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Wer hat schon Schwalben gesehen?

Schwalben haben`s nicht leicht, Nester zu errichten!

Gescher (pd/nabu). Was bei den Pflanzen die Apfelblüte, ist bei den Vögel das Erscheinen der Schwalben: Kommen die schnittigen Flieger aus Afrika, hält der Frühling endgültig Einzug. Leider nehmen die Schwalbenbestände von Jahr zu Jahr ab.

Daten über die Ankunftszeiten der Schwalben und andere Beobachtungen können für die Erforschung der Bestandsentwicklungen und einer möglicherweise wegen des Klimawandels auftretenden Verschiebung der Rückkehrtermine hilfreich sein. Außerdem lässt sich an den Daten ablesen, wo die Tiere nach wie vor heimisch sind, denn leider haben es die Schwalben nicht leicht.

Der Fokus dieses Aufrufes liegt auf der Rauchschwalbe (Hirundo rustica) und der Mehlschwalbe (Delichon urbica), weil die beiden Arten recht gut zu erkennen sind. Daneben kommen bei uns noch Uferschwalben (Riparia riparia) und neuerdings im Südzipfel der Republik auch einige wenige Felsenschwalben (Ptyonoprogne rupestris) vor.

Rauch- wie Mehlschwalbe haben es beide nicht leicht, weil sie immer weniger Flächen finden, die nicht versiegelt sind und sie mit Lehm für den Nestbau versorgen können. Auch kommt es bedauerlicherweise trotz der Tatsache, dass die beiden Arten besonders geschützt sind, mitunter zur Zerstörung ihrer Nester. Die Begründung ist meist, dass die Anwohner sich durch den Kot der Vögel belästigt fühlen. Dabei kann man mit Kotbrettern, die ein Stück unter dem Nest an der Wand angebracht werden, einen großen Teil der „Hinterlassenschaften“ der Vögel leicht auffangen.

Ebenfalls problematisch ist, dass beide Schwalbenarten vor allem an Neubauten oft keine geeigneten Dachvorsprünge mehr finden, unter denen sie ihre Nester errichten könnten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, spezielle Nisthilfen für die Vögel anzubieten oder bei der Planung eines Neubaus entsprechende Details zu berücksichtigen, damit sich Schwalben später am Haus zum Brüten ansiedeln können.

Rauch- und Mehlschwalbe werden in der neuesten bundesweiten Roten Liste inzwischen als „gefährdet“ eingestuft, die Uferschwalbe steht auf der sogenannten Vorwarnliste.

Direktmeldelinks beim NABU-Naturgucker:

Rauchschwalbe
Mehlschwalbe
Uferschwalbe
Felsenschwalbe

Mit freundlicher Empfehlung..



2 Kommentare zu Wer hat schon Schwalben gesehen?

  1. Andreas // 12. April 2017 um 15:27 //

    Hallo Herr Althaus, ich denke da muss man anders rechnen. Wir haben einen extremen Wandel – nicht nur bei der Energiewende und Vogelschredderanlagen sondern auch in der Landwirtschaft. Die Bauern sind die einzig kompetente Berufsgruppe die über Schwalben was sagen können. Es liegt natürlich nicht an mangelnden Nistmöglichkeiten wie die Dummköpfe vom NABU das behaupten sondern wichtig ist die Kombination aus Nahrung (Fliegen) und ruhige Ecken in alten Ställen wie sie damals üblich waren auf Tennen. Die alten Bauern waren noch so schlau um zu wissen, dass man rechtzeitig im Frühjahr ein Fenster öffnen musste damit die Schwalben in ihr Sommerquartier zurück konnten. Nicht selten waren in der guten alten Zeit fünf Schwalbennester auf einem Hof.
    In den Achtzigern habe ich eine Arbeit über den Strukturwandel in der Landwirtschaft geschrieben und kann mich an die Zahl 650000 Bauern in Deutschland ohne Ostdeutschland erinnern. Heute sind es noch 270000 mit Ostdeutschland. Wenn also im Westen rund 400000 Höfe dicht gemacht haben, hat man schnell 1,6 Mio. Schwalbennester weniger, weil die nur da sind wo auch Vieh steht.
    Natürlich gibt es in allen Branchen Strukturwandel. Das ist normal. Nicht normal sind CDU Politiker wie Röring die das noch beschleunigt haben. Und dessen ehemaliger Azubi ist heute in Gescher Bürgermeister und insofern liegen Sie nicht falsch mit der „Schuldfrage“ in Gescher. Er hat sogar die Amprion nach Gescher eingeladen eine Naturzerstörung hier zu veranstalten ohne jede Not. So war sein Statement zu verstehen, als er die Frage der UWG im Rat beantwortet hat.
    Wahltag ist Zahltag. Da Grüne unwählbar sind wie die AfD (gleiche Stufe in der Populistenskala), wird es schwer am Wahltag. Zuhause bleiben denke ich.

  2. Ulrich Althoff // 12. April 2017 um 09:56 //

    Scheinbar ist Natur-und Landschaftsschutz kein Thema in Gescher!
    Die Verkehrsberuhigung der Armlandstrasse ist für viele Gescheraner interessanter.
    Der obige Trickfilm Windenergie vs. Naturschutz besagt alles. Die Windkraftanlagen sind Schreddermaschinen für alle Flugtiere.
    Um in Deutschland die Dekarbonisierung der Energieerzeugung bis 2050 zu erreichen, müssen noch mindestens 120tausend Windkraftanlagen, hauptsächlich im Norden Deutschlands, aufgestellt werden!
    Dieses bedeutet die Vernichtung vieler, vielleicht aller, Vogelarten!

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