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Unzufriedenheit über Situation an der Pankratiusschule

Gescher (fjk). Der Mittwochabend war im Rathaus offensichtlich der Tag der Bürger. In der Ratssitzung wollten sie vom Bürgermeister Antworten auf sie bedrückende Fragen. So auch Mütter von Schülern der Pankratiusschule. Sie halten die Zustände dort für unerträglich. Enttäuschend für sie die Antworten des Bürgermeisters: Ausweichend, unverbindlich und wenig Neues.

„Gibt es Neuigkeiten zum Raumkonzept der Gesamtschule, wo soll dort die Pankratiusschule hin und wann?“ wollte eine Mutter wissen.

Das Raumkonzept für die Gesamtschule sei durch den anwesenden Architekten Farwick erstellt, sagte Kerkhoff.  Es werde zunächst intern im Rathaus beraten und nach den Ferien den Eltern vorgestellt. In Kürze wolle man das Konzept auch mit der Schulleitung besprechen. Nichts Neues auch zur Frage des Umzugstermins der Pankratiusschule, rückte der Verwaltungschef heraus. Das „Ob“ sei abhängig davon ob der Rat nach den Ferien eine Sanierung beschließe, und das „Wann“ davon wann die Sanierung notwendig sei. „Lassen Sie uns mal kreativ sein,“ bat der Verwaltungschef die Fragende um Verständnis.

Von unerträglichen Zuständen in der Pankratiusschule berichtete eine weitere Bürgerin. „Wann wird der gesperrte Keller wieder für die Benutzung freigegeben?“ Fachunterricht könne nicht gegeben werden. Der Förderunterricht finde auf dem Flur statt und der PC-Raum könne nicht genutzt werden. Der Druck sei groß. Es müsse alles schneller gehen als Rat und Verwaltung sich das vorstellten. Die Umstände seien so nicht länger hinnehmbar. „Warum wird die Schulleitung nicht zum Stand des Projektes informiert und in die Planungen eingebunden?“

BM Thomas Kerkhoff

„Wir sind in ständigem Kontakt mit der Schulleitung,“ sagte der Bürgermeister. Zum jetzigen Stand des Verfahrens, Vergabe des Planungsauftrages, könne man die Schulleitung aber nicht einbinden. Dennoch habe er das in der vergangen Woche ausführlich mit der Schulleiterin Frau Knauer besprochen.

Das der Schulalltag  in der Pankratiusschule nicht optimal ist, sei ihm klar, sagte Kerkhoff. Er habe aber mehrfach angeboten, weitere Räume zur Verfügung zu stellen. So auch den Kleinen Sitzungssaal im Rathaus als Klassenzimmer. Nach den Sommerferien werde entschieden, ob saniert werde oder ob weitere Konzepte gemacht werden müssten. Er selbst habe überhaupt keine Probleme damit,, nach den Sommerferien einen Umzug stattfinden zu lassen. Wann der Keller wieder genutzt werden kann könne er nicht sagen.

Über erheblich Defizite und Einschränkungen in der Pankratiusschule berichtete Anne Hauling, Mutter und selbst Lehrerin.  So könnten Online-Angebote überhaupt nicht stattfinden. „Können Sie garantieren dass der nächste Abschlussjahrgang entsprechende Angebote nutzen kann?“ fragte sie Kerkhoff.  Es seien in der Grundschule ganz andere Kompetenzen gefragt wie vor 30 Jahren. Z. B. Medienkompetenz.

Er wolle das Gespräch mit der Schulleitung suchen, blieb Kerkhoff eher unverbindlich. „Ich habe da mehrere Ideen,“ Welche verriet er nicht. Garantieren wollte Kerkhoff  auch nichts. „Ich garantiere nur was ich auch halten kann.“

3 Kommentare zu Unzufriedenheit über Situation an der Pankratiusschule

  1. Vielleicht ist ja in dem bunt karierten Haus an der Kirche noch Platz für die Grundschüler.
    Pupils in residence!

  2. Anne Hauling und Heike Demes // 9. Juli 2018 um 18:21 //

    Wir kennen die Pankratius Grundschule als eine Schule, an der inhaltlich und pädagogisch sehr gute Arbeit geleistet wird. In landesweiten Vergleichstests liegen die Ergebnisse über dem NRW-Durchschnitt. Wir können nicht verstehen, wieso diese Leistung seitens des Schulträgers nicht wertgeschätzt wird. Wieso werden nicht endlich akzeptable Bedingungen geschaffen?
    Seit einem Jahr nun machen die Eltern auf Ausstattungsmängel und Raumluftprobleme aufmerksam. Der Schulträger reagierte bisher mit Beschwichtigung, Verurteilungen („alles nur Panikmache der Helikoptereltern“) und Sperrung von Räumen. Abhilfe wurde aber nicht geschaffen. Die Raumluft ist immer noch miserabel, obwohl dauergelüftet wird. Es fehlen immer mehr Räume, die Anmeldezahlen sinken. Fachunterricht kann nicht erteilt werden. Der Vorschlag des Bürgermeisters man könne ja den kleinen Sitzungssaal im Rathaus als Klassenraum nutzen, kann nur als schlechter Scherz gemeint sein. Begründungen muss man nicht anführen – indiskutabel.
    Die Auswirkungen dieser Politik des Aussitzens hat der jetzige Abschlussjahrgang zu spüren bekommen. Planvolles Arbeiten und kreative Kompetenzen im Werkunterricht erlangen – unwichtig. Online-Diagnose um den Förderbedarf einzelner Kinder festzustellen – ging nicht. Die PCs mussten wegen Raummangels in den Keller verstaut werden. Stattdessen: Förderunterricht auf dem Flur.
    Unfassbare Zustände für eine Schule in Deutschland, einem der reichsten Länder der Erde, in dem Bildung ganz oben auf der Agenda stehen sollte. Unfassbar auch, wie mit pädagogisch und inhaltlich kompetenter Arbeit umgegangen wird.

  3. Brigitte // 7. Juli 2018 um 09:17 //

    Ein weiteres „Pleiten, Pech und Pannen“ aus dem Rathaus.

    Wie sollen z.B. die Räume im Rathaus von Grundschülern genutzt werden? Eine Schulstunde dauert immer noch einer Dreiviertelstunde. Hingehen, ankommen, auf welchen Stühlen sitzen, welche Tische benutzen, wo ist die Tafel?, wo sind die kindgerechten Toiletten, welche Aufsichtsperson begleitet das Kind dorthin……usw. usw..

    Meine Kinder sind schon erwachsen und nutzen diese Schule nicht mehr, aber ich kann mich erinnern, dass in unserer damaligen Heimatstadt der Kindergarten wegen Baufälligkeit geschlossen und ersatzlos gestrichen werden sollte. Wir Eltern sind damals auf die Barrikaden gegangen – heute steht dort einer der heute dringend benötigten Kindergärten. Eltern können etwas bewirken! Man muß nur den Hintern hochkriegen!

    Mich wundert – wieso halten die Elter der Pankratiusschüler so still? Wo ist der Protest? Ist wichtiger, dass der Schulweg schön kurz ist (wurde hier im GB tatsächlich als Kommentar gepostet) oder ist die Gesundheit und die notwendige Raumausstattung wichtiger?
    Ist diese Haltung auch auf die allgemeine Politikverdrossenheit zurückzuführen? Waren wir früher einfach kritischer und haben uns nicht alles von der Politik bieten lassen?
    Aber hier geht es doch um eure kleinen Kinder und ihren Start ins Leben?

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