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Güllegas: Röring spannt den Umweltminister vor seinen Karren!

GESCHER/VELEN (fjk). Prominenten Besuch erwartet die EGW in der Bauernschaft Estern am kommenden Dienstag. Bundesumweltminister Dr. Peter Altmaier will sich auf dem Gelände der Entsorgungsgesellschaft über das Projekt Güllegasanlage  Nordvelen-Estern aus erster Hand informieren. Erwartet wird er dort neben den Gastgebern der EGW von Johannes Röring, CDU, sowie Vertretern der RWE.

Umweltminister Peter Altmaier sieht die Rolle von Biogas differenziert.

Umweltminister Peter Altmaier sieht die Rolle von Biogas differenziert.

Altmaier hatte Anfang des Jahres auf der Dialogkonferenz in Berlin eine Neupositionierung der Biogastechnologie in Hinblick auf die Energiewende vorgenommen. Zwar glaube er immer noch, dass Biogas eine wichtige Rolle in der Umsetzung der Energiewende spiele, der Bundesminister sieht aber zukünftig keine zusätzlichen Potenziale für einen Biogasanlagenzubau. Altmaier: „Das Potenzial angesichts von bereits einer Million Hektar Anbaufläche – etwa für Mais – ist begrenzt.“

Altmaier sieht für Biogas zukünftig eine andere Aufgabe im Energiesektor . Nach Meinung des Ministers könnte Biogas weniger als heute zur kontinuierlichen Stromerzeugung beitragen, sondern bei wenig Wind und Sonne als Ausgleich dienen. Spannend wird sein, welche Position er zur geplanten Güllegasanlage in Nordvelen einnehmen wird. Bekanntlich hat das Projekt mehr mit einer  Wende zur industriellen Landwirtschaft und Massentierhaltung als mit der Energiewende zu tun. Der Widerstand in der Region gegen das „Güllegas-Monster“ wächst. Dennoch sollten Kritiker vom Minister nicht zuviel erwarten. Kaum vorstellbar, dass er seinem Parteifreund Röring just im Wahlkampf vor`s „Schienbein“ tritt.

Der Minister wird am Dienstag um 14.00 Uhr bei der EGW erwartet. Nach einer Betriebsbesichtigung und Vorstellung des Projektes „Güllegas aus Nordvelen“ wird man sich im Verwaltungs- und Informationszentrum der EGW gegen 14.45 Uhr zu einer Diskussionsrunde unter Leitung des  Bauernpräsidenten Johannes Röring, CDU, zusammensetzen. Der Minister wird ein Impulsreferat mit dem Thema: „Die Energiewende – Herausforderungen und Chancen für die Kommunen“ halten, heißt es heute in einer Pressemitteilung.

5 Kommentare zu Güllegas: Röring spannt den Umweltminister vor seinen Karren!

  1. Bauer j s // 7. August 2013 um 09:14 //

    Hallo
    was ist der Unterschied ? Die Egw fährt den Müll aus dem ganzen Kreis zusammen und produziert daraus Biogas. Danach wird der Kompost (vorher Biomüll ) auf die Felder in Gescher und Velen verbracht. Die FDP steht hinter dem Projekt und auch Herr Kunst.
    Die Naehrstoffe aus dem Kompost belasten also zusätzlich unseren Acker.
    Und die Egw verdient damit Geld auch aus Fördertöpfen!

    …nun wollen einige Bauern das eng gewordene Naehrstoffproblem loesen und alles wird verteufelt…
    zugegeben ,das Ding mit der Regionale ist ein Witz! Aber wenn das Projekt der Landwirte gelingt, natürlich mit allen Facetten, wird dies
    ein Vorzeigeprojekt. Mann sollte sich mal genauer mit dem Projekt auseinandersetzen , dann werden viele Vorurteile schwinden.
    Der Wlv ist hier die Organisation welche zur Aufklärung der Bürger verpflichtet ist ! Auch Bauern sind hier noch viel zu wenig mit Informationen versorgt. Saemtliche Info Veranstaltungen blieben bislang aussaglos was Kosten und Ertrag angeht….

    Mfg

  2. Franz-Josef Kunst // 6. August 2013 um 11:07 //

    in einem Leserbrief am 6. August in der BZ, anläßlich des Besuchs von Bundesumweltminister Dr. Peter Altmaier bei der EGW in Estern:

    „Ich verwahre mich gegen die beschönigende Bezeichnung „Biogasanlage“. Güllegas-Monstrum-Nordvelen trifft`s eher. Nach einem Gutachten der Bundesregierung wird sogen. Biogas nie einen nennenswerten Beitrag zur Erreichung der Energieziele leisten können.

    Worum geht es den WLV-Lobbyisten Röring (CDU) und Sümpelmann dann? Um nichts anderes als eine Fortführung des z. Zt. rückläufigen Geschäftsmodells „Biogas.“ Zielrichtung: Einstieg in die industrielle Massentiermast durch flächenentkoppelte Massentierhaltung. Die Velener und Gescheraner, „gefühlt“ liegt das geplante Güllegas-Monstrum eher auf Gescheraner Gebiet, ahnen nicht was auf sie zukommt.

    Industrielle Mastanlagen riesigen Ausmaßes im Umkreis von 30 km. Die Investoren dafür stehen Gewehr bei Fuß, schon heute! Damit einhergehend eine tiefgreifende Veränderung der bäuerlichen Struktur samt Münsterländer Parklandschaft. Die abebbende Biogaswelle mit all ihren negativen Auswirkungen war dagegen nur ein „Fliegenschiss.“ Von Natur- und Tierschutz ganz zu schweigen.

    Der Bürgermeister von Velen, Schulze Pellengahr, sollte sich wohl überlegen, ob er das seinen Bürgern wirklich antun will.“

    Franz-Josef Kunst
    -Freier Stadtvertreter-
    im Rat der Glockenstadt Gescher

  3. Klarseher // 3. August 2013 um 00:47 //

    Güllegasanlage, Massentierhaltung … ,alles etwas kompliziert und unverständlich.

    Für die Bürger im Kreis ist eine andere Frage entscheidend. Bekommt Röring die 12000€ Diäten im Einklang mit der Verfassung oder nicht? Die Verfassung erlaubt NEBENtätigkeiten. Röring hat aber nach seiner Wahl zum WLV Präsidenten als Abgeordneter diese Aussage verlautbart: Dokumentierter O Ton: „Das WLV Amt ist mein Hauptjob“. Nach Nebentätigkeit hört sich das nicht an.

    Wer Jura studiert und Interesse an d. Unabhängigkeit von Abgeordneten hat, kann ja mal an den Bundestagspräsidenten schreiben. „Beweismittel“ stelle ich gern per Mail zur Verfügung.

  4. Velenbürger // 2. August 2013 um 17:13 //

    Weisheit des Bürgers: Wenn du ein totes Pferd reitest, steig ab!
    Weisheit der Betreiber: Wir holen uns Unterstützung, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen!

    Nachdenkliche Grüße

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