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Gescher zahlt einen hohen Preis für die Energiewende

..Estern hat ihn schon bezahlt!

Gescher (fjk). Zwei Bilder vom gleichen Standpunkt. Ein gelb leuchtendes Rapsfeld mit malerischem Hintergrund auf der einen Seite des Wirtschaftsweges, auf der anderen  die Energiewende: Windkraftraeder und Strommasten einer Überlandleitung. Die Bauernschaft Estern. Ein Kontrast wie er härter nicht sein könnte.

Die  Versorgung der Republik mit Energie führt zu nachhaltigen Veränderungen im Gemeindegebiet der Glockenstadt. Gescher wird zur „Transitkommune“. Nach Autobahn A 31, der zukünftigen 380Kv-Leitung und der Erdgasleitung (Projekt Zeelink) wird möglicherweise eine weitere Energieleitung durch die Glockenstadt führen. Die „Hauptschlagader der Energiewende“ (Projekt A-Nord) könnte ab 2025 als Gleichstromleitung über Gescher verlaufen. Gescher befindet sich im Trassenkorridor.

Tiefe Eingriffe in die seit Jahrhunderten gewachsene bäuerliche Natur unserer Landschaft kündigen sich an. Die sollen durch Kompensationsmaßnahmen für die Natur abgemildert werden. Die sogen. Eingriffsregelung ist im deutschen Recht das bedeutendste Instrument zur Durchsetzung von Belangen des Naturschutzes, das in der „Normal-Landschaft“ greift, also auch außerhalb naturschutzrechtlich gesicherter Gebiete. (Wikipedia).

Die Grundidee ist ein generelles Verschlechterungsverbot für Natur und Landschaft. Mit der Eingriffsregelung sollen negative Folgen von Eingriffen in Natur und Landschaft (Beeinträchtigungen) vermieden und minimiert werden. Des Weiteren sollen nicht vermeidbare Eingriffe durch Maßnahmen des Naturschutzes ausgeglichen werden.

Dagegen mehrt sich Widerstand, besonders in der Landwirtschaft. Die Notwendigkeit von Ausgleichsmaßnahmen wird nicht bestritten. Wohl aber  die Tatsache, dass diese Ausgleichsmaßnahmen regelmäßig zu Lasten der Landwirtschaft gehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Landwirten in ihrem Wahlkreis erst kürzlich Hilfe zugesagt. Sie sagte bei einem Treffen in Klausdorf bei Stralsund mit rund 80 Landwirten der Region Unterstützung zu. Es ging um Ausgleichsflächen für den geplanten Bau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2.

In der lokalen Kommunalpolitik werden Klagen laut, dass Ausgleichsmaßnahmen für die Natur „irgendwo woanders“ aber nicht in Gescher stattfinden. Eine prominente Fürsprecherin für die Interessen der Glockenstadt wie die Bundeskanzlerin, CDU, hat Gescher … leider nicht! Im Gegenteil: Dem Bürgermeister, CDU,  werfen nicht wenige Landwirte und lokale Naturschützer vor, er kümmere sich nicht mit Nachdruck um die energiepolitische Situation in der Glockenstadt.

Eine Initiative zu einer Resolution, welche die Belange der Glockenstadt nach außen dokumentiert, ist weder von Seiten der Kommunalpolitik noch von Bürgermeister Thomas Kerkhoff in Sicht.

Mit freundlicher Empfehlung..



7 Kommentare zu Gescher zahlt einen hohen Preis für die Energiewende

  1. Andreas Heumer // 25. Mai 2017 um 22:23 //

    Das Thema ist nicht die Energiewende sondern Gescher und der Kreis Borken.
    Ich kann nicht glauben, dass man dem Kreis ein Atommüllendlager zumutet und zusätzlich auch noch mit Leitungen beglücken kann, als Ergebnis der Energiewende. Der Kreis Borken ist Opfer des Atomzeitalters und auch noch der Stromwende?
    Wenn ein Landkreis in Deutschland Argumente gegen weitere Belastungen hat, dann der Kreis Borken.

  2. Ulrich.Althoff // 25. Mai 2017 um 20:43 //

    SO,
    ?

  3. Ulrich.Althoff // 25. Mai 2017 um 20:37 //

    SO,
    bin ich unqualifiziert weil ich kein Befürworter der deutschen Stromwende bin?

  4. Herr Althoff
    Sie widersprechen sich in den ersten 2 Absätzen ihres Kommentares selbst . Hiermit geben Sie sich ein KO bei ihren unqualifizierten Kommentaren.
    Gruß von der Sonnenseite….

  5. Ulrich Althoff // 23. Mai 2017 um 20:22 //

    Die ökologischen Schattenseiten und die verheerenden Auswirkungen auf unsere Landschaft, die mit der sogenannten deutschen Energiewende einhergehen, mag der eine  als ein paar Leitungen und Anlagen beschreiben. Die nuklearen Katastrophen in Tschernobyl und Fukushima werden politisch leider nur als Totschlagargument gegen eine zeitgemäße Technologie missbraucht und Menschen mit einem radioaktiv verseuchten Hinterland verängstigt. 
    Angst ist ein schlechter Ratgeber und Politiker, die mit der Angst politische Geschäfte machen, sollten ihre Politik überdenken. 
    Ich möchte nicht zynisch wirken, aber der begonnene Ausbau der Nukleartechnologie in Teilen Europas und in Entwicklungs- und Schwellenländern in Asien und Afrika wird die Gefahr von Katastrophen in den kommenden Jahrzehnten erheblich vergrößern, da deutsche Firmen sich aus dem Fertigungsprozess von Nukleartechnik zurückgezogen haben und unsere Sicherheitsstandards deshalb nicht mehr gelten. Und ob deutsche Ingenieure, die Windräder bauen, es schaffen werden, sich in die Energietechnologien der Zukunft einzuklinken, die benötigt werden um sieben Milliarden Menschen in Entwicklungs-ländern mit Strom und Energie zu versorgen und diesen so zur Menschenwürde zu verhelfen, ist mehr als fraglich.

  6. Christian Kütbach // 21. Mai 2017 um 20:23 //

    In Fukushima und Tschernobyl gibt es noch eine Menge Platz ohne Windkraftanlagen.

    Mir gefallen die paar Leitungen und anlagen, deutlich besser als radioaktives Niemandsland. Die Frage mit der Endlagerung ist ungeklärt und wir auch noch die nächsten tausend Jahre nicht geklärt sein.

    Welche Alternativen gibt es denn? Öl und Gas sind bald erschöpft, man rechnet noch mit ca.50 Jahren und wenn man sich die Gebiete um eine Ölpipeline weit im Osten anschaut, dann ist das auch keine Option.

    Kernfusion ist noch nicht wo weit, wird auch sicherlich noch 20-50 Jahre dauern.

    Der CO² Ausstoß ist nicht mein Problem, es sind die alternativen, die es derzeit nicht gibt, selbst wenn einem CO² egal ist. Die einzige Option ist es mit der Energie auszukommen, die von außen zugefügt wird (Sonnenenergie oder indirekte Sonnenenergie: Wind)

  7. Ulrich Althoff // 21. Mai 2017 um 13:37 //

    Die in Deutschland verbliebenen Landschaften werden für diese Stromwende geopfert. Über die Schattenseiten und Nutznießer der elenden deutschen Stromwende zu sprechen ist politisch nicht korrekt. Deutschland trägt zu den globalen CO2-Emissionen ungefähr 2,24 Prozent bei.
    Wenn Deutschland morgen aufhören würde zu existieren, wäre dies in der globalen CO2-Bilanz allein durch China nach ungefähr 1,5 Jahren vollständig ausgeglichen. Für meine Heimat, die Landschaft um Gescher, bedeutet es, dass die Wiesen und Felder mit 200 m hohen Windrädern zugestellt werden und gleichzeitig werden riesige Stromautobahnnetze um Gescher gebaut, um den angeblich ökologisch wertvollen Strom nach Süddeutschland zu transportieren. Gescheraner Bürger interessieren sich eher für eine gesperrte Strasse in der Innenstadt als sich für das bißchen Landschaft um Gescher zu engagieren.

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