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Ein Drittel aller Biogasanlagen vor der Pleite?

GESCHER/VELEN (topagrar/fjk). Rund einem Drittel der rund 7200 deutschen Biogasanlagen droht die Pleite, befürchten Brancheninsider. Viele Anlagen wurden zu teuer gebaut oder kommen wegen technischer Probleme nicht auf die angestrebte Leistung. Nicht selten fehlt ein Wärmekonzept, weil man bis Ende 2011 wegen der höheren Stromvergütung schnell ans Netz wollte. Und jetzt kommen auch noch steigende Rohstoffkosten dazu, die manchem Betreiber endgültig das Wasser abgraben.

In der Kritik: Befeuerung von Biogasanlagen mit Mais. Landwirt Altrogge in Tungerloh-Pröbsting will bei seiner Anlage ganz darauf verzichten. (Archivbild).

Wohl kaum betroffen von dieser Prognose sind die Gescheraner Biogasanlagen. Alle -Jebing, Menker und Altrogge (im Bau)- sind jung, zudem konnte der Landwirt Jebing mit Haus Hall ein gutes Wärmekonzept realisieren. In anderen Gegenden der Republik, Niedersachsen voran, sieht das anders aus.

Dort machen sich Kapitalgesellschaften die Notlagen zunutze. Sie kaufen angeschlagene Biogasanlagen, sanieren und betreiben sie weiter. Für die betroffenen Landwirte sollte das allenfalls der letzte Ausweg sein. Denn die Anlagen lassen sich nur mit hohem Verlust verkaufen. Außerdem ist der Verkauf nicht ohne weiteres möglich, da beim Wechsel des Besitzers die Privilegierung einer baurechtlich genehmigten Anlage wegfällt und damit auch die Genehmigungsgrundlage.

Statt die Anlage aufzugeben und sie unter Wert zu verkaufen, sollten betroffene Betreiber rechtzeitig an eine Sanierung denken. Es gibt Unternehmensberater, aber auch erfahrene Anlagenbetreiber und andere Dienstleister, die Sanierungskonzepte erstellt haben. Die Hilfe geht von der einfachen Beratung über Coaching bis hin zur Umstrukturierung der Anlage. Zum Beispiel lassen sich die Einnahmen verbessern, wenn der Strom direkt vermarktet wird und auch die Wärme und/oder die Gärprodukte gewinnbringend genutzt werden.

Unter dem Blickwinkel sich verschlechternder Bedingungen für Biogasanlagen wird die Frage nach Planungsstand und Zukunft des geplanten Biogas-Gülle-Kraftwerkes in Nordvelen lauter. Erste Gerüchte „das Projekt sei gestorben“ gehen durch die Bauernschaften. Landwirte berichten von Schwierigkeiten bei der Separation der Gülle. Ein wichtiger technischer Faktor. Informationen fließen so gut wie keine: Kreis-WLV und Stadt Velen hüllen sich in Schweigen. Wie lange noch?

Quelle: topagrar (Hinrich Neumann)

4 Kommentare zu Ein Drittel aller Biogasanlagen vor der Pleite?

  1. Andreas H. // 23. November 2012 um 19:12 //

    Hallo Herr Kunst!

    Sie können übernächste Woche einen interessanten Beitrag bringen. Kein geringerer als der neue Bauernpräsident Ruckwied kommt nach Borken. Dieser wird immer mit dem Wort „Kommunikationsoffensive“ in Verbindung gebracht. Da müsste was zu machen sein, im Sinne von Presseanfrage.

    Überlege gerade, ob die Gegner des Gaskraftwerks Velen nicht Ihre moderne Gülletechnik in Form einer angemeldeten Demonstration am Vennehof zeigen sollten. Der Weinbauer aus Baden-Württemberg könnte sonst einen falschen Eindruck aus dem westlichen Münsterland bekommen, wenn der zu viel mit Sümpelman redet 😉

  2. Blogleser // 10. November 2012 um 18:02 //

    Die armen Verpächter die sich gebunden haben

  3. Die Monokultur der Vermaisung beschreibt auch ein niederbayerischer Bauer! Er sieht darin ein Zerstörung seiner schönen Heimat.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/09/09/vermaisung-meiner-heimat-niederbayern/

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