhig. Es tut sich was. Der Stadtpark wird es sicher nicht. Da wir wissen, wie empfindlich Ratsmitglieder auf Internet Medien reagieren, sollten sich alle User zurückhalten und abwarten. Es deutet sich möglicherweise eine Lösung nahe der Mehrheit…

    Also abwarten und Tee trinken.

  10. ( … ) kann unser Herr Bürgermeister in diesen letzten Monaten eigentlich noch schlafen!!!
    So aussehen tut er jedenfalls nicht.

    Hat denn ernsthaft jemals einer an den Neubau an der Eschstraße geglaubt???
    Der Stadtpark ist und bleibt die “ Wunschvariante“ der Verwaltung und der gesamte Rat wird wieder „nicken“.

    Und das Volk??? Wie immer….egal!!!

  11. Brilliante Analyse, danke Herr Kunst.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


%d Bloggern gefällt das: