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Bauunternehmung Feldmann verläßt Gescher

Kein Grundstück in Gescher erhalten, Umzug nach Burgsteinfurt

„Der neue Bürgermeister in Gescher hatte Visionen in denen unser Unternehmen nicht vorkam“

„Bürgermeisterin Claudia Bögel-Höyer aus Burgsteinfurt erkannte unsere Rolle als wichtiger Arbeitgeber“

Gescher (fjk). Grundstücke erwerben, Bauvorhaben planen und Bauprojekte umsetzen, diese Aufgaben wird die Feldmann GmbH aus dem Industriegebiet Süd-West künftig nicht mehr in Gescher abwickeln. Der neue Firmenstandort wird Burgsteinfurt sein. Mit einem „Haus der Ingenieure“ will Inhaber Rainer Feldmann am neuen Standort neue Maßstäbe im Bau- und Immobiliengeschäft realisieren. Die Belegschaft soll sich von 30 auf 60 erhöhen. „In Gescher waren unsere Ideen nicht willkommen,“ sagt der agile Unternehmer, deshalb jetzt der Umzug.

Grund für den Umzug nach Burgsteinfurt ist die starke Entwicklung des Unternehmens in den vergangenen Jahren. 1996 als 1-Mann-Betrieb gegründet, beschäftigt Rainer Feldmann heute 30 Mitarbeiter, darüber hinaus einige Subunternehmer wie z. B. Fliesenleger.

Zu den Kernkompetenzen des Bauunternehmens zählen Maurer- Beton- und Stahlbetonarbeitens. Dieses Leistungsspektrum wollte Rainer Feldmann mit der Immobiliensparte und einem Haus der Ingenieure in Gescher ausbauen: „Dafür benötigen wir Platz und haben in 2013 auf ein neues Grundstück bei der Stadt Gescher angefragt. Mit Bürgermeister Effkemann und dem heutigen Kämmerer Christian Hübers waren wir uns einig. Doch die zugesagte Fläche steht uns nun nicht zur Verfügung.

Und das trotz aller Bemühungen des Steuerberaters und der wirtschaftlich hervorragenden Zahlen. Sie belegen, dass die Feldmann GmbH ein guter Gewerbesteuerzahler für die Stadt Gescher ist. Diese Gewerbesteuereinnahmen darf in naher Zukunft die Stadt Burgsteinfurt verbuchen.

„Der jetzige Bürgermeister hatte leider Visionen in denen unserer Unternehmen nicht vorkam,“ so Feldmann im Gespräch mit GescherBlog. Ausserdem bestände sein Unternehmen ja nur aus Bauarbeitern, sei ihm bedeutet worden. Aus Sicht des Rathauses keine Zukunftsperspektive. Wir mussten uns wohl oder übel nach einem anderen Standort umsehen.

BM Claudia Bögel-Hoyer (FDP)

Glücklicherweise -eher durch Zufall- sind wir auf eine gute Alternative gekommen, erläutert Chef Feldmann: “ In Burgsteinfurt und Borghorst haben wir zwei Kindergärten gebaut und dadurch Kontakt zur dortigen Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer (FDP) bekommen. Sie war sehr aufgeschlossen und schnell von unserer Rolle als wichtiger Arbeitgeber überzeugt. Sie bot uns ein passendes Grundstück an, ein Filetstück.“

Rainer Feldmann macht überhaupt keinen Hehl daraus, dass er auf den Gescheraner Bürgermeister Thomas Kerkhoff (CDU) stocksauer ist. „Als Gescheraner Unternehmen hätten wir uns natürlich gern in Gescher weiterentwickelt. Nun habe er auch eine Vision: „Auf 20.000 qm errichten wir für 3 Millionen Euro einen neuen Standort direkt an der B54. Schon bald werden wir umziehen, mit den Arbeiten wurde begonnen. Neben einer Betriebsstätte entsteht in Borghorst ein Haus der Ingenieure.

„Hier wollen wir Kompetenzen bündeln. Statiker, Architekten Vermessungstechniker alles unter einem Dach. Diese Konstellation eröffnet nahezu unbegrenzte Möglichkeiten für die zukünftige Entwicklung. 30 neue Arbeitsplätze werden wir schaffen und den schlüsselfertigen Bau vorantreiben. Zukünftig decken wir die gesamte Palette von Grundstücksvermarktung bis hin zum schlüsselfertigen Bau ab.

Trotz mehrmaliger Bitte war Bürgermeister Kerkhoff nicht zu einer Stellungnahme bereit.

Seinen Wohnsitz wird Feldmann in Gescher behalten: „Im Gewerbegebiet lässt sich auch ohne Gewerbe schön wohnen,“ sagt Feldmann und fügt schweren Herzens hinzu, „es ist bedauerlich dass wir unseren Betriebsstandort aus Gescher aussiedeln müssen, wir sind Gescheraner und unser Herz ist nun mal in Gescher.“

12 Kommentare zu Bauunternehmung Feldmann verläßt Gescher

  1. gegangener Bürger // 17. November 2017 um 15:18 //

    Hier der Link:

    http://www.muensterlandzeitung.de/Staedte/Stadtlohn/Unternehmen-TKS-verlaesst-Stadtlohn-956437.html

    der belegt das das Unternehmen TKS Stadtlohn verlässt!
    Auch ich habe der Stadt Gescher den Rücken gekehrt, wegen der tollen Zusammenarbeit, mit diesen Damen und Herren, besonders Herrn Kerkhoff!

  2. Die Fa. TKS aus Stadtlohn (Hotelrenovierer) wollte ebenfalls nach Gescher ziehen (50 Mio Umsatz, 50 Mitarbeiter). Wie man der Stadtlohner Zeitung entnehmen kann, wird es jetzt Borken. Gerüchteweise konnte/wollte die Stadt auch hier kein Grundstück anbieten.

  3. Man sollte immer beiden Seiten einer Medaille betrachten. Hier wird die eine Seite aufgezeigt, welche bestimmt auch nicht von der Hand zu weisen ist.

    Es ist immer schade wenn Gewerbesteuerzahlende Betriebe und Mitarbeiterführende Betriebe die Stadt Gescher verlassen – dies steht außer Frage.
    Die Ausrichtung, in einem neuen Gewerbegebiet hauptsächlich Unternehmen anzusiedeln die:
    1) Mitarbeiterstark sind
    2) Eventuellen Zuzug von Auswärtigen Arbeitnehmern und deren Familien mit sich bringt
    sollte man jedoch auch nicht aus den Augen verlieren. Ich möchte der genannten Firma auf keinem Falle dies absprechen, aber eben dieses Unternehmen betreibt schon ein Gewerbe in Gescher.

    Mit den Firmen Sicon u. Döpik ist dies schon ein guter Schritt in die richtige Richtung. Und auch diese Unternehmen haben Ihrer Stadt (Stadtlohn) den Rücken gekehrt. Dies passiert nun leider einmal im Wirtschaftskreislauf.

    Der Artikel ist in meinen Augen sehr persönlich gefärbt, von Enttäuschung gezeichnet – auch die Spitzfindigkeit mit dem Verweis auf ein „Wohnenbleiben“ in einem Gewerbegebiet kann Herr Feldmann sich nicht verkneifen. Schön, aber vielleicht wollte man eben soetwas (Wohnraumansiedlung / Villen im neuen Gewerbegebiet) nicht nochmals (siehe Villa Feldmann an der L-M-Strasse). Wer weiß was die Ausschlaggebenden Gründe waren. (Warum kaufte man seinerzeit nicht das Grundstück – wenn man sich doch darauf verständigt hatte mit dem damaligen BM und dem Wirtschaftsförderer? Ein Grundstücksverkauf bringt doch für alle Beteiligten Klarheit für die weitere Entwicklung! Wir wissen es nicht…)

    Es sind alles nur Mutmaßungen.
    Als Bürger finde ich, sind wir mit unserer Gewerbeentwicklung auf einem guten Wege.

    Warten wir es ab, wo es hinführt. Allein die Stadt oder dem BM die Schuld in die Schuhe zu schieben, ist immer einfach – aber ist es auch korrekt??

    Man sollte gemeinsam an anderen Dingen arbeiten (Amprion, Gasleitung etc.).

    Schönen Abend

  4. Frans Ars // 26. Oktober 2017 um 12:05 //

    Der Bürgermeister sollte klarheit schaffen.Da haben die einwohner von Gescher recht auf.

  5. Sebastian // 25. Oktober 2017 um 21:01 //

    Geographie & Physik hat mich nochmal interessiert. Und Andere?.

  6. verärgerter Bürger // 25. Oktober 2017 um 11:47 //

    Wer letztlich was gesagt hat, sei mal dahin gestellt, sicher ist, dass Gewerbesteuer „abfließt“.

    Dringende Frage stellt sich doch, warum das Unternehmen keine Gewerbefläche erhalten konnte.
    In dem Zusammenhang taucht ja die Frage der Vergangenheit wieder auf, ob es denn wirklich notwendig und richtig war, das Filetstück des Gewerbegebietes an einen Investor zu verkaufen, der, „nach Gunst und Gabe“ die weitere Veräußerung vornehmen kann.
    Das sollte sauber geklärt werden, ob es da Zusammenhänge gibt.

  7. Komisch,
    dass dieses Thema jetzt erst zur Sprache kommt. Es ist doch schon
    seit einem Jahr bekannt:

    http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Steinfurt/2016/12/2634643-Seller-Esch-Filetstueck-in-bester-Lage

  8. Ich kann den Kommentar von „Markus“ nur unterstützen. Wir hören hier nur eine Seite. Es haben viele Menschen Visionen.
    Gruß

  9. Dietmar Thiery // 24. Oktober 2017 um 20:09 //

    Der Ganten-Bau ist wichtiger.

  10. Was soll man sagen…
    Weiter so…
    Nicht nur das wir die gewollt sind nach Gescher unsere Firma zu verlegen keine Grundstücke bekommen…
    Jetzt verscheuchen Sie in Gescher schon die Einheimischen Firmen!
    Da bin ich in Nachhinein froh das wir Richtung Ahaus gegangen sind!
    Dort wird sich gekümmert um Firmen die Steuereinnahmen sichern!
    Wie ist der Slogan…
    Gescher natürlich anders ?!?
    Wenn es nicht so traurig wäre klnnte man nur noch darüber lachen!!!

  11. Ich kann mir nicht vorstellen, das Herr Kerkhoff Persönlich diesen Satz so gesagt hat:
    „Außerdem Bestände sein Unternehmen ja nur aus Bauarbeitern „.
    Das wäre ein Schlag ins Gesicht für alle Handwerker und den Mittelstand in Gescher.
    MFG Markus

  12. Top BM weiter so. Er bekommt die Stadt noch kaputt.

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