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Metelen: Neue Wege zur Finanzierung der Wirtschaftswege.

GESCHER/METELEN (fjk/pd). In Gescher tritt ein Arbeitskreis auf der Stelle, der sich mit dem Thema beschäftigt: „Wie sollen die Wirtschaftswege saniert werden, und natürlich mit der Frage wer das bezahlen soll. Flotter ist man da in Metelen im Kreis Steinfurt. Die 6.500-Einwohnergemeinde will ab Januar 2015 neue Wege gehn. Dann kümmert sich der „Wegeunterhaltungsverband Naendorf und Samberg“ um die Wege. Er wird getragen und finanziert von 560 Grundeigentümern.

Marode Wirtschaftswege: Wer soll die bezahlen?

Marode Wirtschaftswege: Wer soll die bezahlen?

Auf einer Tagung des Zentrums für Ländliche Entwicklung (ZeLE) und der Flurbereinigungsbehörden des Landes NRW in Olfen informierte Bürgermeister Helmut Brüning die etwa 200 Teilnehmer über das Modellprojekt, das der Kreis Steinfurt noch genehmigen muss. Rechtsgrundlage ist das Wasserverbandsgesetz (§ 2 Abs. 3). Die wichtigsten Grundlinien:

• Der Wegeverband hat eine eigene Satzung. Sie regelt, um welche Wege sich der Verband im Verbandsgebiet wie kümmert (Neubau, Ausbau, Unterhaltung) und wer die Verkehrssicherungspflicht trägt. Rückbauten sind im Einzelfall möglich. Für Brücken, Durchlässe, Seitengräben und -streifen ist der Verband nicht zuständig.

• Mitglieder sind die Gemeinde und alle Eigentümer sowie die Erb­bauberechtigten im Verbandsgebiet (Bauerschaften Naendorf und Bamberg). Auch die zwei größten 
Flächeneigentümer in Metelen, das Land NRW mit seinen Naturschutzflächen und die katholische Kirche, wollen beim Wegeverband mitmachen.

• Oberstes Organ ist der Verbandsausschuss. Er besteht aus sieben ehrenamtlichen Mitgliedern, wählt die Vorstandsmitglieder und setzt den Haushaltsplan fest. Der Vorstand (Vorsteher, zwei Stellvertreter) kümmert sich um die laufenden Geschäfte.

• Die Grundeigentümer und Erbbauberechtigten zahlen jährlich 26 €/ha. Die Gemeinde stellt für die Er­neuerung und Verbesserung der Wege 40 % der Investitionssumme (maximal 60 .000 €/Jahr) sowie 15 .000 €/Jahr für die laufende Unterhaltung bereit. Für den Ausbau stehen damit 150 .000 € pro Jahr (90.000 € Mitglieder, 60 .000 € Gemeinde) zur Verfügung.

• Der Verband stellt einen Unterhaltungs- und Ausbauplan für die Wege auf. Bei einer Komplettsanierung werden 80 .000 € pro Kilometer Weg veranschlagt. Das Jahresbugdet reicht für knapp 1,9 km. Da 55 km Wege in Naendorf und Samberg zu unterhalten sind, wird das gesamte Wegenetz in 30 Jahren saniert sein.

Das Modell stößt bei Landwirten und Kommunen auf großes Interesse. Das zeigte die lebhafte Diskussion in Olfen. Eigenleistungen der Anlieger (Landwirte, Gewerbebetriebe) sind nach Worten von Brüning denkbar. Mehr Bürgernähe könnte auch dadurch entstehen, dass sich die Anlieger wieder mehr um die Wege vor ihrer Haustür kümmern und Schäden frühzeitig dem Vorsteher anzeigen.

*Quelle: Landwirtschaftliches Wochenblatt.

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