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Podiumsdiskussion: Fastfood für’s Hirn, Valium für die Seele.


GESCHER (fjk). Als Veranstaltung von Jugendlichen für Jugendliche war der Anspruch des Freumesskreises, ehemalige Messdiener, bei der Konzeption der Podiumsdiskussion am Donnerstagabend auf dem Rathausplatz. Nichtwähler wollte man für die Kommunalwahl motivieren und den Politikern auf den Zahn fühlen.

Möglicherweise ist dies den Organisatoren um Jens Effkemann nicht gelungen. Zu artig, zu wenig jugendlich, zu kritiklos, zu angepaßt sahen die wenigen „neutralen“ Zuschauer den Auftritt der Ex-Ministranten. Nicht weniger aber auch nicht mehr als eine CDU-Wahlkampfveranstaltung. Schade, bei dem einzigen Event dieser Art wäre mehr drin gewesen.

Inhaltlich wurde eher „Fastfood“ geboten. Kritisches Hinterfragen der Moderatoren, Fehlanzeige. Als Matthias Homann, UWG, wagte darauf hinzuweisen, dass die Stadt seit dem Beginn der Ära Effkemann seine Schulden von 9 Millionen auf 22 Millionen explosionsartig vermehrt habe, erntete er von der Moderatorin ein „sehr unterkühltes Danke.“ und ein schnelles Ablenken vom Thema. (Video 0:55). Wenigstens die Frage, wie die Parteien die Haushaltsituation stabilisieren wollen, wäre angebracht gewesen. Der anwesende Bürgermeister atmete erleichtert durch!

Hochmoor fand in der Diskussion überhaupt nicht statt, auch nicht Vetternwirtschaft, Korrupition und Selbstbedienung im Rathaus. Welche Verantwortung dafür müssen die Parteien übernehmen? Ohne Filz bekanntlich keine Laus! Finanzchaos und drohende Pleite der Stadt… alles keine Themen für den Freumesskreis. Oder die spannende Frage: Soll das Dreierbündnis auch in der nächsten Legislaturperiode „regieren“, macht`s die CDU am Ende allein mit den Grünen?

Statt dessen verkündete CDU-Mann Kock, die CDU verfüge zur im nächsten Jahr anstehenden Bürgermeisterwahl 2015 über kompetente Kandidaten aus den eigenen Reihen. (Video 1:53) Die Namen bekannt zu geben, sei noch zu früh. Er meinte sich und den „Feuerwehrhauptman“ Christian Nolte, kein Stadtgeheimnis.

Wer auf feurige Diskussion mit den Zuschauern gehofft hatte, wurde enttäuscht. Fragen durften nicht „impulsiv“ gestellt werden. Nur schriftlich. Erst nach Prüfung durch Jens Effkemann (Video 1:25) ging`s zu den Moderatoren. „Erich hat in seiner Urne in Chile Beifall geklatscht,“ meinte ein Zuschauer kopfschüttelnd.

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