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Salz ist Gift für die Umwelt!

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KREIS BORKEN/GESCHER. Für Autofahrer ist es ein Segen, für die Umwelt eine Belastung: das Streusalz. Naturschützer weisen darauf hin, dass das knapp gewordene Streugut zu Schäden in Flora und Fauna führen kann.

Vor allem junge Stadtbäume seien bei massivem Einsatz von Streusalz arg belastet, erklärte gestern der Kreisvorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu), Rudolf Souilijee, gegenüber unserer Zeitung. Bei Tauwetter fließe das Salz mit dem Schmelzwasser von der Straße ab. Eine hohe Salzkonzentration im Boden neben der Fahrbahn könne bei den dort stehenden Bäumen langfristig Trockenschäden verursachen. Die hohe Salzkonzentration habe zur Folge, dass die Bäume weniger Nährstoffe aufnehmen. Das belaste vor allem junge Pflanzen.

Werden große Mengen gestreut, könne das Salz über das Grundwasser auch in Bäche gelangen. „Kleinlebewesen können dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden“, erklärte Souilijee weiter. Seine Schlussfolgerung: Soweit es geht sollte auf Streusalz verzichtet werden. „Es gibt ja Alternativen“, sagte der Nabu-Vorsitzende. Granulat und Split seien umweltfreundlicher, können aufgefegt und wiederverwendet werden. Vor allem im hausnahen Bereich empfiehlt Souilijee die umweltfreundlichen Varianten. Auch Schäden am Putz des Gebäudes werden so vermieden.

Kreisbiologe Peter Pavlovic von der Unteren Landschaftsbehörde begrüßt den Hinweis des Nabu. Allerdings sei der Appell hauptsächlich auf den privaten Bereich zu beziehen. Bei den wichtigen und viel befahrenen Straßen sei der Einsatz von Streusalz unverzichtbar (siehe Bild oben links). „Die Sicherheit der Menschen steht an erster Stelle“, sagte Pavlovic. Außerdem halte sich die Gefährdung der Bäume durch Streusalz in Grenzen. Die meisten Bäume stehen weit genug vom Straßenrand entfernt und befinden sich derzeit in der Ruhephase. Wenn deren Wachstum weitergeht, sei die Salzkonzentration im Boden geringer. Sensible Pflanzen seien wegen der ganzjährigen Emissionsbelastung ohnehin nicht am Straßenrand zu finden. Auch für Tiere gelte: Sensible Arten findet man nicht am Straßenrand, sondern in geschützten Gebieten. Anlass zu großer Sorge ist das Streusalz aus Sicht des Kreisbiologen also nicht. Trotzdem solle die Belastung möglichst gering gehalten werden – und dazu können die Bürger beitragen, indem sie vor der eigenen Haustür zu Besen und Schneeschieber greifen.

Die Verbraucherzentrale rät dazu, Schnee rasch zu beseitigen, bevor die weiße Pracht vereist. Als Rutschschutz bewährt hätten sich Splitt und Sand. Empfehlenswerte Streumittel trügen das Umweltzeichen „Blauer Engel“. Nicht zuletzt die Hunde, die mit heilen Pfoten durch den Winter kommen, profitieren vom umweltfreudlichen Streugut.

Quelle: Borkener Zeitung.

4 Kommentare zu Salz ist Gift für die Umwelt!

  1. Un in diesem Jahr wird es noch schlimmer werden, denn der Winter hat gerade begonnen und schon nach zwei Wochen gibt es im Handel kein Salz mehr.

    Wann greift man endlich zum Sand ????

  2. Franz-Josef Kunst // 15. Februar 2010 um 16:11 //

    Hallo „Butterfley“,

    die Regel, dass in 30iger Zonen grundsätzlich nicht gestreut wird, gibt es so vereinfacht nicht. Ich habe gerade darüber mit Herrn Lansmann (Bauhof) und Frau Magnolo (Fachberech Verkehrsflächen) gesprochen.

    Bereits vor längerer Zeit sei ein Streuplan, noch von Herrn Boeing, aufgestellt worden. Bei der Aufstellung seien verschiedene Kriterien zugrunde gelegt worden. U. a. sei ein wichtiger Punkt der Busverkehr im Rahmen der Schulwegsicherung gewesen. Richtig ist aber, dass nicht alle 30iger Straßen gestreut werden.

  3. Butterfley // 15. Februar 2010 um 10:20 //

    Auch die Stadt Gescher kann Salz und damit Geld sparen. So wie mir bekannt ist, ist vor Jahren beschlossen worden, das in den 30km Zonen nicht mehr von der Stadt gestreut und geräumt werden soll. Zu Beginn diesen Winters wurde es auch noch so gehandhabt. Seid einigen Wochen beobachte ich jedoch das die Eschstraße auf ganzer Länge zur Freude der Anlieger und der Raser geräumt und gestreut wird. Gilt die Regel für die 30km Zone dort jetzt nicht mehr? Wenn dort geräumt und gestreut wird, warum nicht auch auf Jägerweg, Nordkamp, Alfersesch, Meisenweg, Finkenweg, Drosselweg, Westerkamp etc. etc.?

  4. Schöne Idee mit dem Umweltgedanken i.S. „weniger Salz“. Ich wäre sofort dabei …… WENN diese unsinnige Räum- und Streupflicht für Privatpersonen abgeschafft, bzw. gelockert würde. Solange mir als Privatperson gnadenlos aufgebürdert wird, den Gehweg freizuhalten, auch wenn ich arbeiten bin, krank oder alt bin, so lange wird vor meinem Haus auch Salz gestreut, um der Vorschrift gerecht werden zu können. Dieses Jahr ist Salz knapp. Was passiert. Autobahnen werden gesperrt, weil nicht gestreut werden kann. Richtig im Sinne der Verkehrssicherheit. DAS möchte ich auch mal können – den Gehweg vor meinem Haus sperren, weil ich kein Salz mehr bekomme. Jaja, Split und andere Dinge. Schöne Idee – aber wenn ich morgens Split steue (den ich übrigens auch wieder wegfegen muss) ist das eine halbe Stunde später wieder mit Schnee bedeckt und es nützt nichts mehr. Also insofern aus meiner Sicht ein ein lobenswerter Gedanke i.S. der Umwelt, aber aufgrund der Rechtslage weltfremd.

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