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Güllekraftwerk in Nordvelen-Estern vor dem Aus?

GESCHER/VELEN (bz/fjk). Ruhig ist es um die Planungen des „Güllekraftwerkes Nordvelen/Estern“ geworden. Ruhe vor dem Sturm oder deutet sich die Aufgabe der projektierten Biogas-Großanlage an? Die Nordvelener Bürgerinitiative gegen das Güllekraftwerk in der Nachbarschaft schöpft Hoffnung. Der WLV gibt sich jedoch weiter optimistisch. Pressesprecher Stephan Wolfert: „ Wir sind in einer Phase der Ruhe,“ und fügt hinzu, man sei in „guter Richtung“ unterwegs. Doch in welche Richtung?

Andreas Heumer, Landwirt aus Tungerloh-Pröbsting, sah das Projekt immer schon mit Unbehagen. Es fehlten, so der Schweinemäster, bisher alle Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Die vom WLV selbst ausgegebenen Rahmenbedingungen würden nicht erfüllt. „Die Bauern werden wohl kaum die notwendige Gülle zur Verfügung stellen,“ meint Heumer. Zu teuer! Er befürchtet, der Güllebedarf werde durch Großmäster gedeckt, möglicherweise sogar aus Niedersachsen. „Wenn die Anlage erst einmal steht, wird sie betrieben.. 365 Tage im Jahr, notfalls mit Mais,“

Nur wenige Bauern haben sich bisher bereit gefunden, den "Treibstoff Gülle" für das Güllekraftwerk in Nordvelen/Estern zu liefern. (Foto: Archiv)

Nur wenige Bauern haben sich bisher bereit gefunden, den „Treibstoff Gülle“ für das geplante Güllekraftwerk in Nordvelen/Estern zu liefern. (Foto: Archiv)

Heinz Lanfer, ebenfalls Landwirt, hält ein Güllekraftwerk sogar für sinnvoll. Schließlich würden dort Abfallstoffe der Landwirtschaft nachhaltig genutzt. Dennoch, eine Restskepsis auch bei ihm. Die EEG-Rahmenbedingungen hätten sich geändert, damit könne eine Anlage nur noch schwer wirtschaftlich betrieben werden. Nicht verhandelbar sei für ihn die feste Zusage der Projekteure: Nur heimische Gülle, keine Gülle aus Holland, keine Gülle aus Niedersachsen, keine Gülle aus industriellen Großmastanlagen. Mais als Befeuerungsmaterial sei ausgeschlosen. „Diese Zusage des WLV steht,“ so Lanfer, „sonst brennt die Luft.“

Funktionsweise eines möglichen Güllekraftwerkes in Nordvelen/Estern.

Funktionsweise eines möglichen Güllekraftwerkes in Nordvelen/Estern.

Die Borkener Zeitung versucht, den aktuellen Planungsstatus festzustellen und beleuchtet heute die Zukunftsaussichten des Projektes in Nordvelen/Estern. Eine vor knapp einem Jahr für den Sommer 2013 avisierte Inbetriebnahme ist völlig außerhalb des Möglichen, stellt das Blatt fest. Die angekündigte Gründung der Naturdünger Münsterland (NDM), die sich um die Beschaffung der Gülle kümmern soll, ist auch noch nicht vollzogen.

Zudem machen neue rechtliche Rahmenbedingungen den Planern des 25-Millionen-Projekts eine Realisierung nicht einfacher: So müssen die Lagerkapazitäten am Standort Nordvelen wegen Änderungen der Verbringungsverordnung für Wirtschaftsdünger größer als geplant ausfallen.

Hat der WLV am Ende „Geld in den Sand gesetzt?“ Diese Frage relativiert WLV Pressesprecher Stephan Wolfert.. Solche Gerüchte, der WLV-Kreisverband habe schon enorm Geld in die Planung gesteckt und sei deswegen in Schwierigkeiten, nennt Wolfert „absurd“. Bislang habe man vor allem auf personeller Ebene Geld in die Pläne investiert – in etwa im vierstelligen Bereich. Klar sei aber auch, dass der Projektpartner Innogy in Vorleistung gegangen sei, aber die Planungskosten nicht allein tragen werde.

Die Bürgerinitiative gegen das Güllekraftwerk ist auf jeden Fall vorsichtig optimistisch. Dennoch ist man weiter „kampfbereit.“ „Unsere Kassen sind voll, falls es zu einer juristischen Auseinandersetzung kommt.“

 

*Quelle BZ Borken

 

2 Kommentare zu Güllekraftwerk in Nordvelen-Estern vor dem Aus?

  1. Herbert B. // 17. Januar 2013 um 23:20 //

    Na klar, hier wird knallharte Lobbyarbeit der RWE „geleistet“. Dagegen kann man grundsätzlich nicht einmal was sagen. Schließlich möchte die RWE in Velen ein günstiges Klima schaffen, um Ihre Interessen, also Biogasanlage Nordvelen, zu fördern.

    Der Hammer ist aber die Stellungnahme der CDU. So doof sind die natürlich nicht, dass sie das selbst glauben, was sie auf ihrer Homepage schreiben. Schlimm ist nur, dass sie ihre Bürger und Wähler im wahrsten Sinne des Wortes vera..chen. Die sollen das nämlich glauben. Ob die Buerger von Velen das nicht merken?

    http://www.cdu-velen-ramsdorf.de/lokal_1_1_246_Keine-wirkliche-Verwunderung.html

  2. Eine echte Freundschaft zwischen RWE und Velen. Oder, kleine Geschenke erhalten die Freundschaft
    http://www.velen.de/magazin/artikel.php?artikel=2148&type=&menuid=157&topmenu=157

    Wollte RWE schmieren in Velen?
    http://www.cdu-velen-ramsdorf.de/lokal_1_1_246_Keine-wirkliche-Verwunderung.html

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