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Zoff um Vergabe der Telefonanlage im Rathaus

Verwaltung setzte den von ihr favorisierten Kandidaten durch!

Gescher (fjk). Wahrlich kein glückliches Händchen hatte Bürgermeister Kerkhoff bei der Vergabe des Auftrages zur Lieferung und Montage einer neuen Telefonanlage im Rathaus und im Schulzentrum. Es gibt Protest gegen die Vorgehensweise der Verwaltung. Der Vorwurf: Nicht der mindestbietende habe den Auftrag erhalten, sondern ein von der Verwaltung favorisierter Kandidat.

Die mindestbietende System-Firma aus Gescher wurde mit dem Hinweis auf fachliche Bedenken aus dem Rennen genommen. Das hat die renommierte IT-Firma in`s Mark getroffen. Bürgermeister Kerkhoff indes winkt ab, alles sei korrekt gelaufen.  „Wir können bei der Vergabe auch fachliche Aspekte berücksichtigen. Das haben wir getan.“ Im übrigen sei die Ausschreibung durch die Kommunale Dienstleistungsgesellschaft in Heiden durchgeführt worden.

Dort spricht man erfreulich Klartext. Zur wichtigsten Frage, ob die in Gescher praktizierte Vorgehensweise  erlaubt sei, heißt es kurz und trocken: Ja. Die KDG sei ein privatrechtliches Organ und könne praktisch wie ein Privatmann agieren, eben den Anbieter wählen den man für den vorteilhaftesten halte. Da spiele nicht nur der Angebotspreis eine Rolle.

Im übrigen seien alle Entscheidungen, wie in solchen Verfahren üblich, in enger Abstimmung mit der Gemeinde getroffen worden.

So sei die ausgeschriebene Telefonanlage ausdrücklich von der Verwaltung in Gescher gewünscht gewesen. Auch habe die  Verwaltung keinen Hehl daraus gemacht, dass die am Ende im Wettbewerb (?) obsiegende Firma den Auftrag erhalten sollte. Man war im Rathaus von der Qualität der Arbeit dieses Gescheraner Unternehmens überzeugt. Sie habe mehrfach für die Verwaltung gearbeitet und kenne sich mit der Software im Rathaus bestens aus.

Alle Absprachen und Entscheidungen mit der Stadt Gescher, so die Ausschreibungsgesellschaft aus Heiden, hätten im „Mehr-Augen-Prinzip“ stattgefunden. Nicht  der Bürgermeister allein habe Vereinbarungen getroffen. In der Regel seien mehrere Mitarbeiter aus dem Rathaus im Raum gewesen.

Die Telefonanlage, Auftragsvolumen ca. 30.000 Euro,  wird z. Zt. im Rathaus und im Schulzentrum montiert.

Franz-Josef Kunst

kommentiert: Formal mag man dem Bürgermeister keine Vorwürfe machen. Tatsächlich ist seine Vorgehensweise aber ein Katastrophe. Die Ausschreibung des Projektes war nichts anderes als eine Scheinausschreibung. Andere Kandidaten als der spätere „Ausschreibungssieger“ hatten zu keinem Zeitpunkt eine  Chance. Auch nicht als  einer der Anbieter preislich „alle Hosen runterließ.“

Denn die ausgeschriebene Anlage war die „Hausmarke“ des späteren Ausschreibungssiegers. Das an sich schon ein K.O.-Kriterium für Mitbewerber. Dem dennoch mindestbietenden und fachlich versierten Gescheraner Unternehmen mit dem Hinweis auf fachliche Bedenken den Auftrag zu verweigern, grenzt  an Geschäftsschädigung. 

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1 Kommentar zu Zoff um Vergabe der Telefonanlage im Rathaus

  1. Gescheraner // 16. Juli 2017 um 22:07 //

    War eine Frage der Zeit bis dieser Artikel kommt, schade das es nur noch über Vetternwirtschaft & interne Absprachen geht! Natürlich ist bei der „Ausschreibung“ und der Vergabe alles korrekt gelaufen, wenn man passend lenkt überhaupt kein Problem. Gescher natürlich anders….

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