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„Blumenfreund“ vor dem Aus?

Franz-Josef Kunst

Franz-Josef Kunst

Gescher (fjk). Liebe Leserinnen und Leser des GescherBlog. Die Gescherer Zeitung titelt heute „Blumenfreund vor dem Aus?“ Stammleser   werden wissen, das der „Blumenfreund“ auch der Betreiber dieses Magazins ist. Es ist sehr schwer zu berichten, wenn man selbst existenziell betroffen ist. Natürlich wäre mein Beitrag emotionaler und vor allen Dingen mit mehr Hintergrundinformationen gewesen, als der  des GZ Redakteurs Jürgen Schroer. Ihm danke ich für seine korrekte Wiedergabe der Fakten. Hier deshalb eins zu eins was Sie auch auf der GZ-Internetplattform lesen können:

Ob die Kunden auch künftig im „Blumenfreund“ noch Schlange stehen, ist ungewiss. Mit einer Nutzungsänderung soll planungsrechtlich der Weg für den Einzug eines Fitnesscenters (Medi-Sports) geebnet werden. Foto: az

Ob die Kunden auch künftig im „Blumenfreund“ noch Schlange stehen, ist ungewiss. Mit einer Nutzungsänderung soll planungsrechtlich der Weg für den Einzug eines Fitnesscenters (Medi-Sports) geebnet werden. Foto: az

Gescher. (GZ/Jürgen Schroer).  Die Zukunft des „Blumenfreundes“ im Gewerbegebiet Süd ist weiterhin ungewiss. Bislang ist dieses Geschäft in den ehemaligen Sonnflor-Hallen angesiedelt. Der „Blumenfreund“ soll weichen, damit das Fitnesscenter Medi-Sports (bislang bei Deitert) hier einziehen kann. Voraussetzung dafür ist – wie berichtet – eine Änderung des Bebauungsplanes, um die Nutzungsänderung formal abzusichern. Diese Entscheidung fällt voraussichtlich im Februar, wenn der Bauausschuss das nächste Mal tagt.

Eigentümer des Objektes ist Thomas Wolbring, der die Hallen im Februar 2014 im Zuge einer Insolvenzversteigerung erworben hat. Der Coesfelder verweist darauf, dass „Blumenfreund“-Inhaber Franz-Josef Kunst lediglich 600 von insgesamt 1500 qm Hallenfläche nutze und dies auch nur zeitlich befristet. Deshalb sei er als Investor froh, einen Mieter für das gesamte Objekt gefunden zu haben. Das Mietverhältnis mit Kunst sei seit dem 23. Oktober gekündigt – „egal wie der Rat entscheidet“.

Wolbring weist darauf hin, dass die jetzige Ausweisung als Sondergebiet den Verkauf von Lebensmitteln ausschließe. Der Verkauf von Backwaren, Frischeprodukten, Wurstwaren, Eiern, Obst und Gemüse sei hier nicht vorgesehen. Die angestrebte Nutzung Fitnessstudio erfordere eine Änderung der Ausweisung zum Gewerbegebiet, wie es auch bei allen anderen Grundstücken in diesem Bereich der Fall sei. „Vieles, was der Blumenfreund verkauft, gehört in die Innenstadt“, sagt Wolbring und verweist auf verschiedene Leerstände, die Kunst für sein Geschäft nutzen könne, etwa bei Lammerding.

„Müssen wir raus, ist das das Ende vom Blumenfreund. 15 Leute verlieren ihre Arbeitsplätze“, erklärte Kunst auf Nachfrage. Das jetzige Geschäft funktioniere nur mit einem großzügigen Freiflächen- und Parkplatzangebot – das sei in Innenstadtlagen nicht gegeben. Es sei ausschließlich eine Entscheidung der Politik, ob sie die Umsiedlung eines Fitnesscenters für wichtiger erachte als den Erhalt eines gutgehenden Betriebes mit 15 Arbeitsplätzen und ob sie weitere 800 qm Leerstand in der Innenstadt produzieren wolle. „Was bringt dagegen die Umsiedlung eines Fitnesscenters von A nach B? Nichts, keine Arbeitsplätze, nicht einmal Gewerbesteuer“, bilanziert Kunst.

Der Investor habe vor dem Erwerb der Immobilie gewusst, was an dieser Stelle möglich sei und was nicht. Ein geltender Bebauungsplan müsse Arbeitsplätze sichern, schon deshalb sei er nicht beliebig. Offenbar wolle die Stadt den Erhalt von Arbeitsplätzen „der Gewinnoptimierung eines auswärtigen Investors unterordnen“. Kunst: „Das wäre traurig und macht mir und meinen Mitarbeitern Angst.“

Die Waagschale neigt sich offenbar zuungunsten des „Blumenfreundes“. In einer Mail an Parteikollegen und Kunst schreibt CDU-Fraktionssprecher Egbert Kock: „Die geplante neue Nutzung ist in den wichtigsten Aspekten glaubhaft begründet.“ Das passt zum Tenor der Verwaltung, die die Einleitung eines Änderungsverfahrens befürwortet.

*Quelle: Gescherer Zeitung

 

7 Kommentare zu „Blumenfreund“ vor dem Aus?

  1. Facebooker // 18. Dezember 2014 um 15:45 //

    Obwohl ich erst seit einem Jahr hier lebe würde mir der Blumenfreund total fehlen. Die Discounter sind austauschbar, Kennt man einen kennt man alle.

    Ich kaufe sehr gern und regelmäßig beim Blumenfreund ein. Der Zulauf ist ja auch nicht gerade gering und scheint für Menschen auch ein lieb gewonnener Treffpunkt zu sein. Keine Atmosphäre von Anonymität, man grüßt sich, ein kurzer Plausch, ein überschaubares, aber immer attraktives Angebot und nicht zuletzt, die Freundlichkeit der Angestellten.

    Wenn mir schon etwas fehlen wird, wie geht es dann den Menschen, die hier gross geworden sind. Es wäre für uns alle ein Verlust.

  2. Interessierter // 17. Dezember 2014 um 14:08 //

    Ich bin etwas irritiert. Ich bin davon ausgegangen, das die Mail einen offiziellen Status hätte, weil auch die Zeitung daraus zitiert hat. Es scheint aber eher eine emotionale persönliche Abrechnung zu sein, warum auch immer. Da hätte ich natürlich nicht um Veröffentlichung gebeten, weil mich die „Gefühle“ des Herrn Kock nicht interessieren.
    Zur Sache dieses:
    Zitat Kock:“ Im Kern der Sache ist es keine politische Entscheidung, die relevanten Informationen liegen jetzt vor. Angebot und Nachfrage. Mieter und Vermieter“
    Er sagt also, das es keine politische Entscheidung ist. Gleichzeitig führt er eine Kündigung des Mietvertrages (privat) als Hauptargument für seine Entscheidung an. Für mich nicht nachvollziehbar. Ich möchte aber hier nicht den Eindruck erwecken, daß ich mich für den Erhalt des Blumenfreundes einsetze. Ich möchte nur Fragen beantwortet sehen, insbesondere die Einstellung zur Planung der Innenstadt. Darum sollte es gehen.
    Und dieses noch. Ich verfolge Dinge genau. Die Gläubiger, die eine Zwangsversteigerung eingeleitet haben, sahen sich genötigt kräftig die Werbetrommel zu rühren. Sicher auch deshalb, weil immer klar war, das sich ein Herr Kunst mit seinen Mitarbeitern nicht einfach wehrlos auf die Straße setzen läßt. Er macht nun das was immer klar war, er kämpft um seine wirtschaftliche Existenz und die seiner Mitarbeiter. Und er macht das objektiv betrachtet mit fairen Mitteln bisher.
    Jedenfalls ist die beschriebene Besonderheit des Mietverhältnisses im Versteigerungspreis eingepreist. Herr Kock, der Verfechter von Angebot und Nachfrage (s.Oben), kann keine besondere Verpflichtung dem Investor gegenüber geltend machen.

    Ich schlage den streitenden Parteien vor sich zusammenzusetzen und eine befristete Verlängerung des Mietvertrages zu vollziehen und gleichzeitig eine „glaubwürdige“ Nutzungsänderung im Sinne einer guten Innenstadtentwicklung zu verhandeln. Das wäre ein fairer Kompromiss ohne Gesichtsverlust der handelnden Personen.

  3. Bauer j s // 17. Dezember 2014 um 01:19 //

    Ja fjk ….nach Lammerding und dann bist du nächster Nachbar von Grimmelt. … Die Vorschläge und Bemerkungen des Herrn Kock lassen auf eine tiefgründige Schlammschlacht schließen ! Da der Herr Kock jedoch im Glashaus sitzt wird er sich auch schnell wieder fangen . 😉

  4. @ Interessierter
    Kein Problem, hier unkommentiert:

    Hallo Franz-Josef,

    ja, es gibt Dinge die ich Dir sagen kann:

    1.) Die Dinge und Umstände denen wir begegnen liegen meistens in uns selbst begründet. Somit ist es an Dir Deinen „Kram“ selbst aufzuräumen. Die Ursachen und Umstände im Äußeren zu suchen ist leicht. Die „Politik“ schon mal im Vorfeld als „verantwortlich“ herbeizurufen zeigt welchen Grad von Verantwortung Du für Deine Leute, für Deinen Laden und für Dich selbst wahrnimmst. Ich empfehle Dir mal nach Innen zu horchen und zu definieren was Du wirklich willst.

    2.) Im Kern der Sache ist es keine politische Entscheidung, die relevanten Informationen liegen jetzt vor. Angebot und Nachfrage. Mieter und Vermieter. Eigentümer und Nutzer. Die politischen Nutzungsbestimmungen in dem „gewerblichen Sondergebiet“ sind lange überholt und wiedersprechen sowohl der aktuellen Nutzung und meinem/unserem Verständnis von möglichen politischen Maßnahmen zur Innenstadtbelebung. Etwas an einer Stelle verbieten hat noch lange keine belebende Wirkung an anderer Stelle. Positive Signale sehen anders aus.

    3.) Zur Sache: Der Eigentümer hat Dir bereits die Räumlichkeiten gekündigt. Wenn Du daraus eine Liquidierung des Blumenfreundes ableitest, dann lese nochmal unter Punkt 1 nach. Die geplante neue Nutzung ist in den wichtigsten Aspekten glaubhaft begründet. Wäre schön wenn dein fluktuierender Laden in die Innenstadt ziehen könnte. ( Lammerding vielleicht? )

    Mit freundlichen Grüßen

    Egbert

  5. Interessierter // 16. Dezember 2014 um 19:51 //

    Zitat aus der Zeitung: CDU-Fraktionssprecher Egbert Kock: „Die geplante neue Nutzung ist in den wichtigsten Aspekten glaubhaft begründet.“ Ich habe nach mehrmaligen Lesens keinen Sinn dieser Aussage entdecken können. Die Nutzung des Salzstocks Gorleben als Atommüllendlager ist vom Betreiber auch „glaubhaft begründet“. Ich kann mir überhaupt keinen Bauantrag vorstellen der nicht „glaubhaft begründet“ ist. Kock hat abzuwägen, was für Gescher gut ist. Um Glaubwürdigkeit geht es eigentlich nicht. Ich bin mir sicher, dass die CDU schon viele richtige Entscheidungen getroffen hat. Diese Entscheidungen sind oft auch auf Basis von Faktenlagen getroffen worden, die dem Otto – Normalbürger nicht zur Verfügung stehen. Möglicherweise ist das auch hier so weil die CDU gesagt hat, dass man Gespräche führen müsse. Gespräche mit wem? IT – Unternehmen? „Altvermieter“ Innenstadt? Genaues weiß man nicht. Ich schlage vor nur noch nichtöffentliche Ratspolitik zu machen. In Wahlkämpfen kann man sich dem Bürger (Stimmvieh) etwas nähern, aber sonst muss der Bürger die Klappe halten. Nochmal. Man kann so oder so entscheiden. Aber bitte verständlich begründen… Danke!
    Ps
    Kann man die Mail von Kock mal online stellen?

  6. GÜNTER W // 16. Dezember 2014 um 16:26 //

    WENN DAS SO IST WIE MAN HIER ES LESEN KANN
    UND DER BLUMENFREUND DER SCHON VIELE VIELE JAHRE
    IN GESCHER SEINEN GUT UND GÜNSTIG LADEN HAT,
    WO GESCHERANER UND ABER DEN NACHBAHRSTÄDTEN ZU IHM
    KOMMEN RAUSGEHWORFEN WIRD. NUR WEIL DORT EINE MUCKIBUDE HIN SOLL,
    DANN KANN GESCHER BALD EINPACKEN.
    DANN IST SIE NICHT MEHR DIE GLOCKENSTADT SONDERN DIE TOTEN STADT WO DANN
    NOCH DIE GLOCKEN LEUTEN HÖREN KANN
    MFG AN DEN RAT
    Ps.
    HOFFENDLICH HABT IHR SCHÖNE WEIHNACHTEN

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