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Bocholt setzt Azubis als Lockvögel gegen Alkoholmißbrauch ein.

Foto: Archiv

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BOCHOLT (pd). Ungewöhnliche Wege geht das Ordnungsamt Bocholt im Kampf gegen Alkoholmißbrauch bei Jugendlichen. Bürgermeister Peter Nebelo setzt „jugendliche Testkäufer“ ein, um Händler zu überführen, die ihnen illegal Alkohol und Tabak verkaufen.

Der erste Einsatz lief kurz vor Weihnachten, wie die Stadtverwaltung berichtet: Die Azubis gingen in fünf Trinkhallen und Kioske sowie in einen Getränkemarkt. Die jugendlichen „Testkäufer“ stellten sich an die Kasse und versuchten, hochprozentigen Alkohol und Tabak zu kaufen, obwohl sie dafür über 18 Jahre sein müssen. Ganz in ihrer Nähe hielt sich ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes auf, der sich als „normaler Kunde“ tarnte. Er gab sich erst zu erkennen, wenn die Testkäufer „Erfolg“ hatten. Dann nahm er Sachverhalt und Personalien schriftlich auf, um so eine Grundlage für eine Anzeige zu schaffen. Vor der Tür stand derweil sicherheitshalber immer auch ein Stadtwacht-Mitarbeiter, um sofort einzugreifen, falls der Ladenbesitzer Ärger macht.

Als Ergebnis der Lockvogel-Nummer meldet die Stadtverwaltung: Fünf der sechs Händler fragten sofort nach dem Ausweis; einer aber verkaufte ungeprüft hochprozentigen Likör an einen der jugendlichen Testkäufer. Der Händler muss jetzt mit einer Geldbuße rechnen.
Die Lockvogel-Methode ist jedoch umstritten. NRW-Innenminister Wolf fordert bei solchen Einsätzen viel Sensibilität und eine professionelle Begleitung der jungen Leute.

Quelle: Allgemeine Zeitung Bocholt.

1 Kommentar zu Bocholt setzt Azubis als Lockvögel gegen Alkoholmißbrauch ein.

  1. arbeitenderGescheraner // 30. Dezember 2009 um 21:16 //

    Einerseits müssen Gesetze wie der Jugendschutz überprüfbar sein – andererseits riecht das Ganze nach einer Anstiftung zur Ordnungswidrigkeit. Insbesondere dann wenn es wieder Geldbussen hagelt.
    Wäre dann nicht eine Art Schulung über die Jugendgesetze sinnvoller ?
    Es gilt doch die Verkäufer / Gastwirte für das Thema zu sensibilisieren.
    Oder soll’s dann doch lieber das Allheilmittel „Angst“ vor Vater Staat und seinem Zugriff auf die Brieftasche sein ?

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