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Gülle erschwert Aufbereitung von Trinkwasser

Kontinuierliche Verschlechterung des Grundwassers auch in Gescher

Gescher (fjk/topagrar). Die Aufbereitung von Trinkwasser wird laut einem Beitrag von topagrar, dem Landwirtschaftsmagazin, immer schwieriger. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung warnte Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, dass die Bauern seit Jahrzehnten zu viel Gülle und Mineraldünger ausbringen würden.

Die Folge sei ein Überschuss an Nitrat, der das Grundwasser belastet und die Aufbereitung verteuert. Dies dürften auch die Verbraucher in den nächsten Jahren zu spüren bekommen. Wasserpreise könnten stärker steigen als bisher angenommen, sagte er.

Die Bundesregierung geht davon aus, dass knapp ein Drittel der Messstellen im Bundesgebiet zu hohe Nitratwerte ausweisen, die EU hat Deutschland deshalb verklagt. Aus Sicht der Wasserversorger ist die Lage jedoch noch deutlich schlechter.

Besonders heikel soll die Lage in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sein, aber auch in einigen Kreisen in Bayern. Entscheidend ist laut Süddeutscher Zeitung dabei für die Versorger nicht die offizielle Obergrenze von 50 Milligramm Nitrat pro Liter, sondern ein Wert von 37,5 Milligramm. Das ist die Marke, ab der die Versorger Maßnahmen ergreifen müssen, um den Zustand des Grundwassers zu verbessern.

Weniger dramatisch stellt sich die Situation in Gescher dar. Dennoch, seit dem Jahr 2000 ist eine kontinuierliche Verschlechterung des Trinkwassers aus Hausbrunnen festzustellen.

Grundsätzlich kann man von einem flächendeckenden Befund von erhöhten Nitratkonzentrationen im Kreis Borken bei einzelnen Eigenwasserversorgungsanlagen sprechen, teilt der Kreis Borken auf Anfrage mit. Die 15 Überschreitungen des Nitratwertes über 200 mg/l (Höchstgrenze 50 mg/l) scheinen schwerpunktmäßig in den Bereichen Borken, Heiden, Raesfeld, Reken zu liegen. Gescher zählt -noch- nicht dazu.

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Die Wasserwirtschaft  hat wesentlich höhere Nitratbelastungen festgestellt.

„Die Wasserwirtschaft hat eigene Messungen gemacht und zwar dort, wo das Grundwasser auf die Brunnen zufließt“, erklärt der Diplom-Volkswirt Martin Wienand weiter. „Dort gibt es zum Teil noch viel höhere Nitratbelastungen, es werden Werte von bis zu 400 Milligramm pro Liter erreicht, der offizielle Grenzwert liegt bei 50 Milligramm. Es besteht dringender Handlungsbedarf.“ Unbelastetes Wasser nur noch in großer Tiefe

Der Verband der Wasserversorger macht vor allem die zunehmende Massentierhaltung für die steigenden Nitratwerte verantwortlich.

Hinzu komme, dass nach wie vor große Mengen „der stinkenden Brühe importiert und vor allem auf Felder in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gekippt würden“, so die Wasserversorger.

Lies hier den ganzen Beitrag von topagrar.

1 Kommentar zu Gülle erschwert Aufbereitung von Trinkwasser

  1. Willi Winzig // 16. August 2017 um 20:46 //

    Normative Grundlage in Deutschland

    In § 324 StGB wird der Tatbestand definiert:[7]

    Wer unbefugt ein Gewässer verunreinigt oder sonst dessen Eigenschaften nachteilig verändert, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
    Der Versuch ist strafbar.
    Handelt der Täter fahrlässig, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.

    Unter einem Gewässer versteht die deutsche Rechtsprechung gemäß der Begriffsbestimmung in §330d StGB ein oberirdisches Gewässer (z. B. Flüsse, Bäche oder Binnenseen), das Grundwasser und das Meer.[8] Dagegen werden Leitungswasser, in künstlichen Behältnissen gefasstes Wasser und Abwasser von dieser Definition ausgeschlossen.

    Eine nachteilige Verschlechterung stellt jede nicht unerhebliche Verschlechterung der Gewässereigenschaften im physikalischen, chemischen oder biologischen Sinne dar. Ein Unterfall davon ist die Verunreinigung, die äußerlich erkennbare Veränderungen wie Trübungen und Ölspuren umfasst. Es reicht bereits aus, wenn die Eigenschaften nur vorübergehend nachteilig verändert werden. Ebenso muss nicht unbedingt die Wasserqualität beeinflusst werden, schon eine faktische Beeinträchtigung der Nutzungsmöglichkeiten kann ausreichen, z. B. bei Hindernissen oder scharfkantigen Gegenständen in einem Badesee. Eine gewisse Erheblichkeit ist hier notwendig.

    Das Tatbestandsmerkmal unbefugt weist auf die Rechtswidrigkeit hin. Es wird nicht erfüllt, wenn eine wirksame behördliche Genehmigung für die Verunreinigung vorliegt.

    Neben der vorsätzlichen Begehung wird auch die fahrlässige bestraft, allerdings mit einem geringeren Strafmaß. Ebenso wird der Versuch geahndet. Die Tat verjährt nach fünf Jahren (§78 StGB Abs. 3 Nr. 4).[9] Die Qualifikationsmerkmale des besonders schweren Fall einer Umweltstraftat (§330 StGB) gelten entsprechend.[10]

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