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Gastrasse: Bauern mit Entschädigungsregelungen nicht einverstanden

Kosten für Erdverkabelung steigen stark an.

Gescher (fjk/focus). Erst stellten sich die Bürger quer, als es um den milliardenschweren Ausbau des Stromnetzes zugunsten der Energiewende ging. Ende 2015 wurde deshalb das Erdkabelgesetz erlassen. Darin wird festgehalten, dass die geplanten Nord-Süd-Verbindungen hauptsächlich unter der Erde verlegt werden sollen. Doch gegen diesen Beschluss laufen die deutschen Bauernverbände nun Sturm. Sie wollen mehr als nur eine Einmalentschädigung für Erdverkabelung, egal ob Gas oder Strom.  

Das geht aus einem Schreiben des Generalsekretärs des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken hervor, das der „Welt“ vorliegt. Der Brief ist adressiert an Rainer Baake, den für die Energiewende zuständigen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium.

Krüsken kritisiert darin, dass die bisherigen Regelungen nur Einmalzahlungen zur Entschädigung von Landwirten vorsähen, wenn es zu Ernteausfällen, Folgeschäden und sogenannte allgemeine „Dienstbarkeiten“ beim Verlegen der Erdkabel kommen sollte.

Eine Gastrasse, das sogen. Zeelink-Projekt, soll zukünftig -aus Richtung Hochmoor kommend-   als Erdkabel über Gescheraner Gebiet gehen. Der Widerstand dagegen mehrt sich. In der Bauernschaft Tungerloh-Pröbsting ist Landwirt Andreas Heumer Anlaufstelle für „Zeelink-Kritiker“.  Heumer ist mit seiner Hofstelle selbst betroffen. 

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Unterirdische Verlegung der Kabel verfünffacht die Kosten
In ihren früheren Schätzungen ging die Bundesregierung davon aus, dass lediglich für den Ausbau der Hochspannungsnetze bis zum Jahr 2024 Kosten von rund 18 Milliarden Euro anfallen würden. Doch selbst diese Einschätzungen stammen aus der Zeit vor dem Erdkabelgesetzt.

Denn wie die „Welt“ berichtet, würde bereits die unterirdische Verlegung der Kabel ein Verfünffachen der bisher angenommenen Kosten bedeuten. Laut dem zitierten Schreiben von Krüsken falle die geforderte Strom-Maut im Vergleich zu den Mehrkosten der Erdverkabelung nur gering aus.

Bauern könnten dreistellige Millionenbeträge erhalten
Auf Nachfrage der Zeitung erklärte das Bundeswirtschaftsministerium, dass es noch keine genauen Schätzungen darüber gebe, wie viel Geld die deutschen Bauern mit ihren aktuellen Forderungen pro Quadratmeter Erdkabel und Quadratmeter Freileitungen erhalten würden. Doch es könnte letztendlich auf dreistellige Millionenbeträge hinauslaufen.

Quelle: Focus

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2 Kommentare zu Gastrasse: Bauern mit Entschädigungsregelungen nicht einverstanden

  1. fragender Bürger // 25. April 2017 um 19:37 //

    Ja, ja die Energiewende! Diese lohnt sich auf jeden Fall, nur für die Netzbetreiber und der Michel zahlt schon! Für wie blöd hält man eigentlich die Bürger in diesem Land? Und das alles wird nur noch durch Aktionismus ausgelebt. Energiewende versteh ich auf jeden Fall anders!

  2. Andreas Heumer // 25. April 2017 um 18:27 //

    Sehr schön wenn hier das Thema aufgegriffen wird und irgendwann mal Schritt für Schritt klar wird, wie gravierend diese Planung sich auswirken wird. Man geht oft fälschlich davon aus, dass das nur ein Problem der Bauern ist, wo ein Baugraben geöffnet und wieder zu gekippt wird.

    Nein, es geht nach Ansicht des Kreises Borken sogar um die Trinkwasserversorgung in Gescher. Wir beziehen unser Trinkwasser aus dem Wasserschutzgebiet Velen. Beide Wasserschutzgebiete in Velen und noch weitere südlich sind betroffen und der Kreis befürchtet eine Nitratanreicherung durch erhebliche Erdbewegungen. (Anmerkung: Das Trinkwasser in Gescher ist derzeit von sehr hoher Qualität und völlig unbelastet)

    Die richtige Anlaufstelle für interessierte Bürger ist in erster Linie der Bürgermeister. Er sollte Anwalt der Bürger sein und er ist nicht Verfassungsrichter. Zum zweiten mal gibt unser Bürgermeister falsche Bewertungen ab. Zuerst als es um die Möglichkeit der Erdverkabelung in Estern ging und nun hat er im Rat eine Anfrage der UWG sicher schädlich und höchstwahrscheinlich falsch für Gescher öffentlich beantwortet.

    Es geht bei der Gaspipeline Zeelink immer noch darum, was die beste Trassenführung ist und hier stellt der Kreis Borken fest, dass die Trasse westlich von Borken KEINE Wasserschutzgebiete tangiert.
    Es ist fraglich, ob es noch möglich ist, die Diskussion auf die Transportalternative NL zu richten. Aus einem Schreiben des Wirtschaftsministeriums geht zwar hervor, dass die Alternative ernsthaft beraten wurde aber man sich dann doch für die 300 Mio. teurere Zeelink 1 und 2 entschieden hat. Fraglich ist, ob es Verfahrensfehler gibt weil die Öffentlichkeit nicht ausreichen und rechtzeitig informiert wurde.

    Anlaufstelle bin ich gern wenn es um das skandalöse Verhalten des WLV Bauernverbandes und Herrn Sümpelmann geht. Der ist eigentlich Kraft seines Amtes „Anwalt der Bauern“, führt diese aber auf unglaublich linke Art hinters Licht. Man könnte fast von „Mandantenverrat“ sprechen. Dies kann man schlecht öffentlich machen, weil wenn das rauskommt, erklärt man die Bauern nur noch für bekloppt.

    Eine Info ist noch wichtig. Nicht nur Grundeigentümer sondern auch Wohnhäuser im 350 Meter Radius zur geplanten Pipeline haben im Planfeststellungsverfahren ein Widerspruchsrecht und daraus ableitend und aus Erfahrung anderer Verfahren Anspruch auf Entschädigung. Auch an dieser Stelle hätte ich mir einen informativeren Bürgermeister gewünscht.

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