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Kommunalwahl in Gescher: Zeichen stehen auf Schwarz-Grün.

GESCHER (fjk).CDU muss Federn lassen. Kein Erdrutsch“ titelt heute die Gescheraner Zeitung. Offensichtlich musste Lokalredakteur Jürgen Schroer den ganz dicken Pinsel auspacken, um das Wahlergebnis für die Konservativen schön malen zu können. Diese wurden nämlich mit 5% Miese vom Wähler abgestraft..

Zeit für eine Analyse warum die CDU abstürzte, welche Rolle  Bürgermeister Effkemann spielte, die SPD in fast gleicher Größenordnung zulegte, die Grünen sich als die besseren „Schwatten“ verkauften, die UWG sogar ein Direktmandat erringen konnte und die FDP sich auch in Gescher nicht dem Abwärtsstrudel des Liberalismus in Deutschland entziehen konnte.

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CDU (41,5% – minus 5,1%)
Ein Blick auf die CDU-Wahlergebnisse im Kreis Borken zeigt, dort wo die lokale CDU gute Arbeit vorlegt, hält sie bei Wahlen ihre führende Position, baut sie sogar aus. Beispiel: Borken und Rhede mit sattem Plus über 8%, Dort wo geschludert wird, bekommen die Konservativen die Quittung. In Legden, Heek und Gescher müssen die Konservativen Verluste bis zu 7% hinnehmen.

In der vergangenen Legislaturperiode hatte die Politik in Gescher wahrlich kein christlich, konservatives Gesicht. Den einzigen Erfolg der letzten Jahre, die Gesamtschule, buchten die Sozialdemokraten für sich. Finanzchaos, Steuererhöhung, Korruption und Vetternwirtschaft im Rathaus, die Defizite von Bürgermeister Effkemann und die Fehleintscheidungen der letzten Jahre… die mußten sich die „Schwatten“ auf den „Deckel schreiben lassen.“ Fazit: Die CDU ist nicht Nutznießer des Dreierbündnis CDU/SPD/Grüne, die Wurst haben ihnen andere… Grüne und SPD vom Butterbrot genommen.

SPD (24,7% – plus 4,3%)
Die Genossen haben strategisch gesehen fast alles richtig gemacht! Zu Beginn des Dreierbündnisses setzten sie geschickt das ursprünglich linke Bildungsmodell „Gesamtschule.“ durch… in Einklang mit den Wünschen der Bürger! So etwas wird honoriert! Der eher zurückhaltende Fraktionschef Ansgar Heming konnte sogar ein Direktmandat erringen. Gegen Ende gingen die Sozialdemokraten auf Distanz zum Bündnispartner CDU und dessen umstrittenen Bürgermeister, dem sie allerdings vorher noch eine millionenschwere Altersversorgung trotz leerer Stadtkassen zubilligten. Ein schwarzer Fleck auf der ansonsten sauberen roten Weste.

UWG (14,1% – plus 1,2%)
Knapp vor den Grünen sind die UWGisten jetzt drittstärkste Kraft im Rat der Stadt Gescher. Erst kurz vor der Wahl schlüpften sie wieder in die Rolle der Opposition. Dennoch… die Unabhängigen hatten sich mehr versprochen. 2 Sitze plus hätten drin sein können. Nicht zuletzt wegen des Überraschungscoups von Holger Beeke, der ein Direktmandat errang, darf sich die UWG mit als Wahlsieger fühlen.

GRÜNE (13,4% – plus 2,0)
Sind Gescher’s Grüne noch grün oder sind sie nur die anderen Konservativen?  2 Prozentpunkte der CDU-Verluste dürften direkt auf das Konto der Grünen gegangen sein. Die Grünen sind der Beweis, dass man  mit Nichtstun Wahlen gewinnen kann. In der vergangenen Legislaturperiode sind sie weder durch konstruktive Arbeit, Anträge oder sonstwie typisch grüne Politik im Rathaus in Erscheinung getreten. Enge Bindung an den Verwaltungsvorstand war eher ihr Markenzeichen. So scheint’s auch zu gehen.

FDP (6,4% – minus 2.3%)
Die lokale FDP konnte sich dem Abwärtsstrudel des Liberalismus in Deutschland nicht entziehen. Dabei hatten sie Chancen. Als einzige Fraktion stimmte die Truppe um Thomas Haveresch und Markus Kersten gegen die Stellplatzkungelei des Bürgermeisters und widersprachen  seiner zusätzlichen Altersversorgung. Diesen Bonus wollten oder konnten sie nicht in Wahlkampf umsetzen. Die Wähler erwarteten von der FDP deutliche Opposition. Die Hochmooraner FDP Kandidaten, allen voran Günter Hartmann ein „ewig Oppositioneller“ im bestem Sinne, verbuchten dagegen satte 16,2 %… für die FDP. Das hat Gründe.

FAZIT
Nach der Wahl ist vor der Wahl. Das Ergebnis dieser Wahl indes dürfte voraussichtlich Schwarz-Grün sein. Wenn die andern Parteien die wichtige Rolle einer funktionierenden Opposition erkennen, könnte das Wahlergebnis sogar ein Plus für Gescher sein.

Nicht weniger wichtig für die Zukunft unserer Stadt als die gestrige Kommunalwahl ist die Bürgermeisterwahl in einem Jahr. Die Bürger lechzen nach einer professionellen Besetzung dieser Stelle. Vertrauen in`s Rathaus, in den Bürgermeister und seinen Mitarbeitern. Nichts wünschen sich die Bürger in diesen Tagen mehr. Da wirkt die Mitteilung von Egbert Kock, CDU-Fraktionschef, die CDU habe mehrere eigene Kandidaten in ihren Reihen… geradezu als Bedrohung.

GZ – „Bündnisfrage noch völlig offen“

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