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Das Wunder von Tungerloh: „Berkel voll!“

Naturfreunde hatten in den letzten Wochen Außergewöhnliches beobachtet. Über einen längeren Zeitraum, von Monaten war die Rede, führte die Berkel Richtung Coesfeld extremes Niedrigwasser. Selbst am Stauwehr Schulze-Egberding wurde an manchen Tagen eine Wassertiefe von nur 10 cm gemessen. Der Wasserstand sei für viele Fischarten lebensbedrohlich, hieß es in mehreren Mails an GescherBlog. Doch „über Nacht“ ist die Berkel wieder voll. Ein Wunder?

Nur noch 10 cm Wasserstand in der Berkel. Lebensbedrohlich für große Fische.

Nur noch 10 cm Wasserstand in der Berkel. Lebensbedrohlich für große Fische.

GESCHER (fjk). Auf eine Strecke von 2 Kilometern Richtung Coesfeld habe man fast trockenen Fußes die Berkel überqueren können, mailt Manni K und beschreibt den Zustand der Berkel weiter:

…die Bilder die sie von mir bekommen haben sind noch eher die harmlosen, weiter Richtung Coesfeld, und nur zu Fuß zu erreichen, kann man die Berkel quasi zu Fuß überqueren,  ohne nasse Füße zu bekommen! Wir hatten in der Berkel einen großen und vielfältigen Fischbestand, Karpfen von bis zu über 30 Pfund, große Bachforellen von über 12Pfund, …Hechte, Karauschen, Rotfedern, Barsche, Aale, Brassen und, und, und! Aber von denen ist wirklich nichts mehr zu sehen. Das ist in meinen Augen auch kein Wunder, denn solch große Fische können in einer teilweise nur 10-15cm flachen Berkel nicht überleben, hinzu kommen die Kormorane die sich ein Festessen daraus machen ! Außerdem habe ich festgestellt, dass der ganze, sonst mit Wasser bedeckte Rand der Berkel mit toten, großen Flussmuscheln voll liegt. Stehen die nicht unter Artenschutz?

Friedel Wielers von der Wasserwirtschaftsbehörde beim Kreis Borken hat zunächst eine schnelle Erklärung parat: In den vergangenen Monaten habe es fast keinen Niederschlag gegeben. Auch die Dinkel zeige teilweise nur einen Wasserstand von 10 cm, genau wie die Berkel.

Naheliegend aber dennoch falsch, wie sich am Wochende herausstellte. Denn über Nacht war die Berkel plötzlich wieder voll, so als ob nichts gewesen wäre. Und das ganz ohne Niederschläge. Ein Wunder?… die Antoniuskapelle ist schließlich nur einen Steinwurf weit entfernt.

Das Wunder von Tungerloh. Über Nacht ist die Berkel wieder voll.

Das Wunder von Tungerloh. Über Nacht ist die Berkel wieder voll.

Die Erklärung für das „Wunder von Tungerloh-Capellen“ liefert der Betreiber des Stauwehrs. Ja, es habe technische Probleme mit dem Stromgenerator gegeben. Die Turbine, bereits mehr als 20 Jahre alt, sei defekt gewesen und habe repariert werden müssen. Das Ersatzteil sei ohne Weiteres nicht verfügbar gewesen und habe letztlich in Einzelanfertigung hergestellt werden müssen. Deshalb die lange Reparaturzeit. Durch den Turbinenschacht sei das Wasser ausgetreten und habe für den niedrigen Wasserstand gesorgt. Für ihn selbst sei das ein großer Schaden gewesen, denn über längere Zeit habe man teuren Strom zukaufen müssen.

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