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„Es geht Ihnen um flächenentkoppelte Massentierhaltung, Herr Röring.“

Johannes Röring, MdB CDU, Bauernpräsident.

Johannes Röring, MdB CDU, Bauernpräsident.

GESCHER/NORDVELEN (fjk). Auf einer Sonderseite spricht Bauernpäsident Röring am vergangenen Samstag zum (Land)Volk. Thema u. a. das geplante  Gülle-Kraftwerk in Nordvelen. Dies sei notwendiger denn je, jetzt nicht mehr um Deutschland vor einem nachatomaren Energiekollaps zu bewahren, sondern um stinkende Gülle zu entsorgen.

Heia.. so ändern sich die Zeiten. Außerdem stellt Deutschland`s Biogaslobbyist Nr. 1 fest: „ Nach meiner Wahrnehmung wächst die Zustimmung zu dem Projekt von Monat zu Monat.“ Das Gegenteil ist der Fall: Die Skepsis wächst, Herr Röring… von Tag zu Tag!

Machen wir uns nicht`s vor. Mit seinem Lieblingsprojekt verfolgt der Strippenzieher aus Vreden ganz andere Interessen. Mehr und mehr dämmert es mittlerweile  den Bürgern: Es geht gar nicht um Energie. Energie aus Biogas wird nie einen nennenswerten Beitrag zur Erreichung der Energieziele leisten können, so zumindest ein Gutachten der Bundesregierung.  In Wirklichkeit geht es Herrn Röring um ganz etwas anderes:

Um flächenentkoppelte Massentierhaltung, um den Einstieg in die industrielle Massentiermast.

Die Velener und Gescheraner, „gefühlt“ liegt das geplante Güllekraftwerk eher auf Gescheraner Gebiet,  ahnen nicht was auf sie zukommt. Industrielle Mastanlagen riesigen Ausmaßes im Umkreis von 30 km. Die Investoren dafür stehen Gewehr bei Fuß, schon heute!  Damit einhergehend eine tiefgreifende Veränderung der bäuerlichen Struktur samt Münsterländer Parklandschaft.  Die abebbende Biogaswelle mit all seinen negativen Auswirkungen war dagegen nur ein „Fliegenschiß.“ Von Natur- und Tierschutz ganz zu schweigen.

Industrielle Schweinehaltung.

Industrielle Schweinehaltung.

Der „Röringsche Deal“ ist ein ebenso einfacher wie vermutlich erfolgreicher: Velen bekommt als Lohn und Beruhigungspille einen Autobahnanschluss, dazu ein interkommunales Gewerbegebiet und darf eine prosperierende Kleinstadt werden.    Den „gläubigen Bauern“ verspricht der Strippenzieher aus Vreden  das Blaue vom Himmel, ganz unverbindlich versteht sich.  Wohlwissend, dass deren Zukunft düster aussieht: Verpächter oder Handlanger beim Güllekraftwerk.

Und wir Gescheraner? Wir dürfen immerhin Verhandlungsmasse sein. Denn den  Autobahnanschluss will Herr Röring trotz Protestes der Hochmooraner Bürger auf unser Gemeindegebiet legen. Ihm folgt dabei als letzter Getreuer in Gescher (nur) noch Bürgermeister Effkemann, CDU.  Und was machen die Gescheraner Bauern, namentlich die aus Estern? Sie werden vermutlich erst dann protestieren wenn „der Kopp schon ab iss“.  So sind`se… leider!

23 Kommentare zu „Es geht Ihnen um flächenentkoppelte Massentierhaltung, Herr Röring.“

  1. Andreas H. // 20. Januar 2013 um 13:19 //

    Protest

    Röring und Co haben die Lage offensichtlich nicht gepeilt. Die Auseinandersetzung um die Tierhaltung wird noch emotionaler und heftiger als die dreißigjährige Atomdebatte. Dies könnte wie in England so weit führen, dass Tiertransporter teilweise von der Polizei eskortiert werden müssen.

    Besonders die „Gutsherrenart“ des Abgeordneten und das arrogante Erscheinungsbild des WLV, der bis heute es noch nicht geschafft hat mit Umweltverbänden einen Dialog zu führen, wird uns Bauern nachhaltig schaden.

    Gibt es bei der Bundestagswahl eine Alternative in Borken?

  2. Andreas H. // 15. Januar 2013 um 09:47 //

    @JS
    „klaus“ ist die Hälfte der Bevölkerung.
    Dort hat sich das falsche Image festgesetzt: Bauern = Subventionsempfänger, Jammerer auf hohem Niveau und das Gegenteil vom Unternehmer.

    Wenn in einer Stadt eine „Pommesbude“ schließt, steht das z.T. in der Zeitung oder ist zumindest Stadtgespräch. Wenn in Gescher in kurzer Zeit 10 Bauern schließen ist das von außen nicht einmal sichtbar und kein Mensch erfährt davon.

    Erst wenn ein Holländischer Investor Ställe bis in den Vorgarten baut fragen sich die Städter wie gestern im WDR Film:“ Verdammt, wo sind die Bauern?“

    Na ja, ist politisch so gewollt..

  3. klaus? wer ist klaus ?

  4. Andreas H. // 14. Januar 2013 um 19:20 //

    @klaus
    Nix Heulen! Wir blicken zuversichtlich… (Video)
    Mehr Satire geht nicht …

    http://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Videoansprache-Rukwied-2013-wird-Jahr-der-Herausforderungen-1025291.html

  5. Allmählich reicht es. Ihr armen Bauern. Eure Geheule kann ich nicht mehr hören. Habt alle neue Häuser stehen , einen riesigen teuren Fuhrpark, immer am Bauen mit neuen Ställen. Es gibt nur Subventionen und in andere Berufe/ Arbeitnehmer gehen wirklich am Stock und bekommen nichts. Hört endlich das Heulen auf. Ich kann es nicht mehr hören.

  6. Andreas H. // 10. Januar 2013 um 14:58 //

    3,8% weniger Schweinebetriebe von 2011 bis 2012
    Bis ende 2013 minus …?
    http://www.topagrar.com/news/Schwein-News-Schwein-Schweine-bestand-weiter-gestie-gen-1031480.html

  7. Andreas H. // 7. Januar 2013 um 14:20 //

    Röring ist beim Deutschen Bauernverband für Veredlung zuständig. Kann alles im Wahljahr 2013 wichtig sein…
    http://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Vorwurf-Bauernverband-vertritt-Interessen-von-Schweinehaltungskonzernen-1029597.html

  8. Landwirt Sorgenvoll // 30. Oktober 2012 um 17:32 //

    Ich habe den Link aufgemacht. Was dort über den Abgeordneten Röring der mir persönlich gut bekannt ist steht, der lt. Artikel als Nebenverdienst eine kleine Biogasanlage betreibt, ist ganz große Volksverdummung. Irgendwann wird alles ans Tageslicht kommen. Leute seit auf Überraschungen gefaßt

  9. Mäster "A" // 29. Oktober 2012 um 19:37 //

    Der Wahlkampf geht los. Die „Söldner“ (Redakteure) „marschieren“.
    http://www.wochenblatt.com/rubriken/aktuelles/meldung/m-id/die-schlammschlacht-hat-schon-begonnen/1/

    Na ja, den Grünen mag ich auch nicht. Aber der CDU Abgeordnete aus Vreden ist nun mal für das EEG 2009 verantwortlich. Die Folgen sind bekannt, besonders im Kreis BOR.

    Meine Entscheidung, das Wochenblatt abzubestellen, macht mich nach solchen „Verdummunggen“ ein wenig „stolz“.

    Bin gespannt, wie sich die Parteien im Kreis BOR positionieren.

  10. welt online // 26. September 2012 um 11:32 //

    http://www.weltonline.de/schweine landen auf dem müll

  11. Neue Zahlenspiele:

    Link: „www.diewelt.de/Nordfusion…“ Die KTG Agrar kauft für 12,3 Mio € über 60% von Deutsche Biogas AG

    12,3 Mio € ist der ca. der Betrag, was WLV Bauern für 50% dieser komischen „Lauwarmwasser-Anlage“ in Nord Velen ausgeben wollen.

    Sollte nachdenklich machen..

    (Was hält Sie davon ab, solche Artikel zu verlinken, Herr Kunst?)

  12. ww_.susonline.de/mrldungen/stallbau/EU-foerdert-ru…

    Komisch, in Velen kostet eine 4 MW Anlage 25 Mio. In Rumänien eine 2 MW Anlage plus BHK nur 6 Mio.

    Da stellt sich die Frage, ob WLV Bauern noch voll „geschäftsfähig“ sind 😉

  13. Mäster "A" // 6. September 2012 um 08:35 //

    Das gibt es doch nicht 🙁
    Du/Sie fragt sich was dramatisch an Betriebsaufgaben ist?????? Hinter jeder Hofaufgabe stecken oft persönliche „Schicksale“. Die meisten machen das nicht freiwillig.

    Du/Sie sind das „Zukunftsmodell“ des Landwirts. Jedes Tun Handeln gehen Berechnungen vorraus. Das Umfeld (Landschaftsschutz/Anwohner/Struktur des ländlichen Raumes) spielt keine Rolle dabei.
    Mann Mann Mann, ich kann nicht so viel essen wie…

  14. Moin
    Überflüssig wird sie nur wenn man den ausscheidenden nährstoff Phosphor nicht gewinnbringend veräußern kann.
    Sollte die Vermarktung klappen wird es für die Beteiligten Landwirte ein Zusatzeinkommen .
    Das kann u.a. diesen Betrieben den Standort sichern.
    Jedoch bauen jetzt schon Landwirte ihre eigene Guelleanlage, welches eine Konkurrenz um Guelle bedeutet…….
    Aber was ist dramatisch ?
    Das die Verpächter immer mehr Geld bekommen undich nicht der hoechstbietende bin ?
    Ich handle nur betriebswirtschaftlich mit einem gewissen Risiko und nicht nach dem motto was der kann kann ich besser….oder wenn der einen 2000 er Stall baut bau ich grösser.

  15. Mäster "A" // 6. September 2012 um 07:13 //

    Das mit dem begrenzten Horizont liegt wohl am fehlenden Agraringenieur. 😉

    Habe ich das jetzt richtig verstanden (gr. Mastanlagen werden den Betrieb nicht weiter führen), dass die Gülleverklappung in Nord Velen überflüssig ist?

    Zur Fütterung Ihrer/Deiner Qualitätsschweine stehen im Bereich Gescher und Umgebung ca. 150 Hektar Neupachtfächen zur Verfügung. Sie/Du solltest zupacken.

    Ich persönlich finde die Entwicklung hier dramatisch. Lässt sich wohl nicht mehr ändern.

  16. Hallo
    Die Fragestellung zeigt schon den begrenzten Horizont.
    Bei dem Hunger der Maerkte auf Getreide lohnt es auf dauer nicht es in die Veredlung zu stecken. Das koennen nur Länder mit viel Fläche und wenig Auflagen .haben wir das in D ? Grosse mastanlagen werden den Betrieb so nicht weiterführen.
    Gewinner wird die Produktion von Qualität, die in D noch sehr viele kaufkräftige Kunden findet !
    Desweiteren erledigen sich nawaro Biogasanlagen von selbst.
    Das diese schon jetzt wackeln ist für meine Begriffe schon sehr früh eingetreten…
    Jeder hatte die möglichkeit sich an der Anschubfinanzierung der Erneuerbaren Energie zu beteiligen!
    Nur diese hat Pv und Wind jetzt für alle bezahlbar gemacht!
    Wenn sie auch jetzt noch profitieren wollen anstatt Dauerfrust zu schieben wird ihnen FJK meine E-mail schicken! Ich werde gerne für sie tätig!

  17. Mäster "A" // 5. September 2012 um 15:58 //

    @JS
    Häää…?
    Wenn ich richtig gelesen habe, geht es hier um „flächenentkoppelte Schweinemast“. Du sprichst von Abwanderung :-/ ??

    Es gibt hier Bauern, die sind mit Deckungsbeiträgen pro Tier und 120 Arbeitstagen zufrieden, mit denen sich kein Spediteur 8 Stunden befassen würde. Die Solardächer machen es möglich… (Stadtlohn)

    Diese Amok – Mäster schaden mehr als das „gleichzeitige Auftreten von Schweinepest und MKS“.

    Zur Klarstellung: Ein 180 € Schwein (Erzeugerpreis) geht mit etwa 500 – 700€ mindestens über die Theke. Etwa 20% des Fleisches aus der Theke geht als nicht mehr verkaufsfähig in den Wolf oder gar in die Müllverbrennung. Diese Zahlen liegen mir vor.

    1 kg Rinder Filet 39 €

  18. Hallo
    Solltet ihr beiden Vorredner 1. zu teures Fleisch kaufen müssen und 2. die Handelsspanne zu hoch finden , empfehle ich euch zum Kaufland zu fahren und ein halbes Schwein zum kg Preis von 2,22 € zu kaufen.
    Selbst wenn ich mein Schwein zu Hause an die Leiter hänge kann ich nicht so billig…
    Ich hoffe nicht das der Sprit zu teuer ist um nach Kaufland in Coe zu fahren…..

    Aber wer heute billig kauft wird irgendwann mit den Kosequenzen leben müssen.
    1. Weniger Angebot (Freitags kein Grillfleisch mehr….)
    2. höhere Preise (wir reden dann nicht mehr um 1 € )
    3. Abwanderung der Produktion ins Ausland (Ob man dann in Brasilien als Fleischer tätig ist ?)

  19. Mäster "A" // 5. September 2012 um 07:07 //

    Uwe hat recht. Die Margen im Fleischgeschäft sind viel zu hoch. Bei Brötchen das gleiche. Der Getreidepreis spielt bei der Brotherstellung fast keine Rolle. Nun sind 100 kg Roggen 3€ teurer – die Bäcker schlagen zu.

    Nun zum Bauernpräsidenten. Was ist denn beim Landwirtschaftsverlag Münster-Hiltrup los??? Das hat es noch nie gegeben! Chefredakteur Dr. Harl-Heinz Tölle ist weg. Was ist da los???

  20. der Preis steigt nicht nur seit 30 J. . Die ganze Sache ist nur, das ich vor 1 J. in Bayern am Königssee war u. im Rewemarkt war also Hallo. Ich wollte mir Gehacktes kaufen, das mir schlecht geworden vom Preis. Wie kann es sein das 1kg Rinderhack 9,50 u. H+ H 7,80 Euro kostet, da kann es doch nur einen schlecht werden. Da spechen Sie davon es ist nicht teuer, alle Achtung Js. dazu sage nein Danke.

  21. Ist es zu viel verlangt wenn der Fleischpreis sich nach 30 Jahren etwas erhöht ?
    Wo ist ihr Problem wenn der Preis an der Ladentheke mal 1 euro steigt ?
    Zumal der Bauer gerade mal 30 cent je kg mehr erlöst.
    Uwe also echt………..ich fass es nicht.

  22. Mal abgsehen von der Massenhaltung, wie sieht es denn aus mit den Fleischpreisen aus??
    Ehrlich gesagt ist das für den Ottonormal Verbraucher nicht mehr tragbar u. es wird immer teuerer so wie mit dem Sprit. Wieweit soll das noch gehen??? Ich bin selber Fleischer von Beruf , aber das kann ich mir nicht mehr leisten! Meine Vorstellung ist das man sich mal an einen Tisch setzt u. dieses im rahmen der Bevökerung einen guten Preis aushandelt . Das wäre für alle beteiligten doch mal eine Lösung ( für alle ).
    Danke

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