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„Die Herren Stadtvertreter ruinieren unsere Stadt..“

Armlandstrasse ab 1. Mai ganzjährig gesperrt.

Gescher (fjk). .. so der entsetzte Kommentar eines Geschäftsmannes als am Ende das Schicksal der Armlandstraße besiegelt war. Stundenlang mussten die Geschäftsleute, meist Einzelhänder,  warten bis ihr Tagesordnungspunkt aufgerufen wurde. Am Ende verließen sie bitter enttäuscht den Ratssaal: Mit den Stimmen von Grünen, SPD, Teilen der CDU und bei Gegenstimmen von FDP und UWG votierte der Rat am Mittwochabend für die Beibehaltung des Beschlusses vom Bau- und Planungsausschuss, die Armlandstraße ab 1. Mai ganzjährig zu sperren und nicht wie gewünscht ganz frei zu geben. 

Mehrfach im Verlauf der Diskussion sprach sich Bürgermeister Kerkhoff für eine Öffnung der Armlandstraße aus. Er nannte als Beispiel den Hauskamp.  Dort könne man durchaus von einer Geschäftsstraße reden, und der dort herrschende Verkehrsfluss würde zweifellos seinen Beitrag dazu leisten.

Fritz Leppkes, CDU

Fritz Leppkes, CDU, ergriff als erster das Wort. Er kritisierte die Stadtmarketing GbR. Sie habe vertrauliche Gespräche in die Presse lanciert, dass sei der Sache nicht zuträglich gewesen.  Politik und Verwaltung könnten nur Rahmenbedingungen schaffen, für die Attraktivität ihrer Geschäfte müssten die Gewerbetreibenden  selber sorgen, so Fritz Leppkes: „Der Einzelhandel muss sich schon selbst am Schopf aus dem Sumpf ziehen.“ Die Situation am Vorhandensein eines Pollers festmachen zu wollen, sei ihm zu wenig.

Er wolle aber zu einem tragfähigen Kompromiss kommen, um Ruhe und Sachlichkeit in die Situation zu bringen.  Daher stellte Leppkes den Antrag, den Beschluss des Bauauschusses auf Vollsperrung der Armlandstraße bis zum 3. 10. 17 beizubehalten. In dieser Zeit sollten unabhängige Institute, auch die IHK, feststellen, welche Auswirkungen Öffnung oder Sperrung der Armlandstraße hätten.

Andreas Langer, SPD,  war kompromisslos für eine Vollsperrung: „Gescher ist kein Straßendorf mehr. Die Innenstadt ist heute ein eigenständiges Quartier, aber nicht dort.“ Die Schließung der Armlandstraße sei wichtig für die Qualität der Innenstadt: „Hier ist kein Raum für Wunschdenken und kein Raum für Verzagtheit,“ sagte der Sozialdemokrat. Eine andere Verkehrsführung, nämlich die Schließung der Straße,  auf diesen 150 mtr. sei der erste Schritt für eine Belebung der Innenstadt. Er forderte den Beschluss des Bau- und Planungsausschusses auf ganzjährige Vollsperrung der Armlandstraße zu bestätigen.

Auch Günther Schültingkemper, CDU,  beharrte auf ganzjährige Sperrung. Er forderte allerdings begleitende Maßnahmen. So solle die Verwaltung bis Ende des Jahres das Konzept eines Verkehrsleitsystemes vorlegen.

Thomas Haveresch FDP

Thomas Haveresch (FDP) stand auf verlorenem Posten. Die FDP beklagte, dass die Fraktionen über keinerlei Fakten für eine Entscheidung mit solcher Tragweite verfügten. Die Kaufmannschaft habe bereits im  Herbst vergangenen Jahres ihren Antrag gestellt. Die Verwaltung habe Zeit genug gehabt, Fakten zu liefern. Beispielsweise durch eine Verkehrszählung. Er verwies auf Hochmoor, wo so verfahren worden sei: „Ohne Faktenlage kann und will die FDP-Fraktion keine Entscheidung treffen.“ Deshalb schlug er vor, die Armlandstraße ab sofort zu öffnen, und in der kommenden Zeit Erfahrungen und Fakten mit einer geöffneten Armlandstraße zu sammeln.

Bürgermeister Kerkhoff wollte das nicht auf sich sitzen lassen. Es sei von der Politik gewünscht gewesen, im alten Jahr keinen Beschluss mehr zu fassen. Verkehrserhebungen hätten schließlich Kosten verursacht.

Der Bürgermeister sah die Fraktionen „ein Stück weit in der Verantwortung.“ Die hätten den Bürgerantrag mit flankierenden Anträgen begleiten können oder müssen. „Natürlich können wir in der kommenden Woche auf die Installierung des Pollers verzichten,“  dafür bräuchte er aber einen entsprechenden Beschluss, sagte der Bürgermeister.  Nach seiner Meinung sei eine Freigabe der Armlandstraße durchaus ein Gewinn, insofern könne er sich dem FDP-Antrag auch anschließen. Kerkhoff, fast schon resignierend: „Bei den Wortbeitragen bisher gehe ich aber nicht davon aus, hierfür eine Mehrheit zu finden.“

Werner Bönning, UWG, wollte den Leppkes-Vorschlag unterstützen. Die Armlandstraße solle in der nächsten Woche geschlossen werden und die Verwaltung mit der Erarbeitung einer Faktenlage beginnen.

„Der Beschluss des Bau- und Planungsausschusses war eindeutig. Alles andere sind faule Kompromisse,“ triumphierte Wolfgang Brüggestrath von den GRÜNEN.

Die hatten sich mit ihrem Antrag zur Vollsperrung letztendlich durchgesetzt. Erkenntnisse brauche man nicht: „Wir leben in dieser Stadt,“ so der Grüne. Seine Fraktionskollegin Angelika Dapper-Schneider sah auch das Klima betroffen. Es sei notwendig zu überlegen, wie man Belastungen des Autoverkehrs auf andere vermeide, so die GRÜNE in Ergänzung ihres Kollegen.

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12 Kommentare zu „Die Herren Stadtvertreter ruinieren unsere Stadt..“

  1. Andreas // 29. April 2017 um 00:46 //

    Ich für diesen Bürgermeister absolut kein Mitleid empfinden weil er nicht mehr unter „Graupen“ leidet als jeder andere hier…
    Er hat auch kein Abstimmungsschlappe erlitten weil dafür ist das Thema zu schwach und die Entscheidung nicht endgültig.

    Zunächst sollte man die Sperrung lassen um die Ratsschänke zu retten. Dann kann die Pro Gescher Unterschriften sammeln und einen Bürgerantrag stellen auf Öffnung. (Wäre mal interessant zu wissen, ob die Grüne Verbotspartei bei einem Bürgerantrag auch Gegenanträge stellen kann?)
    Wer Grün wählt, ist selbst schuld. Die werden möglicherweise den Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt aus Klimaschutz verbieten und so weiter….. und Fleisch natürlich auch ….

  2. H.pollmann // 28. April 2017 um 22:49 //

    Der Bürgermeister tut mir Leid, bei so viel „Graupen“.

  3. H.pollmann // 28. April 2017 um 22:23 //

    Das seh ich auch so. Wie kann mann so eine schoene Stadt so herunter wirtschaften? Freunde von mir aus Köln können das auch nicht verstehen!!!

  4. Ich verstehe es nicht mehr man müste unsere stadtvertreter sofort abwählen die sich für so einen mist endscheiden können denn dieses kleine stuck bringt rein garnichts ausser einer Eisdiele etwas haben unsere Politiker auser stroh noch was anderes im kopf solche brauchen wir bestimmt nicht

  5. H.pollmann // 28. April 2017 um 21:15 //

    Gescher ist „natürlich anders“, wo nicht einmal der Bürgermeister seine Meinung durchsetzen kann. Man kann nur hoffen, dass er in Zukunft mehr an Einfluss gewinnt

  6. Poahlbürger // 27. April 2017 um 21:52 //

    Die Geschäftsleute in Gescher glauben doch wohl selbst nicht daran,dass ein Vollsperrung der Armlandstrasse mehr Umsatz bringt.
    Sie selber waren es doch, die in den 70ger bis 80ger Jahren keine Konkurrenz zuließen. Jetzt ist es Jammern auf hohem Niveau.
    Wie heißt es so schön Gescher im Dornröschenschlaf !!!!!

  7. Fragender Bürger // 27. April 2017 um 21:29 //

    So ganz verstehe ich die Aufregung nicht. Die Armlandstraße kenne ich nur als gesperrt, erst mit Blumenkübel und dann mit Poller. Die Kirche ist dennoch von 3 Seiten erreichbar. Durch die Verlagerung der Gastronomie auf die Gehwege entsteht durch den Straßenverkehr eine außerordentliche Gefahrenstelle. Wenn dieses Thema so schwierig ist, dann weiß ich nicht was bei den Themen Wirtschaft und Jugend noch alles passiert. Zurück zum Thema. Ist es wert im Sommer darauf zu verzichten draußen ein Eis zu essen oder mit Freunden ein Bier zu trinken? Wenn die Armlandstraße geöffnet werden soll muss die Gastronomie zurückgebaut werden. Und das für 150 Meter die nicht mit Auto befahren werden kann?

  8. Poahlbürger // 27. April 2017 um 19:34 //

    Man sollte über eine weitergehende Sperrung der Innenstadt nachdenken
    oder die Bürgersteige freimachen.Es kann doch nicht sein,dass einige
    Gewerbetreibende die Bürgersteige mit Waren oder mit Bestuhlung so
    zustellen,sodass die Eltern mit den Kindern die Fahrbahn benutzen
    müssen.

  9. Bürger // 27. April 2017 um 16:32 //

    Was haben wir nur für Graupen im Stadtrat sitzen! Da ist der Bürgermeister nicht zu beneiden.

  10. Herr Leppkes gibt offen zu, dass er Pro Gescher erziehen will und die Abstimmung ein CDU Racheakt darstellt.

    Da ist mir Christian Lindner (FDP) lieber der sagt:“Wir brauchen keine Erziehungsberechtigten sondern Problemloeser.“

  11. Innenstadtbewohner // 27. April 2017 um 09:45 //

    Gescher, der Name ist Programm.
    Da wird das Machtgehabe Einzelner gefördert.
    Nun ja, Fussgängerzonen gibt es ja auch woanders.
    Nur – wo soll das denn eine Fussgängerzone sein?
    Da ist doch nichts. Dann muss man eben über die Elionore-Stein-Str. oder über die Katharinenstr. einfahren, wenn man nicht mehr so gut zu Fuss ist.
    Lieber sollte sich die Verwaltung mal Gedanken darüber machen, wie man Herr der Lage wird in Verkehrsberuhigten Bereichen (damit maine ich ALLE!!!) die Geschwindigkeit der Autos zu drosseln. Das ist nicht mehr Normal, was hier abgeht. Armalndstr., Hauptstr – egal /km/h sind anders, als manche Zeitgenossen und – genössinnen meinen.
    Denkt mal darüber nach.

  12. fragender Bürger // 27. April 2017 um 09:14 //

    Ja nee, Gescher ist ja auch eine Einkaufstadt!
    „Gescher natürlich anders“
    Gut das alle anderen Produkte und Dienstleistungen der Unternehmen, die weltweit tätig sind, nicht in der Innenstadt angeboten werden!

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