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Von-Braun-Straße in Hochmoor wird umbenannt

Die GRÜNEN setzen sich mit ihrem Antrag durch

Gescher (fjk). Dem Bürgerantrag von Dr. Vortmann aus Gescher wird nun doch entsprochen. Er hatte beantragt, die Von-Braun-Straße in Hochmoor umzubenennen. Ein Mann mit Nazivergangenheit wie Wernher von Braun dürfe in Gescher nicht durch eine Straßenbezeichnung geehrt werden. Verwaltung, Anlieger und  der Bezirksauschuss Hochmoor in seiner letzten Sitzung lehnen dies  ab. Die Anlieger befürchten hohe Kosten, z. b. für PKW- und LKW-Beschriftung, Adress- und Internetdaten usw. Zudem sei der Straßenname für die Anlieger nicht nachteilig.

Besonders die GRÜNEN machten die Umbenennung der Von-Braun-Straße und vier weitere ( Ernst Heinkel, Willy Messerschmitt, Ferdinand Porsche und Karl Wagenfeld) zu ihrer Sache. Sie brachten einen Antrag ein, dem der Rat am Ende mehrheitlich folgte. Danach soll die Von-Braun-Straße im Frühjahr 2018 umbenannt werden. Damit die Anlieger sich möglichst kostenneutral auf die neue Situation einstellen können wird eine Übergangsfrist von zwei bis drei Jahren eingeräumt. 19 Stadtvertreter stimmten für den Antrag der GRÜNEN, der Bürgermeister als stimmberechtigtes Mitglied des Rates dagegen. Er verwies auf das Votum des Bezirksausschusses in Hochmoor. Der habe sich gegen eine Umbenennung ausgesprochen.

Wolfgang Brüggestrath begründete den Antrag der GRÜNEN. Die Benennung einer Straße bedeute eine dauerhafte Ehrung der entsprechenden Person. Von-Braun, Heinkel, Messerschmitt, Porsche und Wagenfeld seien Personen die tief im Nazionalsozialismus verwoben seien. Deshalb seien Straßen mit diesen Namen umzubenennen.

Egbert Kock, CDU, sah für die CDU-Fraktion in der Sache eine Gewissensentscheidung. In der CDU-Fraktion sei man zu unterschiedlichen Betrachtungen und Einschätzungen gekommen. So werde aus der CDU-Fraktion heraus unterschiedlich votiert. Er bat darum, die Entscheidung jedes Einzelnen zu respektieren.

Auch in der UWG-Fraktion sei man unterschiedlicher Auffassung. „Das spiegelt die Gewissensentscheidung wieder,“ sagte Matthias Homann.  Aus Sicht der SPD-Fraktion, so deren Sprecher Ansgar Heming, sei es nicht ausreichend mit einem Hinweisschild auf die nationalsozialistische Vergangenheit der Person Wernher von Braun hinzuweisen. „Wir haben, nicht weit von der Von-Braun-Straße, ein Mahnmal für die Zwangsarbeiter in Hochmoor aufgestellt,“ erinnerte Heming. „Man muss deutlich machen, dass wir nicht eine Straße nach jemanden benannt haben möchten, der von Zwangsarbeit profitiert hat wie Wernher von Braun.“

Fritz Leppkes, CDU

Fritz Leppkes von der Seniorenunion versuchte vergeblich mit einem Antrag, von einer Umbenennung abzusehen und die Straßen mit erläuternden Hinweischildern zu versehen. Zusätzlich empfahl er einen QR-Code, so dass sich Interessierte mit dem Smartphone  Infos herunterladen könnten. Diese Vorgehensweise sei im Einklang mit der Ansicht vieler Historiker. Leppkes ließ aber auch keinen Zweifel daran, dass alle infrage kommenden Personen Schuld auf sich geladen hätten. Sie hätten ausnahmslos Zwangsarbeiter beschäftigt und waren eng mit dem Nazisystem verbunden. Man solle sich aber der Vergangenheit stellen und diese nicht unter den Teppich kehren. Fragen aus dieser dunkelsten Zeit unseres Landes sollten beantwortet und nicht aus dem Gedächtnis gestrichen werden,“ gab Fritz Leppkes zu bedenken. „Nur so bleibt unsere Geschichte lebendig.“  Er erinnerte an ein Wort Von Weizäckers: „Wer vor der Vergangenheit die Augen schließt, wird blind für die Gegenwart.“

In seiner Entscheidung blieb der Rat dann allerdings ein Stück weit inkonsequent: Die Von-Braun-Straße soll nun  umbenannt werden, bei den anderen ebenso in Diskussion stehenden Straßen (Ernst Heinkel, Willy Messerschmitt, Ferdinand Porsche und Karl Wagenfeld) aber nur ein Schild mit Hinweis auf die nationalsozialistische Vergangenheit der Personen angebracht werden. Es dürfte schwer sein, das dem Bürger zu erklären.

 

15 Kommentare zu Von-Braun-Straße in Hochmoor wird umbenannt

  1. da regen sich leute auf wegen eines strassennamens,
    und woanders darf ein christliches symbol, also glocke mit hakenkreuz, bleiben. mal ehrlich, wo leben wir eigentlich.

  2. R. Meier // 21. Februar 2018 um 21:05 //

    Obwohl Politiker lediglich eine Bürgervertretung sind zeigt uns dieses Beispiel das die hoh(l)en Herren nicht für ihre Bürger da sind sondern nur „ihr Ding“ machen! Man kann nur hoffen das die Betroffenen es den entsprechenden Politikern bei der nächsten Wahl spüren lassen! …und nein, ich meine jetzt nicht das das NeuNazitum gewählt werden soll!!!

    Schon mal den Gogele benutzt? Es gibt Dutzende, wenn nicht hunderte Werner von Braun Straßen in Deutschland und wenn man konsequent wäre dann müssten so einige andere Namen auch umbenannt werden.

    Ich bin auch der Ansicht das man nichts vergessen sollte aber nach mehr als 70 Jahren muss auch mal Ruhe sein!

  3. Dann müssten siemens krupp und noch viele andere ihren namen auch ändern, die haben damals ja auch mitgemacht.
    wer den antrag gemacht hat den strassennamen von braun zu ändern
    sollte es dazu kommen, dann soll er auch die kosten tragen.

  4. Ich kann Herrn Niehaves nur beipflichten!!
    Wir als Firma hatten schon vor einigen Jahren das „Vergnügen“ unsere Adresse ändern zu müssen!
    Rund gerechnet hat uns das knapp 5000 Euro gekostet!
    Neue Visitenkarten, HomePage änderungen, neue Firmenschilder, Änderungen Briefkopf, Briefpapier undu und und…
    Mal abgesehen von der Arbeitszeit die investiert werden musste!
    Wie schon geschrieben…
    Es ist eine Frechheit si etwas einfach so umzusetzen!
    Hauptsache die betroffenen Betriebe und Privat Personen bekommen einen finanziellen Ausgleich!

    PS: Auch die Kosten des neuen Schildes, druck, abbau des alten, aufbau des neuen…
    Alles aufgeführt würde mich brennend interessieren…
    Gescher ist sooo pleite aber für so ein …. murks …. ist Geld über!
    Investiert es in einen Spielplatz – die sind teilweise so marode da wäre das Geld besser verwendet!!

  5. Ich bin erschüttert über soviel Ignoranz gegenüber den Betroffenen die die Zeche zu zahlen haben und die Nachteile in Kauf nehmen müssen.
    (Kosten LKW und PKW Beschriftungen, Navigationsgeräte finden die Straßen vorerst nicht mehr, Firmenbögen, Adressenänderung bei Kunden und Behörden etc. etc. ) Ein Aufwand ohne Ende.
    Aber soweit können Politiker wohl nicht denken.
    Das alles wegen dem Ego einiger Moralpostel die selber genug Dreck am stecken haben mit Polittischen Intrigen um sich durchzusetzen aber sich dann wundern wenn Parteien gewählt werden die auf Volkes Meinung noch hören.
    Wenn die Betroffen das nicht wünschen sollte es dabei bleiben.
    Aber die Regierung unter Hitler hat auch das getan was sie für richtig gehalten hat auch wenn es gegen die Betroffenen war.
    Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Erfolg.
    Wir sehen uns bei der nächsten Wahl

  6. Manuel Stening // 24. Dezember 2017 um 13:08 //

    Der neu aufkommende Sozialismus sollte einem mehr Sorgen machen als wie der vergangene.

  7. Wir schreiben das Jahr 2017 und die Straße gibt es bestimmt schon über 30j mit dem Namen und auf einmal darf es nicht mehr so sein. Wenn man nichts anderes zu tun hat kümmert man sich um so ein Scheiß.

  8. Ulrich Althoff // 21. Dezember 2017 um 22:28 //

    Wo fängt sie an,die Vergangenheit? Wann hört sie auf, die Vergangenheit?

  9. Eva Schlüter // 21. Dezember 2017 um 21:07 //

    Natürlich müssen wir uns weiterhin mit der Vergangenheit Deutschlands auseinandersetzen. Natürlich muss man einer Erstarkung rechter Tendenzen entgegen wirken. Es stellt sich nur die Frage, ob dies anhand von Straßenschildern möglich und notwendig ist. Auch Schilder mit Zusatzinformationen verhindern keine diskriminierende oder menschenverachtende Haltung, Herr Leppkes.
    Wäre es nicht vielleicht sinnvoller, die Kosten, die nun auf viele zu kommen, zu sparen und in Projekte gegen Rechts zu investieren, z.B. ganz konkret an Gescheraner Schulen? Das wäre wirklicher Pragmatismus, das wäre nachhaltig. Aber Nachhaltigkeit scheint in Gescher nicht auf der Agenda der Grünen und Schwarzen zu stehen. Mir fehlt – wie bei so vielen anderen aktuell diskutierten Themen auch – der Blick nach vorne!

  10. verärgerter Bürger // 21. Dezember 2017 um 20:40 //

    Nun ist man es angefangen, nun wird man es auch durchziehen MÜSSEN!
    Das war der Anfang. Es werden Messerschmiedt, Daimler und auch Benz-Straße wie auch noch weitere folgen MÜSSEN!

    Dem Herrn Doktor sollte man anraten, mal bei der Stadt Essen einen Antrag auf Umbenennung der Straßen, Plätze und Anstalten vornehmen zu wollen, die allesamt mit dem Namen „KRUPP“ in Verbindung stehen.
    Gerade Krupp war es doch, der Adolf mit Waffen wie auch Bomben und Munition versorgt hat.
    Verstehen kann ich die Vorgehensweise leider nicht.
    Wie an anderer Stelle geschrieben wurde, vergessen Nein, aber mittlerweile begraben, das Kapitel.

  11. Diskussion auf facebook:

  12. Die Verstrickung des Wernher von Braun in den Nationalsozialismus ist unbestritten. Unbestritten sind auch seine überragenden Verdienste um die Raumfahrt. Von der Mondlandung bis in die heutige Zeit. Das technische Genie Wernher von Braun war seinerzeit der Anlass in Hochmoor eine Straße nach ihm zu benennen, nicht dem Nationalsozialismus ein Denkmal zu setzen. Warum respektiert man das nicht. Ich schließe mich dem Protest gegen die Entscheidung des Rates an. Mit dieser Entscheidung spielt man nur der AfD und rechten Gesocks in die Karten. Wie dumm und instinklos sind unsere Volksvertreter im Stadtrat eigentlich?

  13. AfD-Ortsverband Gescher // 21. Dezember 2017 um 15:23 //

    Da hat die links-grün versiffte Politik wieder gewonnen!
    Geschichtstilgung nennt man sowas. Nicht ein Wort verliert man über die großartigen Leistungen von Brauns. Es gibt kein anderes Volk auf der Welt, dass sich permanent selbst schlecht macht und sich für sich selbst schämt. Sich selbst auszurotten ist oberste Maxime der links-grün versifften Politik. Und Merkels Handlanger machen willig mit.

  14. Ulrich Althoff // 21. Dezember 2017 um 15:13 //

    Da können die Grünen ja (zusammen mit den Schwarzen) zufrieden sein.
    Im Übrigen: Ein bekannter Grüner empfand während seiner Studienzeit, als 26jähriger, eine klammheimliche Freude bei der Ermordung eines Menschen. Hoffentlich wird für diesen Grünen nicht irgendwann eine Straße benannt.

  15. So ein Blödsinn!! Hoffentlich übernehmen Herr Vortmann und DIE Grünen für djes sinnlose Unterfangen die Kosten!!Norbert

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