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Neue Entnazifizierungswelle?

Hermann-Löns-Denkmal auf dem Hünsberg beschmiert

Gescher/Coesfeld (fjk/ndr). Die Von-Braun-Straße in Gescher wird „entnazifiziert“ sprich unbenannt. Diesen Beschluss fasste kürzlich der Stadtrat der Glockenstadt. -Lies hier- Die neue „Entnazifizierungswelle“ indes  scheint  kein alleiniges Gescheraner Phaenomen zu sein. Auch dem Dichter Hermann Löns geht es an den Kragen. Spaziergänger aus Gescher berichten von Schmierereien am Hermann-Löns-Denkmal auf dem Hünsberg in der Coesfelder Heide. 

Der Hünsberg in der Coesfelder Heide zählt auch für Gescheraner Bürger zu den gern genutzen Naherholungsgebieten. Doch was Spaziergänger dort am Wochenende sehen, macht die meisten ratlos. Hermann Löns ein Nazi? Die meisten kennen und schätzen ihn als  Dichter, Naturfreund und Umweltschützer, lange bevor es die Ökobewegung gab. Seine Texte, geschrieben Anfang des 20. Jahrhunderts, klingen heute noch modern, beinahe visionär.

„Eine Macht muss die Naturschutzbewegung werden. Eine solche Macht, dass die Industrie, der Handel und der Verkehr mit ihr rechnen müssen. Vielfach hat man sich ihnen zuliebe in ganz unnützer Weise an der Natur versündigt. Und wenn wir sie hindern, solche Sünden weiter zu begehen, so werden wir heute vielleicht Hohn und Spott ernten. Die Nachwelt aber wird es uns danken.“

Kein Wunder also, dass sich Wanderfreunde und Naturschutzbewegungen heute noch auf Hermann Löns berufen.  Aber: „Ganz so einfach ist es nicht,“ schreibt Jahn Ehlert vom NDR in einem Beitrag mit dem Titel „Hermann Löns, der umstrittene Heidedichter.“

Denn das das zuvor genannte Zitat geht noch weiter:

„Wir wollen verhindern, dass der große Volksgesundungsbrunnen verschüttet, das heilige Seelenbad verunreinigt werde. Weil wir wissen, dass Naturschutz gleichbedeutend ist mit Rasseschutz.“

Und von solchen Sätzen gibt es einige: Löns predigt den Teutonismus, weil, so wörtlich, „Humanistik und Internationalismus uns kaputt gemacht haben“. Seine Romane – besonders der „Wehrwolf“ – sind voll archaischer Blut-und-Boden-Romantik und menschenverachtender Beschreibungen.

Dass er von den Nationalsozialisten  instrumentalisiert wurde, kann man Hermann Löns allerdings kaum vorwerfen; er war damals schon fast 20 Jahre tot. Und seine Romane wie „Der letzte Hansbur“ oder „Das zweite Gesicht“ waren schon Bestseller, bevor der nationalsozialistische Geist den Volksgeschmack bestimmte. Wer ihn zu dessen Vordenker machen will,  tut ihm unrecht – und blendet deutlich kritischere Werke wie „Die Häuser vom Ohlenhof“ aus.

*Quelle: Jan Ehlert/NDR

Reinhard Mey.. Sei wachsam!

1 Kommentar zu Neue Entnazifizierungswelle?

  1. Ulrich.Althoff // 31. Dezember 2017 um 16:45 //

    Beim NDR kann nur der Karriere machen, der auf dem linken Auge blind ist und über Themen schreibt die an den linksgrünen Stammtischen gerade in sind. Dazu gehören: Klimaschutz mit Hilfe von Windrädern, Verständnis aufbringen für Asylanten, die sich im deutschen Sozialsystem gut aufgehoben wissen und natürlich die Pestilenz der neuen Parteien im Bundestag, (besonders eine) mit Stumpf und Stiel auszurotten. Die Schmierereien an Häusern in Deutschland und dem Denkmal auf dem Hünsberg kommen nicht von Wählern konservativer Parteien.

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