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Stadtlohn bringt Haushalt ein: Finanzmittelfehlbetrag 3.9 Mio!

wappen-stadtlohnSTADTLOHN/GESCHER. Kämmerin Kucharz im Rathaus von Gescher sitzt noch bei den „Hausaufgaben“. Haushalt 2010 heißt das Thema hier in Gescher wie auch in der Nachbargemeinde Stadtlohn. Dort ist man allerdings schon weiter: Am letzten Mittwoch brachte Kämmerer Wewers seinen Haushalt ein. Es war keine frohe Botschaft, die er in die letzte Ratssitzung des Jahres mitgebracht hat: Sinkende Einnahmen machen im neuen Jahr eine Neuverschuldung unausweichlich.

Vor allem bei der Gewerbesteuer und bei den Schlüsselzuweisungen muss sich Stadtlohn auf regelrechte Einbrüche vorbereiten. Von einer „besonderen Situation“ sprach Bürgermeister Helmut Könning bei der Einbringung des Haushalts. Das Defizit von 2,4 Millionen Euro sei vor allem auf einen Rückgang beim Gewerbesteueraufkommen zurückzuführen.

Könning wies auch auf die Belastung durch steigende Zahlungen an den Kreis und auf sinkende Schlüsselzuweisungen hin. Insgesamt bleibe eine Nettoneuverschuldung von 1,1 Millionen Euro notwendig. Angesichts dieser Situation mahnte Könning zur Sparsamkeit.

Kämmerer Günter Wewers stellte die Zahlen des Haushaltsentwurfs näher vor. Zunächst anhand des Ergebnisplans verdeutlichte er die finanzielle Situation, in der sich die Stadt im nächsten Jahr befindet. Bei der Gewerbesteuer geht er von einem Rückgang von rund zwei Millionen Euro auf 7,5 Millionen Euro aus. Die Schlüsselzuweisungen würden um 2,125 Millionen Euro absinken.

Positiv verbuchen konnte er die anstehende Erträge aus den Baugebieten Owwering und Bürgermeister-Bitting-Straße in Höhe von 1,8 Millionen Euro: „Das rettet uns etwas.“ Bei den Aufwendungen mache sich der Anstieg der Kreisumlage um 600 000 Euro auf 11,33 Millionen Euro belastend bemerkbar. Unter dem Strich steht beim Ergebnisplan ein Minus von 2,44 Millionen Euro.

Wird diese aus der Ausgleichsrücklage gedeckt, so verbleiben dort noch vier Millionen Euro – rein rechnerisch. Das allerdings hat nichts mit der tatsächlichen Liquidität zu tun: Die zeigt einen Finanzmittelfehlbetrag von 3,9 Mio Euro auf – darin steckt zwar einerseits die laufende Tilgung von Krediten, aber auch die Nettoneuverschuldung von 1,1 Millionen Euro.

Fazit: Ganz sicher sind die Aussichten  für Gescher nicht wesentlich besser. Die Finanzkrise ist endgültig in den Kommunalhaushalten angekommen. Es wäre gut, wenn die Kämmerin zügig mit dem Zahlenwerk in die Politik ginge… denn politischen Sprengstoff wird der kommende Haushalt allemal enthalten.

Quelle: Münsterlandzeitung

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