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„Nur noch harte, gesunde, immunstarke Kinder zur Pankratiusschule“

Verwaltung lehnt Verantwortung für Umzug in ein anderes Klassenzimmer ab

Gescher (fjk). So formuliert es ein Vater dessen Tochter die Klasse 4a der Pankratiusschule besucht. Die Eltern haben von Schulträger und Schulleitung einen Brief bekommen. Den Umzug in einen neuen Klassenraum in der Pankratiusschule will der Schulträger nur zustimmen wenn das Kind „keine gesundheitlichen Einschränkungen“ hat. 

Die Kinder der Klasse 4a wurden vor einigen Wochen aufgrund „leicht überhöhter Konzentrationen“ des Pilzes Penicillium in einen neuen Klassenraum verlegt. In dem  neuen Klassenraum (ehemaliger PC-Raum) klagen die Kinder jetzt vermehrt über Kopfschmerzen. Die Verwaltung will einen „Rückumzug“ in das alte Klassenzimmer aber nur zustimmen wenn die Eltern dafür die Verantwortung übernehmen.. schriftlich!

Gefährden die aktuellen Turbolenzen den Schulbetrieb in der Pankraitusschule? – *Foto: pixabay.com

Eine Mutter meint dazu in einer Mail an GescherBlog: „Ich finde es unerträglich welchen Druck der Bürgermeister auf uns ausübt.  Entweder unterschreiben ALLE, oder man mutet den von Kopfschmerzen betroffenen Kindern zu, dass sie weiter im Computerraum (Raum 10) mit starken Belastungen sitzen müssen. Ein unhaltbarer Zustand, denn dort wird dauergelüftet und die Luft  trotzdem nicht besser. Das ist Erpressung.“

Nach Aussagen des Gesundheitsamtes des Kreises Borken bestehen aus umwelthygienischer Sicht für gesunde Kinder generell keine Bedenken gegen die Nutzung des ehemaligen Klassenraumes. Allerdings, so in dem von Bürgermeister Kerkhoff und Schulleiterin Birgit Knauer unterzeichneten Schreiben, kann ein „gewisses allergenes Potential aufgrund der Schimmelbelastung nicht ausgeschlossen werden. Der Raum dürfe deshalb nicht von Personen genutzt werden, die eine allergische Vorerkrankung haben oder mit Immunschwäche und sonstigen schweren Erkrankungen zu kämpfen haben. Auch die Behandlung der Immunabwehr durch schwächende Medikamente schließen für das Kind eine Teilnahme am Unterricht aus.

Der Kommentar eines Vaters: „Jetzt können nur noch harte, gesunde, immunstarke Kinder die Pankratiusschule besuchen. Ich habe mir die Augen gerieben als ich das gelesen habe. Meine Frau und ich sind total verunsichert. Hört das Chaos denn niemals auf?

Der Schulträger hat vorsorglich in den Osterferien eine professionelle Reinigungsmaßnahme des alten Klassenraumes in Auftrag gegeben. Er -der Schulträger-  versichert, dass keine bedenkenswerten Chemikalien eingesetzt wurden. Eine Fachfirma führte die Arbeiten aus,  so dass der Klassenraum sich nun grundsätzlich wieder für den Unterricht eignet.

Einige Eltern sehen das skeptisch. Biologisch kann man Schimmel nicht beseitigen, man muss die URSACHE suchen. Die Ursache ist Feuchtigkeit, sagen sie. Der Schulleitung liegt ein Schreiben vom Umweltministerium vor, darin wird  dringend davon abgeraten, gegen Schimmel chemisch vorzugehen.

Die Verwaltung betont, einen Umzug in das alte Klassenzimmer werde es nur geben, wenn alle Eltern dem zustimmen. Weiter heißt es: „Zudem obliegt es in dieser Situation Ihnen als Erziehungsberechtigten einzuschätzen, ob die Schulleitung und der Schulträger dem Wunsch einiger Eltern nach einem Rückumzug tragen können,“ dann werde man den Raum für die Benutzung freigeben.

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So geht das nicht, möchte man dem Bürgermeister zurufen. Da diskutiert man im Rathaus wirklich, welche Kinder in welchen belasteten Räumen noch unterrichtet werden können. Unfassbar. Es kommt noch schlimmer, die Verantwortung sollen allein die Eltern tragen.  Der Bürgermeister will seine Hände in Unschuld waschen. Wenn die Situation so ist wie sie im Brief an die Eltern beschrieben wird, dann ist zu handeln.

Es muss vorbei sein mit dem „Rumgeeiere“ wieviel Belastung da und wieviel hier. Wieviel Schimmel hält dein Kind aus, wieviel mein Kind? In welchem Film sind wir hier in Gescher? Allein die Möglichkeit, dass gesundheitlich beeinträchtigte Kinder allergisch reagieren können, schließt Unterricht in diesen Räumen aus. Wenn die Situation den Gesamtbetrieb beeinträchtigt dann muss umgezogen werden.. und zwar schnellstens. Ein letztes Wort an unsere Stadtvertreter. Handeln sie endlich und unterstützen sie den Bürgermeister, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

 

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17 Kommentare zu „Nur noch harte, gesunde, immunstarke Kinder zur Pankratiusschule“

  1. l_herbstmann // 18. April 2018 um 16:56 //

    Das Schreiben an die Eltern finde ich formal interessant. Mit dem Briefkopf der Schule macht es gar nicht den Anschein, dass die Stadt Gescher mit der aktuellen Situation etwas zu tun haben könnte. Dabei ist die Stadt Gescher als Schulträger alleinig verantwortlich für den Zustand des Schulgebäudes. Außer der Unterschrift des Bürgermeisters weist darauf aber nichts hin.
    Dass sich die Eltern zwischen dem einen Übel und dem anderen Übel nun entscheiden sollen, ist Beweis für das Versagen der Stadt Gescher als Schulträger. Die Stadt sollte mal in §79 des Schulgesetzes NRW hineinschauen und sich fragen, ob sie dem noch gerecht wird. Angesichts einer wachsenden Ganztagsnachfrage (plus geplantem Rechtsanspruch der neuen Bundesregierung) und der – eigentlich – Selbstverständlichkeit, dass ein Schulgebäude barrierefrei sein sollte, sollte die Stadt Gescher darüber hinaus das Gebäude der Schule in seiner jetzigen Form grundsätzlich einmal in Frage stellen. Selbst die Pläne einer Sanierung des Gebäudes scheinen den wachsenden Anforderungen nicht zu genügen.
    Die Frage wie es mit der Pankratuisschule weiter gehen soll, wäre eigentlich ein schönes Thema für einen Bürgerentscheid in der Stadt.

  2. Nase voll vom Rathaus // 16. April 2018 um 09:49 //

    Nur wenn es um die Interessen der Kinder geht, hört der Spaß auf. 5 Mio. für die Unterbringung der Feuerwehrautos weil die Feuerwehr CDU geführt ist und kein Geld für eine neue Schule. Sauerei.

    Gescher ist kein Ort, wo man die Welt retten kann.

  3. Andreas Heumer // 14. April 2018 um 17:13 //

    @ Außenstehender
    Wenn Sie sich die Sitzungsvorlage auf stadtgescher.de anschauen, steht ein Neubau nicht zur Disposition. Der Rat hat sich für eine Ausschreibung zur Sanierung/Modernisierung entschieden.
    Beauftragt wurde die frühere Anwaltskanzlei unseres Bürgermeisters wie schon früher etwa bei der Ausschreibung für den Schulbusverkehr. Warum ein Anwalt aus Hamm für so etwas herangezogen werden muss und ob wir Bürger einen Vorteil/Nachteil davon haben, sollte der Bürgermeister beantworten. Jedenfalls das Thema Neubau ist wohl Geschichte. Schade.

    Hier Zitat aus Sitzungsvorlage für den kommenden Mittwoch:
    Bekanntlich war die Sanierung/Modernisierung der Pankratius-Schule in den vergangenen Monaten mehrfach Gegenstand von Beratungen in verschiedenen Ausschüssen bzw. dem Rat, zuletzt am 28.02.2018 (siehe auch VS 12/2018). Die in dieser Ratssitzung beschlossene Ausschreibung der Planungsleistungen wird zurzeit, in Abstimmung mit der beauftragten Rechtsanwaltskanzlei Wolter Hoppenberg, vorbereitet und soll in Kürze veröffentlicht werden. Insofern wird zum Sachstand auf die vorliegenden Niederschriften bzw. Vorlagen verwiesen.

  4. Aussenstehender // 13. April 2018 um 15:09 //

    Ich bin nicht betroffen. Allerdings verfolge ich die Diskussion über die Pankratiusschule als Gescheraner mit großem Interessse. Ich war selbst Schüler der Pankratiusschule.
    Anfangs hielt ich die Diskussion für den Ausfluss hyperventilierender Eltern. Heute habe ich eine andere Meinung. Die Schule ist nicht zu sanieren. Es gibt kein Vertrauen in eine Sanierung. Wer das kaputt gemacht hat, an der Diskussion will ich mich nicht beteiligen.
    Eine Bemerkung will ich mir dennoch erlauben. Mit dem Brief des Schulträgers an die Eltern wurde nach meiner Meinung die Grenze der Redlichkeit überschritten. Wie kann man Eltern so unter Druck setzen? Denn wenn ich richtig gelesen habe wird ein Umzug in die andere Klasse nur möglich wenn jeder einzelne zustimmt.
    Trauen sich noch Eltern gegen einen Umzug zu stimmen? Jeder Vater, jede Mutter übernimmt ganz allein die Verantwortung für alle Schüler. Eine Verantwortung die weder Schulträger noch Schulleitung übernehmen wollen.

  5. Betroffene // 13. April 2018 um 12:40 //

    Verfolge dieses Thema seit Monaten! Die ganze Vorgehensweise zeugt von Inkompetenz!
    Zuerst vernachlässigt der Schulträger jahrzehntelang die Instandhaltung des wunderschönen alten Gebäudes. Erst auf Druck der Eltern und der Schulleitung wird die Schule auf Schadstoffe untersucht, die nachgewiesen werden konnten. Sämtliche Oberflächen müssen lt. Herrn Gebker erneuert werden. Anstatt das Problem ordentlich zu lösen wird eine unzureichende Sanierung mit knapper Mehrheit von schwarz-grün durchgesetzt, die den Anforderungen des heutigen Schulalltags, geschweige denn der Übermittagsbetreuung nicht genügt. Andersdenkende kommunalpolitische “Gegner”, dass muss man sich mal für das kleine Gescher überlegen, werden denunziert und sogar seitens der Presse verunglimpft! Schlimmer noch, dass hier die Finanzströme in Richtung schwarz-grün fließen. Es schreit zum Himmel, aber der Gescheraner möchte lieber seine Ruhe!!! Als ich jetzt von diesem Schreiben für die Eltern der 4a erfuhr, in dem sich der Bürgermeister aus der Verantwortung stehlen will, wird wieder einmal klar wie integrant und schmutzig diese, eigentlich uns allen am Herzen liegende Sache, behandelt wird. Ich bin wieder einmal entsetzt!

  6. verärgerter Bürger // 13. April 2018 um 11:12 //

    Es könnte alles so einfach sein, wenn, ja wenn man nicht im Eiltempo das ehemalige Kutschenmuseum vergeben hätte.
    Die Pacht, also die „Erbpacht“ daraus wiegt den Mehraufwand nun sicher nicht auf.
    Es ist Erstaunlich was für Aktivitäten an den Tag gelegt werden, um „sich selbst“ sauber zu halten.
    Es dürfte an der Zeit sein, höhere Institutionen mit ins Boot zu nehmen, um derartige Ungereimtheiten zu beenden.
    Demnächst dürfen Eltern im Winter auch noch nach Plan den Schulhof vom Schnee räumen, um der Stadtverwaltung die Räumpflicht abzunehmen.

  7. Anne Hauling // 13. April 2018 um 10:13 //

    Ich habe mich ebenso über das Schreiben des Schulträgers gewundert. Laut Schulgesetz ist der Schulträger, in diesem Fall die Stadt Gescher, für die Instandhaltung des Gebäudes verantwortlich und ebenso in der Fürsorgepflicht den Kindern gegenüber. Man sollte davon ausgehen, dass diese Verantwortung auch von der Stadt Gescher übernommen wird. Ausnahmslos.
    Sollte ich als Elternteil die Verantwortung für die Qualität von Klassenräumen übernehmen, bräuchte ich absolute Transparenz hinsichtlich verwendeter Stoffe und auch Mediziner, Baubiologen oder sonstige Fachleute, die sich mit allergenen Stoffen auskennen. Das ist nicht in meinem Sinne und kann auch NICHT im Sinne des Schulträgers sein. Deshalb die Iriitation über das Schreiben.

    Im Übrigen wäre es schön, wenn endlich ALLE Klassenräume der Pankratius Grundschule mit verwendbaren Tafeln ausgestattet würden. Ich habe gestern einen Blick in den Klassenraum der 4a geworfen. Dort wird mit einer Minitafel auf Rollen von ca. 1 qm gearbeitet. Schon kleinere Tafelanschriebe sind unmöglich zu leisten.
    Wir sprechen hier nicht von Luxusforderungen oder gar dem digitalen Zeitalter, sondern von einer Ausstattung, die – zumindest tafeltechnisch – der von Schulen in den 50er Jahren entspricht.

  8. facebook // 12. April 2018 um 18:11 //

  9. Christian W. // 12. April 2018 um 17:41 //

    @genau Herr Heumer, die Kinder haben keine Lobby. Da sind nun starke und mutige Eltern gefragt!

  10. Es gibt gute Baubiologen, die sich da einbringen könnten, um die Sanierung gesundheitsgerecht durchzuführen. Alles andere ist m. E. doch Augenwischerei. Die Verantwortung einfach an die Eltern abzugeben, finde ich entsetzlich. Ach ja, ein Neubau, bietet auch viele gesundheitliche Risiken. Neu ist nicht gleich schadstofffrei oder -arm.

  11. Liebe GescherBlog User (früher sagte man „Leser“) 😉

    Gestern Abend, nur wenige Stunden nach Veröffentlichung dieses Beitrages, war der Artikel 5.747 mal gelesen. Das zeigt die hohe Emotionalität die in der Thematik steckt.

    Mehrfach wurde ich gebeten, den Brief des Bürgermeisters Kerkhoff und der Schulleiterin Knauer im Original zu veröffentlichen. Das will ich gern tun. Ich bitte die Qualität zu entschuldigen. Das Schreiben wurde mir als JPG per Mail zugesandt:

    http://blog.fjk-net.com/gescherblogneu/wordpress/wp-content/uploads/2018/04/pankratius.jpg

    Zum Schluss noch ein Appell: Gerade wegen der hohen Emotionaliät, die zweifelsfrei vorhanden ist, bitte ich um bestmögliche Sachlichkeit. Schön wäre natürlich wenn Akteure wie Kommunalpolitiker, Lehrer oder auch Verwaltungsfachleute sich mit Klarnamen einklinken könnten.

  12. Ich bin ein Vater, dessen Kind in die Klasse 4a geht. Ehrlich gesagt regt mich das gar nicht so auf und ich verstehe diese große Welle darum gar nicht. Mein Kind darf gerne zurück in den alten Klassenraum, dort hatte es nie gesundheitliche Probleme, im Gegensatz zum jetzigen Raum, der natürlich eine Notlösung ist, die Schule hat keinen anderen Klassenraum für die Kinder, . Ich habe auch nicht von der Schule erwartet, dass sie einen neuen Klassenraum zur Verfügung stellen, welche Schule kann das schon?
    Es wird meiner Meinung nach viel zu viel Bramborium gemacht. Ich bin sicher kein Rabenvater, mir liegt die Gesundheit meines Kindes auch sehr am Herzen. Was aber derzeit abgeht ist übertrieben und ich hoffe die Gemüter fahren allmählich wieder herunter. Bleibt auf dem Teppich!

  13. Andreas Heumer // 12. April 2018 um 00:23 //

    Ich bin zum Glück nicht betroffen und möchte aber meine Solidarität mit den Betroffenen zum Ausdruck bringen. Ich kenne auch den Brief nicht und kann die Gefährdungslage nicht beurteilen.
    Um aber überhaupt noch einen geordneten Unterricht gewährleisten zu können, muss hier von ganz oben von der Bezirksregierung oder noch höher die Regie übernommen werden.

    Emotionale Reaktionen der Eltern sind sicher verständlich aber sie schaden am Ende den eigenen Kindern. Und so ein Schreiben kann nur der Kinderarzt unterzeichnen. In Gescher kann und wird man dieses Problem nie lösen können. Die Lobby der Schulkinder ist hier zu schwach.

  14. ….und im Übrigen: Schwarz-Grüne Mehrheit und Leute im Rat, es reicht nun wirklich! Sorgt endlich dafür, dass das „Problem“ Pankratius Schule angepackt wird. Es ist Schimmel festgestellt, es sind Schadstoffe festgestellt…und passiert ist nichts!

  15. Da schleicht sich aber jemand aus der Verantwortung! Wäre ja interessant das gesamte Schreiben des Schulträgers zu lesen! Die Eltern sollen also die Verantwortung übernehmen für Maßnahmen, die der Schulträger hat durchführen lassen? Wird hier herumexperimentiert? Wie viel Schimmel verträgt die Elternschaft? Was unterschreibt der Bürger, nur weil der Bürgermeister es verkündet?
    Wie kann es sein, dass die Schule keinen einwandfreien Raum zur Verfügung stellen kann? Vielleicht könnte man gleich zur Anmeldung zur ersten Klasse testen, ob das Kind unter Allergien leidet.
    Ich kann nur hoffen, dass die Eltern dieser Klasse sich entschieden dagegen äußern!

  16. Unfassbar.. // 11. April 2018 um 21:04 //

    Weiß man, warum die Kinder nun doch nicht zur Gesamtschule umgezogen sind?!
    Der Umzug sollte doch erst in den Osterferien, dann Pfingsten und nun nicht mal für nach den Sommerferien geplant sein?!

  17. nicht zu glauben // 11. April 2018 um 20:08 //

    Ich würde den Druck mal erhöhen. Es gibt genug Stellen (Bild, Fernsehen und so weiter) wo man mal öffentlich machen kann, wie die Stadt Gescher mit der Gesunheit unserer Kinder umgeht.

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