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Wellbergener sammeln 120.000 Euro für ihren Lebensmittelmarkt!

OCHTRUP:  (bbv net). Über die alte Theke hat schon jeder hier im Dorf seine Lebensmittel gezogen. Wurst, Brötchen und Milch haben in den Jahren das weiße Furnier bis aufs Holz abgeschliffen. Mütter, Väter, Kinder, der Pastor und die Feuerwehr-Kameraden, alle kaufen sie bei „Weßels“ ein und bekommen zum Kassenbon auch noch das Neueste aus dem Ort.

Die Wellbergener bei Ochtrup haben ihr Lebensmittelgeschäft gerettet. Doch wie sieht es in Hochmoor aus? Edeka Vogt ist der letzte von einstmals 4 Lebensmittelgeschäften in dieser Ortschaft. Was wenn auch "Josef" den Schlüssel umdreht?

Die Wellbergener bei Ochtrup haben ihr Lebensmittelgeschäft gerettet. Doch wie sieht es in Hochmoor aus? Edeka Vogt ist das letzte von einstmals 4 Lebensmittelgeschäften in dieser Ortschaft. Was, wenn auch "Josef" den Schlüssel umdreht?

„Habt Ihr es schon gehört? Es hat geklappt!“, sagen die Kunden an diesem Samstagmorgen immer wieder und meinen: Die Einwohner des Ochtruper Ortsteils Welbergen haben in vier Tagen 120 000 Euro gesammelt, um den kleinen Lebensmittelladen zu erhalten. Die Dorfgemeinschaft will das Geschäft, das zum Verkauf stand, jetzt als Genossenschaft weiter führen.

Welbergen: 1200 Einwohner, eine kleine Grundschule, zwei Gaststätten und seit 1928 mittendrin der „Frischmarkt Weßels“. Der ist schon lange kein richtiger Supermarkt mehr. Er ist Tante-Emma-Laden und Kommunikationsmittelpunkt. „Man trifft sich, man kennt sich“, sagt Maria Weßels über ihre Kundschaft. Seit 33 Jahren führt sie mit ihrem Mann Bernhard das Geschäft . Als die beiden im Januar erklärten, dass sie sich zur Ruhe setzen und den Markt verkaufen wollten, hatten acht Welbergener die Idee, den Laden als Genossenschaft weiterzuführen. Sie trommelten das Dorf zusammen, warben um Mitglieder und Kapital. Ihnen war klar: Schließt auch noch das letzte Geschäft, wird der Ortsteil zum reinen Wohnviertel.

Die Rettung für Tante Emma ist teuer: Die acht kalkulierten, dass sie für den Kauf des Gebäudes, für Umbaumaßnahmen, Steuern und Makler 197 000 Euro brauchen. Die Genossenschaft müsse 120 000 Euro aufbringen, der Rest mit einem Kredit finanziert werden. „Wir müssen schnell handeln. Wenn der Laden einmal zu ist, wird es hier keinen mehr geben“, prophezeite Mitinitiator Rolf Kockmann bei einer Bürgerversammlung.

Vier Tage später ist klar: Der Ort bekommt seinen ganz eigenen Dorfladen. Mehr als 300 Privatpersonen und Firmen aus Ochtrup-Welbergen und Umgebung haben bereits 120 000 Euro eingezahlt. Obendrauf gibt es noch Zusagen von Familien, die für die Mindesteinlage von 250 Euro noch sparen wollen. Und egal wie hoch die jeweilige Einlage ist, in der Genossenschaft hat jedes Mitglied eine Stimme – ein demokratisches Mitspracherecht, wie der Laden in Zukunft geführt werden soll.

Es ist Samstagmittag, kurz vor Ladenschluss. Die letzten Kunden stehen bei Maria Weßels vor der Theke. Draußen stoßen die acht Initiatoren auf ihren Erfolg an. Im Laufe des Jahres wird das Ehepaar an die Genossenschaft verkaufen. Vielleicht wird dann auch die alte Ladentheke durch eine moderne ersetzt. „Nein! Auf keinen Fall“, sagt Hubert Steinlage, einer der Initiatoren, lachend „bei einer modernen Scanner-Kasse könnte ich ja gar nicht mehr anschreiben lassen.“

Quelle: bbv net.

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