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Gescher: „Freie Fahrt für die Katzenliebe“

BM Kerkhoff: Keine abstrakte Gefahr durch ungehemmte Vermehrung von Katzen.

Gescher (fjk). Katzen und Kater dürfen in Gescher auch weiterhin ungehemmt Nachwuchs zeugen. Das beschloss am Mittwochabend der Hauptausschuss der Stadt Gescher. Lediglich die Grünen votierten für eine Katzenverordnung zur Verhinderung der unkontrollierten Fortpflanzung von Hauskatzen. Alle anderen Fraktionen folgten dem Vorschlag von Bürgermeister Kerkhoff. Der sah -man mag es kaum glauben-  keinen Handlungsbedarf: „Eine abstrakte Gefahr besteht nicht,“ so der Verwaltungschef.

Österreich schreibt seit kurzem die Kastration aller Freigänger-Katzen gesetzlich vor. Dort hat man das Problem erkannt: Hauskatzen mit Freigang und Streunerkatzen paaren sich – mit erschreckenden langfristigen Folgen. Unkastrierte Katzen können zweimal im Jahr vier bis sechs Junge werfen. Hochgerechnet erhält man auf eine Katze und ihre Nachkommen innerhalb von sieben Jahren eine Katzenfamilie von 420.715 Tieren. Nur die Stadt Borken hat eine sogen. Katzenverordnung.. als einzige Kommune im Kreis Borken.

Das wirkliche Problem ist die zunehmende Zahl von verwilderten Hauskatzen. Allein in Deutschland gibt es schätzungsweise 2 Millionen verwilderte Katzen, die sich rasant vermehren. Wenn es gelänge, die Bestände verwilderter Hauskatzen zu reduzieren, könnte das Problem auf ein erträglicheres Maß verringert werden.

Über 8 Millionen Katzen in Deutschland töten viele Millionen Vögel. Amerikanische Studien kamen zu dem Ergebnis, dass jedes Jahr in den USA zwischen 1,4 und 3,7 Milliarden Vögel und zwischen 6,9 und 20,7 Milliarden kleine Säugetiere von Katzen getötet werden. Diese Zahlen lassen sich nicht so einfach auf Deutschland übertragen und viele Fachleute gehen  von geringeren Zahlen aus. Doch jährlich 5 bis weit über 20 Vögel töten viele „Hauskatzen mit Ausgang“ allemal.

Claudia Saalmann

Das „Naturschutz-Argument“ spielte in der Diskussion im Hauptausschuss  keine Rolle. Nur die  „Grüne“  Claudia Saalmann setzte sich vehement für eine Regulierung der Katzenflut ein. Ihr war auch der Tierschutz ein wichtiger Aspekt. Nach wie vor würden gerade in der Landwirtschaft Katzen -vornehmlich junge Katzen- ertränkt und erschlagen. Es sei allemal besser, Katzen  zu kastrieren und zu sterilisieren als sie zu töten, meinte Claudia Saalmann. „Man muss Sorge dafür tragen, dass die ungehemmte Vermehrung gebremst wird.  Die Gemeinschaft kann die Folgekosten auf Dauer nicht tragen. Die Tierheime quellen jetzt schon über.“

Der Vorwurf an die Landwirtschaft rief  Ex-Landwirt Hermann Upgang Rotert auf den Plan. Es sei eine Unverschämtheit Landwirte oder Bewohner des Aussenbereichs zu beschuldigen, sie würden wahllos Katzen ertränken oder erschlagen. Er kenne viele Landwirte die vernünftig mit Katzen umgingen. Zudem gebe es viele Bereiche in denen man nicht artgerecht mit Tieren umgehe. Weniger in der Landwirtschaft als in der Stadt. Dort würden beispielsweise viel zu große Hunde in viel zu kleinen Wohnungen gehalten.

 

Mit freundlicher Empfehlung..



1 Kommentar zu Gescher: „Freie Fahrt für die Katzenliebe“

  1. Ingrid Bergmann // 18. März 2017 um 15:12 //

    Natürlich besteht keine Gefahr durch die Katzenschwemme bei den Menschen. Aber die Katzen selber sind gefährdet. Durch die uferlose Vermehrung zweimal im Jahr gibt es viele Krankheiten, die weiter auf die Katzen übertragen werden. Die Kleinen sterben zudem elendig oft an Katzenschnupfen, werden überfahren, nicht medizinisch versorgt, nicht gefüttert. Außerdem sind die Tierheime in jedem Jahr überfüllt durch abgegebene Babykatzen, vornehmlich aus der Landwirtschaft. Wann werden die Politiker mal schlau und schauen über den eigenen Tellerrand? Schade, nicht einmal der neue Bürgermeister ist besser. Die Gescheraner Politiker kommen wohl vornehmlich aus der Landwirtschaft und Jägerschaft. Und da wird für eine Kastration wohl nicht gerne Geld ausgegeben. Übrigens sind kastrierte Katzen auch die gesünderen Katzen, und sie fangen genauso viele Mäuse und Ratten.

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