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Gantenbau: Rückbau oder Genehmigung?

Trotz Stilllegung weiter gebaut - Notlage

Gescher (fjk). In einer ausführlichen Stellungnahme beschreibt Bürgermeister Kerkhoff die aktuelle Situation um den „Gantenbau“ am Heckenpättken. Die Wohnanlage war zwischenzeitlich vom Kreis Borken still gelegt. Die groben Verstöße gegen das Baurecht -GescherBlog berichtete- wurden in der Glockenstadt mit  Unmut und Unverständnis kommentiert. Eine Entscheidung wie es dort weitergehen kann, ist noch nicht gefallen, berichtet der Verwaltungschef in seiner Vorlage zur kommenden Sitzung des Bau- und Planungsausschusses.

Im Mai 2017 erkundigte sich ein Anwohner nach dem Bauvorhaben und äußerte Bedenken hinsichtlich einer bebauungsplankonformen Umsetzung des Bauvorhabens. Das Rathaus schaltete den Kreis Borken ein.  Die Bauaufsichtsbehörde stellte nach Durchsicht der Unterlagen festgestellt, dass diese nicht mit den bei der Stadt Gescher im Rahmen des Freistellungsverfahrens eingereichten Unterlagen übereinstimmten.

Die Bauaufsicht legte den Bau still, und untersagte jede weitere Baumaßnahme.  Mit Datum vom 27.07.2017 wurde von der Investorin Vera Ganten ein Bauantrag mit aktuellen Planunterlagen zum Neubau eines Wohnhauses mit 6 Wohneinheiten bei der Stadt Gescher vorgelegt und zuständigkeitshalber an den Kreis Borken weitergeleitet, so der Bürgermeister. Im Rahmen seiner Prüfung stellte der Kreis Borken folgende Verstöße fest:

Bauplanungsrechtliche Verstöße:
1. Baukörper ist dreigeschossig (zulässig maximal zwei), das Staffelgeschoss ist ein Vollgeschoss, der Nachweis in den Bauvorlagen ist falsch.
2. Überschreitung der GRZ
3. Überschreitung der GRZ (II)
4. Überschreitung der GFZ
5. Der sechste Stellplatz liegt im Pflanzgebot
6. Nichtbeachtung der Anforderungen des Immissionsschutzes

Bauordnungsrechtliche Verstöße:
1. Der Abstellraum für die sechste Wohnung fehlt.
2. Der sechste Stellplatz fehlt (s. oben).
3. Die Barrierefreiheit nach § 49 Abs. 2 BauO NRW ist nicht gegeben.
4. Brandschutzqualifikation der Kellerdecke falsch angegeben.
5. Abstandsflächenrechtlicher Verstoß zur Parzelle 928.

Zudem setzte der Kreis Borken am 24.08.2017  ein Zwangsgeld festgesetzt, da bei einer örtlichen Besichtigung am 22.08.2017 festgestellt wurde, dass die Bauarbeiten fortgesetzt worden waren.

Aufgrund der besonderen Notlage und der akuten Gefahr von Wohnungslosigkeit der Mieterinnen genehmigte der Kreis den Einzug der betroffenen Personen. Aktuell, so der Bürgermeister,  sei  offen,  ob Bauherr und Architekt einen Rückbau unter Berücksichtigung der bauplanungs- und bauordnungsrechtlichen Vorgaben oder einen Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes beabsichtigen.

Sitzung des Bau- und Planungsausschuss am Mittwoch, 27. 09. 2017. Beginn: 18.00 Uhr.

10 Kommentare zu Gantenbau: Rückbau oder Genehmigung?

  1. erst mal ganz ehrlich gesagt, eigenheim und dann nicht versichert ?
    komisch, wo wir damals gebaut haben wurde uns eine Gebäudeversicherung auferlegt sonst hätten wir gar nicht bauen können. na ja, Schwamm drüber, es ist natürlich schlimm wenn so etwas geschieht, und ich kann Frau Ganten auch gut verstehen das man froh ist wenn von anderer seite geholfen wird, aber so ist es nun mal hier bei uns in deutschland. für allen anderen scheiss wird geld locker gemacht aber da wo es am nötigsten wäre ist auf ein mal kein geld da armes deutschland

  2. Haftbar sind hier in erster Linie der Bauträger und der Architekt.
    Und unser BM sollte korrekt vorgehen, wenn ihm sein Amt lieb ist.`Verschleiß an BM hatten wir in den Jahrzehnten schließlich mehr als genug.

    Mein Bruder mit Frau und 5 Kindern ist vor Jahren die komplette Wohnung ausgebrannt. (leider keine Versicherung) Ihm wurde in keiner Weise geholfen. Null DM, Null Möbilar!!! Soll man da nicht böse werden?
    Aber wetten das…. Wie gehabt. Der Name macht`s.

  3. ich bin der meinung, das wenn es einen architekten gab und der sich vertan haben soll, dann muss er für den schaden eintreten, es gibt ja die architekten versicherung.
    wenn es den architekten nicht gab ( was ich nicht glauben kann ) so muss die bauherrin dafür eintreten
    denn es gibt diese bauvorschriften an die sich halt jeder halten muss.

  4. Reinhold Jung // 29. September 2017 um 16:23 //

    Alle Bürger sind in Gescher gleich aber es gib Bürger die sind gleicher. Oder anders gesagt die kleinen werden Bestraft und die mit Verbindungen ins Rathaus kriegen ein „DU DU“

  5. gescherbürger24 // 27. September 2017 um 10:42 //

    Ich sehe dieses genauso wie Pohlbürger. Es wurde die Genehmigung umgangen, deshalb Abriss des zu viel gebauten.

  6. Pohlbürger // 27. September 2017 um 09:36 //

    Für mich steht außer Frage.
    Es muss nach Recht gehandelt werden. Das heißt -Abriß des zuviel gebauten Wohngeschosses. Und eine saftige Geldstrafe hinzu. Oder gelten in Gescher andere Gesetze?

  7. Es gibt nur einen Weg die Ordnung und Glauwürdigkeit wieder herzustellen.
    Abbruch öde wenn möglich Rückbau des Gebäudes auf kosten der Bauherrin.
    Die Mieter sind auch auf Kosten von Ganten entsprechend unterzubringen.
    Dies wäre der einzige Weg solche Menschen mal wieder in die Spur zu bringen.

  8. verärgerter Bürger // 26. September 2017 um 10:18 //

    In einem anderen Beitrag konnte man lesen, das „der Architekt“ sich bei den Bauunterlagen „vertan“ haben soll.

    Wer die Mängelliste gelesen hat, kommt schnell zu dem Entschluss, das es wohl eher keinen Architekten gegeben hat!
    Man kommt auch sehr schnell zu dem Entschluss, das es der Bauherrin wohl am Allerwertesten vorbei gegangen ist, was die Bauvorschrift besagt.
    Wer als Maklerin eines renomierten Unternehmens tätig ist, kann sich auch wohl eher nicht damit rausreden, von der Bauvorschrift keine Kenntnis zu haben.
    Es deutet alles darauf hin, das man lediglich mit dem Geldbeutel ein wenig gewedelt hat.
    Das der Bürgermeister sich vor den Karren der „älteren Damen“ spannen lässt, ist recht Fragwürdig.
    Obdachlosigkeit kann es doch in Gescher nicht geben. Es stehen, auch in Gescher, Obdachlosenunterkünfte zur Verfügung.
    In absoluter Nachbarschaft befindet sich auch ein Hotel, in das die älteren Damen „auf Kosten der Bauherrin“ hätten einziehen können.

    Es ist wohl eher so, dass man auf den Reisen durchs Land ein Gebäude gesehen hat und dieses dann einfach mal in Gescher sehen wollte.

    Wozu gibt es eigentlich Bauvorschriften? Wozu hält sich jemand in Gescher überhaupt noch daran?

  9. gegangener Bürger // 26. September 2017 um 09:43 //

    Ein Rückbau wird wohl nicht in Frage kommen, da unser BM ja seine Wohnung bei der Familie Ganten verlieren würde(!), damit die von Wohnungslosigkeit berohte ältere Dame ja eine Wohnung benötigt! Einfacher und unter der Hand, könnte doch das Baurecht mal eben geändert werden, wette!?!

  10. Wie kann jemand (die berühmt-berüchtigten älteren Damen?) von Wohnungslosigkeit bedroht sein?
    Derjenige hatte doch vorher eine Wohnung? Auch wenn die gekündigt ist, kann er nicht herausgesetzt werden, sondern zahlt dann dort weiter Miete.
    Jetzt kommt natürlich der Vermieter dieser Wohnung mit dem nächsten Mieter – aber auch für den gilt – er kann in seiner Wohnung bleiben, bis er umziehen kann.
    Das kann endlos so weitergehen.
    Regreßpflichtig ist dann derjenige, der den ersten Um/Einzug verhindert hat, in diesem Fall also Frau Ganten.

    Was für eine Scharade, ich bin gespannt, wie es weitergeht. Wahrscheinlich wird nachträglich das Baurecht geändert. Scheint hier auf dem Land so üblich zu sein.

    Nur mal so als Beispiel: in Mülheim an der Ruhr mußte schon vor über 20 Jahren eine Millionenvilla komplett abgerissen werden, weil sie mehr oder minder illegal gebaut worden war.

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