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Gantenbau: Baustopp -teilweise- aufgehoben

Um das dritte Stockwerk zu legalisieren, wird der Bebauungsplan geändert

Gescher (fjk). Die Stilllegung des sogen. Gantenbaus am Heckenpättchen ist aktuell das Thema in Gescher. Es bewegt die Bürger. Doch jetzt gibt es für Bauherrin Vera Ganten gute Nachrichten. Der Baustopp wurde vom Kreis aufgehoben.. teilweise besteht er dennoch weiter.

Ausgenommen bleibt das „illegale“ 3. Stockwerk. Dort darf auch jetzt nicht weitergebaut werden. Wie berichtet, hat es bei der Baumaßnahme verschiedene Verstöße gegeben, die letztlich zur Stilllegung der Baustelle führten.

In der Verantwortung sieht der Kreis nicht nur die Investorin sondern auch den für die Bauaufsicht verantwortlichen Architekten des Gebäudes.

BM Thomas Kerkhoff

Bürgermeister Kerkhoff begrüßt die Freigabe der Baustelle. Es habe Mietverträge zum 1. Sept. gegeben und die zukünftigen Mieter, teils ältere Damen, hätten vor nicht unerheblichen Schwierigkeiten gestanden, sagt er im Gespräch mit GescherBlog.

Deshalb habe er sich auch persönlich zum Kreis begeben, um die Situation weitestmöglich zu heilen. Der Kreis habe signalisiert, dass sich die Verstöße in der überwiegenden Anzahl nachträglich legalisieren lassen. Schwieriger gestalte sich das aber mit dem 3. Stockwerk. Um dieses zu legalisieren sei eine Änderung des Bebauungsplanes, der nur 2 Stockwerke zulässt, erforderlich.

Die Verwaltung werde der Politik die für die Investorin notwendige Änderung des Bebauungsplanes empfehlen.

Die Alternative sei der Abbruch des Stockwerks. „Das will niemand,“ so Bürgermeister Kerkhoff. Der Bürgermeister -selbst „Ganten-Mieter“- darauf angesprochen, ob er sich in diesem Fall nicht in besonderer Weise engagiert habe, sagt dazu:

„Ich habe hier nichts getan, was ich nicht auch für jeden anderen  getan hätte.“

18 Kommentare zu Gantenbau: Baustopp -teilweise- aufgehoben

  1. Ich denke, wir sollten das Thema jetzt ruhen lassen bis zur Entscheidungsfindung im Rat. Eigentlich ist auch alles an Pro & Contra gesagt. Die „Stockwerkstory“ wird uns bleiben, ohne Frage.

  2. verärgerter Bürger // 13. September 2017 um 12:08 //

    Es geht aus meiner Sicht auch überhaupt nicht gegen das Gebäude, nein, ein ansehnliches und attraktives Gebäude.
    Es geht hier um die Art der Ausnutzung von Recht u n d
    um die Art, wie sich „Personen des öffentlichen Rechtes“ vor einen Karren spannen lassen, wo die sicher nicht hingehören.

    Die Art, eine Ausnutzung von Recht zu erörtern, gibt dem Ganzen dann noch das „besondere Geschmäckle“.
    Der Bürgermeister sorgt sich um ältere Damen!!

    Das Gebäude macht nicht den Eindruck, als wenn es für ältere Damen gedacht ist. Eine Wohnung dürfte auch nicht für den ortsüblichen Mietpreis anzumieten sein.
    Allein diese Aussage dürfte für einen der nächsten Karnevalswagen Thema sein.
    Soviel zur Glaubwürdigkeit der Verwaltung in Gescher.

    Dieser Blog ist sicher nicht das Tagesblatt von Gescher.
    Dennoch wird es auch von der Opposition in Gescher gelesen.
    Allerdings stellt sich die Frage, wo die eigentlich ist.
    Selbst in der GZ ließt man nichts von dieser Provinzposse.
    Man schweigt es aus, wie an anderen Stellen auch.

    Dieses Schweigen der Opposition zeigt sich konkret:
    – wie eine Ohnmacht,
    – eine Unfähigkeit zum Handeln,
    – eine nicht vorhandene Möglichkeit der Reaktion,
    – als auch die Unfähigkeit zur Argumentation.
    Warum soll man in Gescher eigentlich noch was Anders wie die CDU wählen, außer eben GAR NICHT?

    Was spricht eigentlich dagegen, mal deutlich Stellung dazu zu nehmen, egal ob der Bau nun genehmigt wird oder nicht?
    Was spricht dagegen, da es ein Wiederholungsfall ist, sich deutlich gegen eine nachträgliche Genehmigung auszusprechen?
    Was spricht dagegen, das auch die örtliche Politik gegen die Argumentation des Bürgermeisters Stellung bezieht?
    Was spricht dagegen sich mal deutlich dagegen zu verwehren, weiterhin eine derartige Märchenstunde absolvieren zu lassen?
    -„der Architekt hat sich vertan-“ -Hallooooo-?
    -„ältere Damen hätten Probleme bekommen“ -Halloooo-?

    Das gesamte Geschehen trägt nur eine Überschrift:
    „Heil dem Siegerkranz, nimm was Du kriegen kannst“.

  3. verwundeter Bürger // 13. September 2017 um 12:01 //

    Nur zur Ergänzung der Richtigstellung durch Herrn Kunst ist zu erwähnen, dass beim Freistellungsverfahren (§67 BauO NRW) nach Eingang der Bauvorlagen bei der Gemeinde nach einem Monat begonnen werden kann. Eine Aufgabe des Bauherrn bzw. Bauherrin ist den Nachbarn (Angrenzern) vor Baubeginn mitzuteilen, dass ein genehmigungsfreies Bauvorhaben durchgeführt bzw. beabsichtigt ist. Ob die Bauherrin dieser Pflicht nachgekommen ist?
    Das Argument von Herrn Kerkhoff, das ältere Damen vor nicht unerheblichen Schwierigkeiten stehen, ist nicht das Problem von Herrn Kerkhoff, sondern das von Frau Ganten.
    Vielleicht könnte Frau Ganten diese in ihrer Gartenhütte aufnehmen, wenn diese soweit genehmigt ist. (Grenzabstand kleiner 3 m und über 30 cbm Brutto-Rauminhalt somit keine genehmigungsfreie bauliche Anlage?)
    Ein solches Gebäude mit einem nicht genehmigungsfähigen 3. Stockwerk zu errichten, ohne das die Statik danach ausgerichtet wurde, ist sehr zweifelhaft bzw. unvorstellbar!!
    Sollte die Politik eine Änderung des Bebauungsplanes durchwinken, um eine Legalisierung des dritten Stockwerkes auf dem Weg zu bringen, wäre das für jeden ehrlichen Gescheraner Bauherren bzw. Bauherrin ein Schlag ins Gesicht.
    Ich bin sehr gespannt auf das Finale dieses Falles.

  4. @ fjk

    Vielen Dank für die Richtigstellung!!! Schon wieder was dazu gelernt.

    Jedoch müssen die Unterlagen für den Hausbau bei der Stadt, vor Baubeginn, eingereicht werden und diese reicht diese Unterlagen, zusammen mit einer Stellungnahme, an die Bauaufsichtsbehörden weiter. §67 Absatz 3

    Somit füllt sich die Liste der beteiligten Personen. Voraussichtlich wird Herr Kerkhoff ein „DUDUDU“ aussprechen und dann geht alles in seinem gewohnten Trott, bis zur nächsten Posse, weiter.

  5. gegangener Bürger // 12. September 2017 um 15:26 //

    Ich bin der Meinung jeder sollte machen was er möchte, mit oder ohne Geld und auch nur so, und nicht mit Vitamin B, wie dieser Fall mal wieder zeigt! Grundlage für mich, wäre aber das sich alle an die Vorgen und Gesetze halten! Der BM wird doch sicherlich durch seine, so einseitige Kompetenz, 2020 sicherlich 2020 wiedergewählt oder ;-)!

  6. Ja dann mal zurückbauen und die Glaubwürdigkeit stärken.

  7. @erat
    Nur zur Richtigstellung. Das Projekt ist nach § 67 Bauordnung NRW genehmigungsfrei. Voraussetzung ist, dass sich der Bauherr an den gültigen Bebauungsplan hält. Mitverantwortlich für die Einhaltung der Vorgaben ist auch der Entwurfsverfasser, also Architekt. Der Bebauungsplan sagt an dieser Stelle Zweigeschossigkeit aus..

    https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_detail?sg=0&menu=1&bes_id=4883&anw_nr=2&aufgehoben=N&det_id=392846

  8. Gibt es was neues von der Uferabstützung an der Berkel?
    So geht das in Gescher.

  9. Bevor ein Haus gebaut wird, findet eine Planung für die Nutzung statt. Da wird sich an den baulichen Vorgaben, die vom Kreis Borken vorgegeben wird, orientiert. Der Architekt erstellt den Bauantrag inkl. der Zeichnung mit den Ansichten, Statik für die Größe des Hauses und ein Brandschutzkonzept in dem unter anderen die Fluchtwege eingezeichnet sind. Diese Unterlagen gehen zur Prüfung und Freigabe zum Bauamt. Erst nach der Prüfung wird eine Baugenehmigung erteilt oder der Architekt muss aufgrund fehlender oder falscher Unterlagen noch nacharbeiten durchführen. Erst nach der Genehmigung des Bauamtes darf der Hausbau beginnen. Ich hoffe, das meine Aussagen in etwa korrekt sind, ich bin halt kein Architekt.

    Kurz vor der Fertigstellung des Hauses fällt erst auf das ein Stockwerk zu viel gebaut worden ist? Also bitte, ich kann aus versehen eine falsche Telefonnummer wählen oder rechts anstatt links abbiegen. Aber ein Stockwerk zu viel? Die Betonplatte oder auch die Fundamente müssen bei dem Architekten oder auch der Bauherrin Verwunderung ausgelöst haben. Anstatt 5 Betonmischer waren aufgrund der größeren Fundamente vielleicht 8 oder 10 Betonmischer an der Baustelle. Oder ist das 3. Stockwerk erst gar nicht für die Fundamente ausgelegt?

    Es geht hier nicht um Neid, sondern Gleichstellung sowie Gerechtigkeit. Gleichstellung bedeutet, wenn jemand seine Garage um einen halben Meter versetzt oder um einen halben Meter verlängert wird der Besitzer dazu aufgefordert diese Garage wieder abzureißen und nach dem in dem Bauantrag vorgegeben Daten zu bauen! Ohne Frage, es ist ein schönes Haus, nur ist es halt so nicht genehmigt!

    Daher erschließt es mir nicht warum in diesem Fall der Bürgermeister versucht alle Hebel in Bewegung zu setzen um das Haus fertigstellen zu können. Würde Herr Kerkhoff sich für den gemeinen Bürger genauso einsetzen?

    Der Architekt muss sich ebenfalls hinterfragen ob sein jetziger Beruf doch nicht der passende für ihn ist. Frau Ganten muss bei der regelmäßigen Begehung, wie es Bauherren, halt so machen, aufgefallen sein das da etwas nicht stimmt. Diese Art und Weise gibt natürlich viel Raum für Unterstellungen! Ich bin nur mal gespannt in welcher Art und Weise eine Lösung gefunden wird.

  10. verärgerter Bürger // 11. September 2017 um 23:06 //

    @Trulla,
    vor einigen Jahren, als dem Vater der Bauherrin „gleiches Missgeschick“ mit einem Architekten passiert ist, erschallte noch ein Aufschrei der Oppositionsparteien. Da war ein SPD-ler Vorsitzender des Bau und Planungsausschusses.
    Zu der Zeit hatte sich der damalige Stadtplaner der Stadt Gescher „und Architekt des Bauherren“ ebenfalls glatt um ein Stockwerk vertan, obwohl er konkret die Fläche, also den Bebauungsplan „geplant“ hatte.
    Tja, wie die Zeit so spielen kann.
    Ich halte die Argumentation des Bürgermeisters für fadenscheinig.
    Ein Architekt auf dessen Planung derartige Fehlbauten sich zeigen, hat dafür eine Haftpflicht-Versicherung.
    Die „älteren Damen“ vor zu schieben kann man schon als schäbig ansehen.
    Wenn ein Vermieter, bei bestehendem Mietvertrag seine Verpflichtung zur Vermietung nicht nachkommen kann, dann ist er verpflichtet, für Ersatz zu sorgen. Auch das Risiko wäre durch die Versicherung abgedeckt. Es müsste allerdings auch Zweifelsfrei nachgewiesen werden.
    An Hotelbetten dürfte es wohl in Gescher nicht mangeln, wo man die älteren Damen, so es die denn gibt, unterbringen hätte können.

  11. Unglaublich! Wieso soll das genehmigt werden?
    2 Stockwerke sind 2 Stockwerke, aber mit den
    Richtigen Kontakten dürfen es dann auch gerne
    mehr sein!

  12. Ja Herr BM sie können 2020 ohne Bedenken wieder antreten!!!
    Bis dahin haben die Bürger alles wieder vergessen.

  13. Hier fehlt mir nun jedes Verständnis, warum der Bau nicht zurück gebaut werden muß. Es handelt sich schließlich nicht nur um einen Stein, der „versehentlich“ aufgestockt wurde, sondern um ein ganzes Stockwerk. Das ist Absicht und nicht zu tolerieren.

    Was das Bürgermeister-Argument mit den „älteren Damen“ soll, erschließt sich mir auch nicht. Aber natürlich kann sich Herr Kerkhoff zwischen seinen vielen Fototerminen künftig auch um ALLE Mieterinnen kümmern, die irgendwo irgendwie Schwierigkeiten haben.

    Er scheint ja auch genug Zeit zu haben, mal eben zum Kreis Borken zu fahren und für die Bauherrin zu votieren. Und wer bezahlt das?

    Es ist schon eine rechte Provinzposse, wie sich einige Gescheraner Geschäftsleute so einfach über Recht und Ordnung hinwegsetzen. Sei es ungenehmigtes Bauen oder das Blockieren der Erneuerung des Weihnachtsmarktes oder wie die Tafel in Stadtlohn ausgehebelt wird.

    Mich wundert immer wieder – als vor zig Jahren Zugezogene – wie fromm doch die Mehrheit der Gescheraner ist und wieviel sie sich gefallen lassen.

  14. gegangener Bürger // 3. September 2017 um 08:46 //

    Wiedermal ein Hinweis dafür, das man nur hoch genug studiert haben muss, um solche Sachverhalte, mit seinem Wissen verdrehen zu können, mit Untersützung der Politik und dem entsprechendem Kleingeld, wo ist unsere Gesellschaft angekommen? Sowas wird dann auch noch als Mehrwert für die Bürger dargestellt, geht’s noch?

  15. Ich bin ein absoluter Befürworter von Vertrags- und Datenschutz. Doch was hier abläuft ist keine Privatsache Ganten mehr. Es geht um die Glaubwürdigkeit der Politik im Allgemeinen und die des Bürgermeisters im Besonderen. Der sollte alles auf den Tisch legen, was hier schief gelaufen ist. Unvorstellbar, dass so ein Komplex ohne Parkplätze gebaut werden darf. Das wäre in der Republik einmalig. Ich denke, es gibt nur eines was die Gescheraner in dieser Sache akzeptieren. Konsequentes Handeln des Verwaltungschefs. Frau Ganten wird dadurch voraussichtlich nicht zum Sozialfall.

  16. Das sind ja mal vertrauensbildende Maßnahmen,wie allgemein in der Politik auch zu bewundern sind.
    Was soll denn den Kinndern noch beigebracht werden,am besten nichts mehr Glauben.
    Regeln/ Verträge/ Normen etc haben keine Bedeutung mehr.

  17. Der sich erinnert.. // 2. September 2017 um 15:58 //

    Der Bürgermeister empfiehlt die notwendige Änderung des Bebauungsplans. Das hat Tradition in Gescher. Leute wie Grimmelt oder Ganten wußten immer wie man den jeweiligen Bürgermeister vor seinen Karren spannt. Willkommen in der Realität Thomas Kerkhoff. Als Tiger gesprungen und als Bettvorleger gelandet. Gesetz und Ordnung gelten.. für Geschers Poalbürger nur wenn`s passt. Versteht sich.

  18. Gescheraner Klüngel !!

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