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Glyphosat: Entscheidung verzögert sich

Der Einsatz des Unkrautvernichters ist in Europa umstritten

Nötig für einen Beschluss für oder gegen Glyphosat sind mindestens 16 Staaten, die für 65 Prozent der EU-Bevölkerung stehen.

Brüssel/Gescher (ZO). Die EU-Staaten haben keine Entscheidung zur weiteren Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat getroffen. Wie die EU-Kommission mitteilte, fand im zuständigen Fachausschuss der Mitgliedstaaten „keine Abstimmung“ zu der Frage statt. Die EU-Behörde kündigte an, in Kürze einen Termin für ein weiteres Treffen bekannt zu geben.

Das sind die Positionen: Weil die Zulassung im Dezember ausläuft, hatte die EU-Kommission ursprünglich empfohlen, diese für zehn Jahre zu verlängern. Dem EU-Parlament ging das zu weit, es forderte maximal fünf Jahre. Als Kompromiss schlug die Kommission vor, die Laufzeit auf fünf bis sieben Jahre zu begrenzen.

In dem zuständigen Ausschuss muss eine qualifizierte Mehrheit einem der Vorschläge zustimmen. Das heißt: Im EU-Fachausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel sind Experten aller 28 EU-Mitgliedstaaten vertreten. Nötig für einen Beschluss für oder gegen Glyphosat sind mindestens 16 Staaten, die für 65 Prozent der EU-Bevölkerung stehen.

Der Einsatz des Unkrautvernichters ist in Europa umstritten: Die Internationale Krebsforschungsagentur IARC stuft die Chemikalie als „wahrscheinlich“ krebserregend ein, Aufsichtsbehörden in Deutschland und der EU kamen zu einem anderen Schluss.

Glyphosat ist ein sogenanntes Totalherbizid, es wirkt auf alle grünen Pflanzen. Der Wirkstoff blockiert ein Enzym, das Pflanzen zur Herstellung lebenswichtiger Aminosäuren brauchen, das aber auch in Pilzen und Mikroorganismen vorkommt. Wo Glyphosat ausgebracht wird, wächst kein Gras mehr, auch kein Kraut, Strauch oder Moos. Ackerflächen können so vor oder kurz nach der Aussaat und nochmals nach der Ernte unkrautfrei gemacht werden.

*Quelle: Zeit online

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