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„Full Energy“ – Strom, Wasser, Gas bald aus einer Hand.

Ursula Boes

GESCHER (fjk). Ja, Ursula Boes die Geschäftsführerin der Stadtwerke Gescher GmbH freut sich. „Die Sache ist durch,“ sagt sie zu GescherBlog. Was sie meint? Ab 1. Januar 2013 sind die Stadtwerke nicht nur Gas- und Wasserlieferant sondern auch Stromanbieter in Gescher.

Jetzt muß nur noch der Stadtrat seinen Segen geben, dann  kann`s losgehen. Danach gehe es in die finale Vorbereitungsphase, so die Chefin der Stadtwerke. Tarife, Konditionen..  eben alles, was für den Kunden von Interesse ist, wie die besonders günstigen Tarife,   werde schon in Kürze zu lesen sein.

Die Vorteile die Stadtwerke als „Full-Energy-Lieferanten“  zu haben sind in der Tat bemerkenswert: Eine wesentliche Verbesserung des Service vor Ort und eine vereinfachte Rechnungsabwicklung da alle Energiearten auf einer Rechnung zu finden sein werden.  Die Tatsache, dass mögliche Überschüsse zum  überwiegenden Teil (der Rest bei der RWE)  in den Kernhaushalt der Stadt fließen, dürfte besonders die Kämmerin erfreuen.

Strom, Gas, Wasser - bald liefern die Stadtwerke Gescher alles.

Fazit: Die Vollversorgung aller Energiearten durch die Stadtwerke ist ein wichtiger und richtiger Schritt in die Zukunft. Gescher wird früher oder später an einem Energiekonzept nicht vorbeikommen. Der Wunsch nach autarker, kostengünstiger und sicherer Energieversorgung ist bei den Bürgerinnen und Bürgern groß.

Mit der rührigen Geschäftsführerin der Stadtwerke sind ganz gewiß auch  „mutige und neue Konzepte“ umzusetzen. Insofern ist Gescher gut aufgestellt. Warum allerdings der Bürgermeister dieses für die Öffentlichkeit so wichtige und interessante Thema  in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung des Rates nächste Woche gelegt hat, weiß nur er. Bürgernähe, Transparenz und Basisdemokratie sind wahrlich nicht sein Ding…

1 Kommentar zu „Full Energy“ – Strom, Wasser, Gas bald aus einer Hand.

  1. Christoph // 28. Juni 2012 um 14:29 //

    Ich verweise in diesem Zusammenhang auf das Sondergutachten der Monopolkommission (Energie 2011) vom 23.12.2011 (http://www.monopolkommission.de/sg_59/s59_volltext.pdf):

    688. Anhand der deskriptiven Daten lässt sich also keine Begründung für Neugründungen
    kommunaler Stromanbieter finden. Angesichts des bereits vorhandenen flächendeckenden
    Angebots von Stromtarifen kommunaler Unternehmen ist vielmehr die Frage
    zu stellen, ob nicht bereits ein ausreichendes oder aus gesamtgesellschaftlicher Sicht sogar
    übergroßes kommunales Engagement auf Endkundenebene im Strommarkt vorliegt.
    In allen der betrachteten Postleitzahlengebiete sind mindestens fünf verschiedene kommunale
    Anbieter aktiv. So scheint in diesen Gebieten der Grenznutzen eines zusätzlichen
    kommunalen Anbieters gering und die Gefahr eines kommunalen Überangebots
    groß.

    691. Schließlich ist zu bedenken, dass kommunale Anbieter nicht per se den Kundenvorteil
    maximieren, was schon dadurch belegt wird, dass sie in nur 109 von 7.323 Fällen
    den günstigsten Tarif ohne Vorauskasse im jeweiligen Postleitzahlengebiet anbieten. Insofern
    muss auch eine wettbewerbsmindernde Wirkung kommunaler Stromanbieter im
    Endkundenmarkt in Betracht gezogen werden. In diesem Zusammenhang ist zu bedenken,
    dass potenzielle neue private Anbieter aufgrund bereits etablierter kommunaler Anbieter
    vor einem Eintritt in den Markt zurückschrecken könnten. Dies würde aus Kundensicht
    sehr wahrscheinlich ein vermindertes Tarifangebot bedeuten und damit den bereits
    zahlreich am Endkundenmarkt vertretenen großen Stromerzeugern helfen, ihre
    Marktposition zu festigen. Mithin hätte die fortschreitende Rekommunalisierung – entgegen
    der intendierten Wirkung – einen tendenziell weniger intensiven Wettbewerb und
    damit eine Schlechterstellung der Kunden zur Folge.

    692. Mit den vorhandenen Daten ist weder eine kausale Verbesserung noch eine kausale
    Verschlechterung der Wettbewerbssituation auf dem Endkundenmarkt Strom durch vermehrte
    Konkurrenz kommunaler Anbieter nachweisbar. Um die Wettbewerbssituation
    zumindest besser beschreiben zu können, werden die vorhandenen Statistiken im Folgenden
    durch eine fokussierte Betrachtung der günstigsten Anbieter je Postleitzahlengebiet
    ergänzt. Damit wird der Annahme Rechnung getragen, dass insbesondere die sehr
    günstigen Anbieter den (Preis-)Wettbewerb im Endkundenmarkt antreiben und aktiv um
    neue Kunden werben.

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