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Pankratiusschule: CO2-Konzentrationen sollen untersucht werden

Hygieneinstitut nimmt Stellung zu bisherigen Untersuchungsergebnissen

Gescher (fjk). In einem Schreiben an die Beigeordnete Kerstin Uphues, das GescherBlog vorliegt, gibt das Hygiene-Institut, Gelsenkirchen, eine Zusammenfassung des von ihm erarbeiteten Gutachtens. Danach geht das Institut nach wie vor davon aus, dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung von Kindern und Lehrern nicht besteht. Um die bisherigen Untersuchungen weiter abzusichern, schlägt man weitere Untersuchungen vor. Hier der -ungekürzte- Text des Schreibens:

„Am 25.08.2017 wurde das Hygiene-Institut, Gelsenkirchen im Rahmen der Gesundheitsvorsorge beauftragt, im Gebäude der Pankratius-Schule Messungen auf mögliche Schadstoffbelastungen durchzuführen; die Probenahmen erfolgten am 29.08.2017 in repräsentativ ausgewählten Räumlichkeiten. Das Untersuchungsprogram erstreckte sich auf das Spektrum typischer chemischer und mikrobiologischer Innenraumschadstoffe, die häufig im Zusammenhang mit gesundheitlichen ProblemenlBefindlichkeitsstörungenwie Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen (Augenbrennen) und/oderGeruchsbelastungen auftreten bzw. in Verbindung gebracht werden.

Dieser Zusammenhang und das zugrunde legende Beschwerdebild werden im Bereich der lnnenraumlufthygiene hervorgehoben und beruhen i.d.R. auf Empfindungen der Betroffenen und nicht auf einer ärztlichen Anamnese. Die Ergebnisse unserer Prüfungen und die Bewertungen gelten für die untersuchten Prüfgegenstande und die zum Zeitpunkt der Prüfung geltenden gesetzlichen Regelungen. Dieses Dokument darf ohne unsere ausdrückliche schriftliche Genehmigung nur in vollständiger und unveränderter Form veröffentlicht oder vervielfältigt werden.

Wie der Zusammenfassung im Prüfbericht vom 25.09.201 7 (Z.: A-289691-17-Be) zu entnehmen ist, lagen die bei den Luftanalysen in den repräsentativ ausgewählten Räumen 5 und 6, EG sowie 10, 11 und 14, 1. OG ermittelten Konzentrationen an Formaldehyd und weiteren Aldehyden, an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) sowie an Schimmelpilzen trotz der worst-case Situationen – mehr als 24 Stunden ungelüftet, Raumtemperaturen um 25 „C – insgesamt in Größenordnungen vor, bei denen nach dem jetzigen Kenntnisstand keine gesundheitlichen Gefährdungen zu erwarten sind.

Zudem wurden bei den stichprobenartig mittels feuchtesensitiver Elektrode Hydromette BL Compact B 2 durchgeführten Messungen keine erhöhten Feuchtemesswerte in Wand- und Bodenoberflächen festgestellt. Die zusätzlich durchgeführten Luftuntersuchungen auf Schimmelpilze im Hausmeisterraum, UG sowie dem Treppenhaus, 2. OG zeigen keine erhöhten Befunde, die als kritisch zu bewerten sind.

Da der Hauptanlass für die Schadstoffmessungen Feuchtigkeit im Kellergeschoss ist – Abblättern von Farbe und Putz sowie Verfärbungen auf (Außen)Wandflächen – mit der Sorge, dass eine Verschleppung von Schimmelpilzsporen innerhalb des Schulgebäudes erfolgt, ist die Frage aufgekommen, ob eine Ca. 3 Wochen vor der Probenahme durchgeführte Sonderreinigung (einschl. Desinfektion) des Gebäudes, möglicherweise eine Verbesserung der Raumluftqualität bewirkt haben könnte.

Aufgrund der daraus resultierenden Minimierung sog. staubgebundener ,,Altsporen“ könnten die erzeugten Messergebnisse (insbesondere die Befunde der Schimmelpilzmessungen) für den Schulalltag daher nicht als repräsentativ zu werten sein. Aufgrund der bei der Probenahme vor Ort vorgefunden Situation, dass in den überprüften Räumlichkeiten selbst keine Hinweise auf einen Feuchteschaden und/oder Schimmelbefall ersichtlich waren und den Ergebnissen der Luftmessungen würden wir erfahrungsgemäß nicht davon auszugehen, dass ein Eintrag von Schimmelsporen aus den betroffenen Räumen im Untergeschoss zu einer nennenswerten Beeinträchtigung des restlichen Gebäudes führt.

Zur Absicherung sind Kontrollmessungen geplant. Um einzuschätzen, ob durch die Reinigung eine Beeinflussung der Sporulation stattgefunden hat, empfehlen wir die Messungen in Ca. drei Monaten zu wiederholen. Diese Zeit würden Schimmelpilze im Durchschnitt für eine erneutes Wachstum/Vermehren nach einer Desinfektionsmaßnahme benötigen, wenn die Ursache (Feuchtigkeit) nicht beseitigt wurde. Durch Raumluftmessungen auf kultivierbare Schimmelpilze lässt sich dieser Zustand dann gut detektieren.

Unser Vorschlag ist es daher die Probenahmen in der 49. oder 50 KW 201 7 durchzuführen. Wie schon in unserem Prüfbericht hingewiesen würden wir neben den Messungen auf „mikrobiologische Schadstoffe“ eine Überprüfung der Raumklimadaten wie Temperatur, relative Feuchte und dem Kohlenstoffdioxid (CO2)-Gehalt empfehlen; insbesondere erhöhte CO2-Konzentrationen führen bei längerem Aufenthalt in geschlossenen Räumen zu Kopfschmerzen.

Die Datenerfassung sollte dabei über den Zeitraum von einer Unterrichtswoche erfolgen. Änderungen bei den ermittelten Luftkonzentrationen sind bei den sog. chemischen Luftschadstoffen wie Formaldehyd und VOC – solange keine Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen durchgeführtwerden – aufgrund des Alters des Gebäudes und der Einrichtungsgegenstände nicht zu erwarten.“

3 Kommentare zu Pankratiusschule: CO2-Konzentrationen sollen untersucht werden

  1. Hier gibt es eine sehr interessante Dokumentation zu krank machender Schadstoffbelastung in Klassenzimmern. Und zu dem Umgang der Kommunen mit dem Probelm!
    ZDF, Planet e, „Gift im Klassenzimmer“ – empfohlen für alle Eltern von Pankratiuskindern!
    https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-gift-im-klassenzimmer-100.html

  2. Betroffener // 6. Oktober 2017 um 22:19 //

    Nicht repräsentative Ergebnisse!!!
    Wie kann man uns glauben lassen, dass unsere Kinder sich in einem sicheren Lernumfeld aufhalten!
    Und es passiert wieder nichts.
    Erst wenn die Werte wieder bedenklich sind und unsere Kinder und deren Lehrer weitere drei Monate jene verseuchte Luft eingeatmet haben, wird ein neues Gutachten in Auftrag gegeben.
    Muss das Gesundheitsamt hier nicht tätig werden, wenn es dem Schulträger offensichtlich nicht gelingt für die Sicherheit unserer Kinder Sorge zu tragen?

  3. Wieso eine weitere Stellungnahme des Hygiene Instituts? Das macht doch eher stutzig, als dass es beruhigt. Angeblich werden „keine erhöhten Feuchtemesswerte in Wand- und Bodenoberflächen“ festgestellt, sehr wohl aber „Feuchtigkeit im Kellergeschoss“. Merkwürdig, feuchter Keller, aber keine Feuchte im 1.OG…
    Schimmel wurde durch Hausmeister (!!) anhand von Tests in Petrischalen festgestellt, das Hygiene Institut geht aber nicht von Schimmelbefall aus. „Schimmelmessungen sind für den Schulalltag“ laut Hygiene Institut „nicht repräsentativ“. Warum wurden denn überhaupt welche gemacht, so kurz nach der chemischen Reinigung? Sind diese Handlungen des Schulträgers durchdacht? Wer bezahlt undurchdachte Entscheidungen?
    Nun soll der Co2-Gehalt der Luft für die Kopfschmerzen verantwortlich sein? Soweit ich weiß wird in der Pankratiusschule während des Unterrichts dauergelüftet, weil die Geruchsbelästigung ansonsten schwer zu ertragen ist. Einfaches Co2 nun für Allergien, (chronischen) Husten, Augenjucken und Kopfschmerzen verantwortlich machen??? Naiv, wer das glaubt…

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