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Drews: Zu wenig Polizeibeamte um Ansteigen der Kriminalität in Gescher zu stoppen!

schlaegereiGESCHER (fjk). Mit der Kriminalstatistik 2012 beschäftigte sich der Hauptausschuss am vergangen Mittwoch. In Gescher stieg die Kriminalität 2012 im Durschnitt um 27%.  -GescherBlog berichtete-  So erhöhte sich die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung um 145% (von 11 auf 27) Die Anzahl schwerer und gefährlicher Körperverletzungen nahm um 73% zu (von 15 auf 26). Insgesamt stieg die Kriminalität in Gescher deutlich an. Woran liegt das und vor allen Dingen, was kann man dagegen tun?  Das wollten die Ausschussmitglieder von der Polizei wissen.

Hauptkommissar Drews aus Ahaus versuchte in der Sitzung des Hauptausschusses am Mittwoch diese Entwicklung statistisch auszuleuchten. Die Ausweitung der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung beispielsweise hat demnach nichts mit häuslicher, sexueller Nötigung zu tun. Der Anstieg der Fälle sei im Zusammenhang mit dem Problem von kinderpornographischem Material auf Computern zu sehen, im Wesentlichen um Beschlagnahme von PCs und Einleitung von Ermittlungsmaßnahmen. Die Zuordnung zu diesem Themenbereich sei statistisch eher nicht gelungen, so Drews.

Fritz Leppkes, CDU, forderte angesichts der Entwicklung von der Polizei dass mehr getan werden muss. „Wenn die statistischen Daten nach oben zeigen, muss irgendeine Maßnahme greifen. Es kann nicht einfach nur abgewartet werden.“

Drews verwies auf das ihm zur Verfügung stehende Personal. Die Wache in Ahaus verfügt über 60 Leute, die in 4 Schichten eingesetzt werden müssen. Eine Vorgabe der Landesregierung , zukünftig ist auch nicht mehr in Aussicht gestellt, betont der Hauptkommissar. Neben dem Streifendienst sind Sonderaufgaben wie Demonstrationen, Events, Blueskonzerte, Public Viewing usw. durch die Polizei zu erfüllen. In der Dienstgruppe (Schicht) sind maximal 14 Leute. 4 Streifenwagen kommen zum Einsatz, einer davon ist fest nach Schöppingen abgeordert. Es bleiben für den gesamten Aufgabenbereich der Wache Ahaus 3 Streifenwagen. Gelegentlich seien auch schon Coesfelder Kollegen zu Hilfe gerufen worden, erläuterte Drews.

„Als Angstraum“ bezeichnete Drews die Discothek Rio Palace. Dort fände ein Großteil der Gewaltkriminalität statt, die Probleme lägen in der Discothek. Vor der Discothek habe man es eher mit Sachbeschädigungen zu tun. Denkbare Möglichkeit diese zu unterbinden, sei die Disco zu schließen. Doch das ginge rechtlich z. Zt. nicht. Eine Entziehung der Konzession müsste  vor dem Verwaltungsgericht durchsetzbar sein. Im Übrigen könne die Polizei das nicht alleine, es bedürfe der engen Zusammenarbeit mit der Kommune. Man sei am Rio Palace präsent, allerdings nur punktuell, zu mehr reiche die Personaldecke nicht .

Holger Beeke, UWG, sprach die Vorgänge um den sogen. „Puppenmann“ an. Am Ende habe sich herausgestellt, dass an der Sache nichts dran gewesen sei. Dennoch habe sich eine starke Eigendynamik entwickelt. Gar von Kindesentführung sei gesprochen worden, so der UWG-Mann. Ob es Präventationsmaßnahmen seitens der Polizei gebe, wollte Beeke wissen.

Drews verneinte dies. Die Problematik um „fremde Männer, einsteigen in`s Auto“ usw. wird nach Kenntnis des Polizeifachmannes in den Elternhäusern grundsätzlich sehr früh und ausführlich besprochen, in der Schule nicht. Die Schule habe einen Bildungsauftrag. „Die Polizei reagiert fallbezogen, Schülerlotsen sind da auch keine Hilfe,“ so Drews. Von sogen. Bürgerwehren hielt er nichts.

Dies bezog Drews auch auf die derzeitige Ein- und Aufbruchsserie in Gescher. Während man seitens der Polizei bei den Autoaufbrüchen (Navigationsgeräte) von professionell arbeitenden osteuropäischen Banden ausgeht, dürften die Hauseinbrüche eher einen lokalen Täterbezug haben.

Lies hier: GZ online – „Straftäter auf dem Vormarsch“

2 Kommentare zu Drews: Zu wenig Polizeibeamte um Ansteigen der Kriminalität in Gescher zu stoppen!

  1. MJ2612 // 20. Mai 2013 um 22:03 //

    Nach Jahren des Streichens von Jugendangeboten ist es nicht verwunderlich, das die Kriminalität aus Langeweile sich immer weiter ausbreitet. Früher konnte man sich als Jugendlicher noch Anerkennung von seinen Freunden in Jugendtreffs bei einer gewonnen Partie Billard hohlen, aber heute geht das aus Mangel an Möglichkeiten nur noch über „Kriminalität“.
    Aber es war ja wichtiger die Jugendtreffs zu schließen um Gelder zu sparen, anstatt in die Zukunft zu investieren und die Jugendangebote auszubauen. Das so eine Rechnung nicht aufgeht, dürfte jeder denkende Mensch wissen. Aber unsere Politiker denken nur von Legislaturperiode zu Legislaturperiode. Und wenn dann die Probleme die heute erschaffen werden zu Tage kommen, muss sich ja der Amtsnachfolger mit rumschlagen, denn Amtszeiten sind begrenzt und da zählen halt nur Kurzzeiterfolge. Zukunft? Who cares?

  2. Die Innenpolitiker meinen, daß der Bürger seine Türen und Fenster richtig verrammeln soll. Tun sie es nicht, dann werden sie Bauvorschriften erlassen, die ihn dazu zwingen. Polizeischutz war gestern.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2013/05/16/spd-minister-will-hauseigentumer-mit-bauvorschriften-zwingen-sich-gegen-einbruch-zu-sichern/

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