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Ausbildungsstellen – Trotz Krise im Lot.

lehrlingKREIS BORKEN (ds). „Unsere schlimmsten Befürchtungen sind nicht eingetreten.“ Den eigentlich an dieser Stelle angebrachten Stoßseufzer ließ Roman Cebaus, Mitglied der Geschäftsführung bei der Agentur für Arbeit in Coesfeld, gestern in der Pressekonferenz zwar weg.

Gleichwohl gab er seiner Erleichterung darüber Ausdruck, dass es im Vermittlungsjahr 2008/09 trotz Wirtschaftskrise einmal mehr gelungen ist, die Schere zwischen Ausbildungsplatzbewerbern und Stellen nicht allzu groß werden zu lassen.

Die Krise, stellte er fest, habe den Ausbildungsmarkt nicht blockiert, er sei „im Lot“. Auf einen Tiefststand ist sogar die Zahl der am Ende unversorgt gebliebenen Bewerber gesunken. 16 (Vorjahr: elf) Jugendliche aus dem Kreis Borken sind es, für die jetzt die „Nachspielzeit“ beginnt, wie es Cebaus ausdrückte. Denn im Nachvermittlungsverfahren solle noch einmal alles versucht werden, um auch ihnen noch Perspektiven zu eröffnen.

Die Bewerberzahl ist im Kreis Borken von 2953 auf 2830 gesunken, wobei Cebaus unterstrich, dass das nur die Zahl derjenigen sei, die sich von der Agentur haben beraten lassen. „Das Angebot ist ja freiwillig. Man muss nicht zu uns kommen.“ Mittelfristig erwartet die Agentur aufgrund der demografischen Entwicklung auch im Kreis Borken einen weiteren Rückgang bei den Bewerberzahlen. Man hofft, dass dieser ein wenig auch den Doppel-Abiturjahrgang, der aufgrund der verkürzten Schulzeit 2013 auf uns zurollt, kompensiert. Schon heute ist die Agentur dabei, Vorkehrungen zu treffen, um dem dann erwarteten Verdrängungswettbewerb Herr werden zu können. Weil nicht ausreichend Studienplätze zur Verfügung stehen, wird davon ausgegangen, dass viele Abiturienten auf den Ausbildungsmarkt drängen und dann auch verstärkt Real- und Hauptschülern Konkurrenz machen werden.

Den Bewerbern standen diesmal im Kreis Borken insgesamt 2023 Stellen gegenüber. Deutlich von 1049 auf 842 abgebaut werden konnte der „Berg“ an Altbewerbern aus den Vorjahren. Stolz sind die Berufsberater der Agentur darauf, dass kein einziger Bewerber mit Hauptschulabschluss unversorgt geblieben sei. Eine Reihe von Maßnahmen, so Teamleiter Jürgen Terhart, habe dazu beigetragen. Flächendeckend werde beispielsweise mittlerweile Nachhilfe für Azubis angeboten, die in der Theorie Probleme haben.

47 angebotene Stellen konnten im Kreis Borken übrigens trotz Bewerberüberhangs nicht besetzt werden. Vor allem im Einzelhandel und in der Gastronomie blieben Plätze unbesetzt. Aber auch in diesem Bereich setzt die Agentur auf die Nachvermittlung.

Quelle: Borkener Zeitung

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