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KM 2017: Kutschenmuseum geht an Frank Hense über

Das Museum soll im Frühjahr 2018 eröffnet werden / Mutiges Projekt

Gescher (fjk). Die Würfel sind gefallen: Zwei Drittel der Stadtvertreter stimmten am vergangenen Mittwochabend für das Kunstprojekt „KM 2017“ des Gescheraners Frank Hense. Damit geht das Kutschenmuseums im Rahmen eines Erbaurechtsvertrages am 1. Januar für die Dauer des Erbbauvertrages in das Eigentum des Liebhabers zeitgenössischer Kunst über. Er wird dort seine Sammlung ausstellen.. seine Pläne gehen aber darüber hinaus.

Der Abstimmung voraus ging eine mehr als einstündige Diskussion über die Bedingungen des Erbbauvertrages. Es war den Stadtvertretern wichtig, dass die Räume auch weiterhin öffentlich zugänglich bleiben. Kulturveranstaltungen, Lesungen usw. müssten gewährleistet sein.  Frank Hense, der den Stadtvertretern in der Sitzung  Rede und Antwort stand, sagte dies zu. Die Kunstwerke dürften allerdings nicht gefährdet werden. Das müßten die Mieter gewährleisten.

Bürgermeister Kerkhoff schloss einen Bedarf für die Pankratiusschule aus. Der SPD-Politiker Andreas Langer bescheinigte Initiator Hense, sein Projekt sei eine Bereicherung für die Stadt. Er bezeichnete es als mutiges Engagement. Für die Stadt bedeute das Kosten zu senken, weniger über die Einnahmen- als über die Ausgabenseite. Wolfgang Brüggestrath (Grüne) attestierte Bürgermeister Kerkhoff eine sorgfältige Ausarbeitung des Vertrages. Der Heimfallanspruch der Stadt sei gut gelöst, sagte der Grünen-Politiker.

Wie geht`s jetzt weiter? Über Ausbaupläne, Eröffnungstermin und Umfang des Projektes sprach Initiator Hense mit GescherBlog.

Frank Hense

Frank Hense: “ In der Vergangenheit habe ich darüber nachgedacht, die Empore/Galerie an der Längsseite im Obergeschoss zurückzubauen. Davon habe ich mich getrennt. Die aktuelle Planung sieht den Erhalt und die Einbindung der Empore/Galerie vor. Die derzeitige Umbauplanung geht davon aus, dass vor der Galerie eine deckenhohe Wand entsteht. Im Erdgeschoss unterhalb der Empore/Galerie und im Obergeschoss im Bereich der Empore/Galerie werden so zusätzliche Ausstellungsgänge entstehen.

Zur Präsentation von Videoarbeiten und Tonbildschauen wird der aktuell als Küche genutzte Bereich zu einem entsprechenden Projektionsraum umgebaut.

Neben dem aufstehenden Gebäude umfasst der Erbbaurechtsvertrag die vor dem jetzigen Kutschenmuseum liegende Außenfläche bis zur Einfriedung des Schulhofes der Pankratiusschule. Dieser Bereich bietet Platz für die Ausstellung von Skulpturen.

Das Museum soll im Frühjahr 2018 eröffnet werden. Es bietet sich an, die Eröffnung des Kunstmuseums mit der Eröffnung einer Ausstellung im Kunstverein Münsterland am 18. März 2018 zu verbinden. Der Kunstverein Münsterland eröffnet am 18.03.2018 die Ausstellung „Zeitgenossen“ mit Werken aus meiner Sammlung. Unabhängig des Zeitpunktes einer Eröffnung sei verraten, dass die Eröffnungsausstellung im Kunstmuseum ein zentrales Thema der Glockenstadt Gescher einbinden wird.

Andere renommierte Sammlungen haben bereits Ihr Einverständnis gegeben, Arbeiten aus ihren Sammlungen zu leihen. Aber auch in meiner eigenen Sammlung vertretene Künstler haben bereits  für die Eröffnungsausstellung vorgesehene neue Arbeiten angefertigt bzw. befinden sich in der Ausarbeitung.

Im weiteren „Leben“ wird das Kunstmuseum regelmäßig Wechselausstellungen präsentieren; ein wiederkehrender Fokus wird in der Förderung von Nachwuchskünstlern liegen. Artist-in-Residence-Projekte sollen im Museum umgesetzt werden wobei mein modernes Gebäude in der Armlandstr. 2 den hierfür notwendigen Wohnraum bieten wird. Gerade die Arbeit Kulturschaffender vor Ort eignet sich hervorragend zur Einbindung der Schulen in künstlerische Projekte.

Außerhalb von gastronomischen Veranstaltungen soll das Kunstmuseum auch weiterhin als kultureller Veranstaltungsort zur Verfügung stehen. Die Betreibergesellschaft wird das Kunstmuseum für diese Zwecke gegen ein kostendeckendes Entgelt anbieten. Da es sich bei der Betreibergesellschaft um eine gGmbH handeln wird, ist über die Kostendeckung hinaus keine Gewinnerzielungsabsicht gegeben.

KM 2017  ist der bisherige Arbeitstitel – ein endgültiger Name für das Museum steht noch nicht fest.

*Fotos u. Video Hense

9 Kommentare zu KM 2017: Kutschenmuseum geht an Frank Hense über

  1. Michael Knechten // 1. Dezember 2017 um 10:38 //

    Herr Hense zahlt ja nicht nur den jährlichen Erbpachtzins sodern steht ebenfalls für den laufenden Unterhalt des Gebäudes ein. Zudem sind ja Investitionen in einem nicht geringem Umfang geplant.
    Rein finanziell hat Stadt hat somit keine laufenden Unterhaltskosten mehr und bekommt zudem Erbpachtzinsen. Dass das Angebot kulturell eine gewaltige Bereicherung ist, steht ja außer Frage.

  2. Nein, natürlich nicht, Katrin. Die finanziellen Vereinbarungen unterliegen dem Datenschutz. Das ist üblich und auch richtig so. Ich kann ihnen aber versichern, dass Herr Hense einem dem Wert des Gebäudes entsprechenden Erbbauzins zahlt.

    Das ist im Rathaus sauber gelaufen.

    Ansonsten dürfen wir uns alle auf eine Bereicherung der Kunst & Kulturszene in Gescher freuen. Ich tu`s auf jeden Fall!

  3. Ich finde das Konzept toll, endlich mal etwas Bewegendes in Gescher! Tolle Kunst und frischer Wind!
    Aber: Muss er eigentlich nix für das Museum bezahlen? Was kostet denn das Gebäude? Geschenkt bekommt er es doch sicherlich nicht…

  4. Volker Puttmann // 27. November 2017 um 20:20 //

    @reimer
    Ich schlag die Begrifflichkeit mal fix für dich nach.
    Artist in residence: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Artist_in_Residence

    Find ich persönlich ja super, dass jemand die nötige Plattform anbietet.

    Woher kommt die Missgunst?

    Viele Grüße
    Volker

  5. „Artist-in-Residence-Projekte“…..
    Aahja!

    Und als „Zugereister“ mit Geld hast Du es in Gescher scheinbar nicht schwer.

  6. Zugereister // 27. November 2017 um 16:54 //

    Nachsatz, diesen Blog jetzt Neues Gescher zu nennen finde ich eine ganz tolle Idee. Bin gespannt was sich tut.

  7. Zugereister // 27. November 2017 um 16:46 //

    @gegangener Bürger
    Als Zugereister hast Du es schwer in Gescher. Soweit ich das bisher verfolgen konnte hat Herr Hense in all seinen Aktivitäten in der Stadt nichts getan was der Stadt geschadet hätte. Im Gegenteil. Gescher braucht Akteure die etwas bewegen wollen. Wenn man Menschen wie Frank Hense die Anerkennung verweigern will, das tun in Gescher nicht wenige mit bornierter Beharrlichkeit, sollte man sie wenigstens respektieren.

  8. gegangener Bürger // 27. November 2017 um 10:43 //

    Es wird immer drolliger in Gescher, Bürger wacht auf bevor es zu spät ist. Die Vergangenheit, zu diesem Thema, hält dafür diverse Beispiele bereit! Wichtig ist auch, das die Einzelheiten des Erbaurechtsvertrages für das Angebot Kutschenmuseums öffentlich gemacht werden, damit nicht ein falscher Eindruck der Vetternwirtschaft bestehen bleibt!

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