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Gülle: Droht jetzt der Kollaps?

Über 50% Mehrkosten droht den Schweinemästern in diesem Jahr für den Abtransport der Gülle.

Über 50% Mehrkosten droht den Schweinemästern in diesem Jahr für den Abtransport der Gülle.

GESCHER (fjk/SUS). Steht die Massentierhaltung vor einem Gülle-Kollaps? Die über Jahre anhaltende Steigerung der Fleischproduktion hat die Entsorgung der Gülle an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Das berichtet die Zeitschrift SUS, Magazin für Schweinezucht und Schweinemast,  in ihrer aktuellen Ausgabe.

Beim Thema Gülle-Verwertung schrillen in den Veredlungsregionen die Alarmglocken. Auslöser sind massive gesetzliche Verschärfungen und Kontrollen beim Einsatz von Gülle. Erste Folgen waren bereits im letzten Herbst zu spüren. So mussten Betriebe mit Lagerengpässen für kurzfristige Gülleabnahme mehr als 20 Euro/m3 berappen.

Wie die SUS weiter berichtet, sind insbesondere die Veredelungshochburgen, auch das westliche Münsterland zählt dazu, einem anhaltend hohen Nährstoffanfall ausgesetzt. Im Grenzgebiet zu den Niederlanden heizt der Import von Gülle aus dem Nachbarland die Lage zusätzlich an, allein 21 Mio. kg Stickstoff in 2012.

Und der Expansionswahnsinn hält weiter an. Die Folgen sind dramatisch. So müssen viehintensive Landkreise immer größere Nährstoffmengen exportieren. Die Entfernungen steigen dabei immer weiter. Derzeit ist die Gülleabgabe mit 8,50 bis 9 Euro/m3 bereits bis zu 2 Euro teurer als 2012. In naher Zukunft wird der Preis über 10 Euro steigen“, wird befürchtet.

Betroffen sind die viehstarken Landkreise im Münsterland, insbesondere der Kreis Borken. Hier könnte jetzt vielerorts die magische Grenze von 10 €/m3 Gülle überschritten werden. „Vermutlich wird die Gülleabgabe in dieser Frühjahrskampagne rund 5 € mehr kosten als im Vorjahr“, schätzt Bernd Heselhaus von der Nährstoffbörse aus Borken.

Für jeden 2000er Maststall muss man satte 120 ha Nachweisfläche vorweisen. Das schafft nun nicht mehr lösbare Probleme. Einen Weg, um den Ausbau der Massentierhaltung weiter zu forcieren sieht der WLV (Bauernverband Borken) in seinem Projekt Güllkraftwerk-Velen, das sich im Planungsstadium befindet. Hier geht es darum, die bei der Massentierhaltung anfallende Gülle von der Nachweisfläche zu entkoppeln, um die gewerbliche Mast auch in Zukunft rentabel zu halten und weitere Expansion der Massentierhaltung zu ermöglichen.

Experten befürchten, dass sich die Kostenspirale künftig noch schneller dreht. Denn Umwelt- und Wasserverbände machen mächtig Druck. Sie kritisieren, dass die Nitratgehalte im Grundwasser regional steigen. Als Verursacher sehen sie neben dem Maisanbau für Biogas die Gülleausbringung.

*Quelle:  SUS, Schweinemast & Schweinezucht. 

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