Newsticker

Kerkhoff droht Presse mit Rausschmiss

Gescher (fjk). Bürgermeister Kerkhoff drohte der Presse, sie des Saales zu verweisen. Ein  aussergewöhnlicher Vorgang der zeigt, dass die Nerven bei der Abstimmung zur Straßenneubausatzung am Mittwochabend im Rathaus blank liegen. 

Angelika Dapper-Schneider, GRÜNE

Die Grünen-Stadtvertreterin Angelika-Dapper Schneider hatte auf dem Arbeitstisch eines Pressevertreters eine Kamera entdeckt. Heftig gestikulierend wandte sie sich von ihrem Platz aus an den Bürgermeister: „Herr Bürgermeister, bitte unterbinden sie das. Hier werden Fotos gemacht.“

Der Bürgermeister reagierte. Er werde von seinem Hausrecht Gebrauch machen und den Pressevertreter (Anmerkung: GescherBlog) aus dem Raum verweisen. „Wenn ich Fotos auf entsprechen Portalen sehe,“ er meinte GescherBlog, “ sehe ich das als Beweis.

Pressevertretern ist im Rathaus von Gescher so ziemlich alles verboten was die Berichterstattung bereichert: Kein Foto, kein Video, keine Audioaufzeichnung, kein Livestream.. ähnlich wie in Moskau im Kreml 🙂

 

6 Kommentare zu Kerkhoff droht Presse mit Rausschmiss

  1. Reinhard // 8. Juli 2018 um 13:53 //

    Warum stehen bei unserem Bürgermeister auf der Seite der Stadt Gescher eigentlich keine Kontaktdaten.
    Alle Ratsmitglieder haben Kontaktdaten und Anschrift hinterlegt, die meisten sogar mit Foto.
    Nur unser Bürgermeister nicht, irgendwie doch seltsam oder Kerkhoff, natürlich anders.

  2. Andreas Heumer // 7. Juli 2018 um 10:25 //

    Ich stimme zu, dass die Reaktion der Frau Dapper Schneider überzogen war und auch nicht sinnvoll.

    Ich möchte aber mal etwas weiter ausholen um Ursachen zu finden, warum in Gescher, z.B. im Fall KAG Satzung so schlechte Entscheidungen gefallen sind.
    Zufällig habe ich in letzten Tagen viel mit grünen und schwarzen Politikern über ein anders Thema gesprochen. Mir ist da aufgefallen, das insbesondere bei den Schwarzen immer der Satz viel: „Wir vertrauen dem Bürgermeister…“,ohne dass der angegriffen wurde.

    Ich schließe daraus, dass es am 4. Juli insgesamt weniger um Straßen als um den Bürgermeister (Unterstützung) ging. Eine Ursache dafür könnte sein, dass der Druck der besonders von Gescherblog aus ging, und diese Abstimmung zur KAG Satzung, von Ihnen Herr Kunst, zur Schicksalsfrage für den Bürgermeister hoch stilisiert wurde, nur so ist das fürchterliche Abstimmungsverhalten zu erklären.

    Wenn die Bürgerinitiative klug ist, was sie bisher nicht war, wird sie erst mal Sacharbeit machen und an praktischen Beispielen erklären wie sich diese Satzung auf Familien auswirken kann und wird. Und dann muss im Herbst das Thema in einer Sachatmosphäre wieder auf den Tisch und überprüft werden, ob so ein Solidarprinzip auch für die Innenstadt möglich ist.

  3. Brigitte // 7. Juli 2018 um 09:27 //

    Wenn ich das hier lese, frage ich mich schon, was die Gescheraner Politiker rsp. der Bürgermeister zu verbergen haben.
    In meinem Geburtsort im Ruhrgebiet gibt es sogar einen Livestream von Sitzungen für interessierte Bürger, die nicht dabei sein können.

    Ok, Gescher ist natürlich anders und die Digitalisierung wird im Rathaus voll verpennt.

    Mir drängt sich allerdings auch der Gedanke auf, dass der Gescheraner Bürger ja nicht zu viel Informationen erhalten soll, schon garnicht von anderen Gremien als der Gescheraner Zeitung.

  4. @Herbsti
    Hallo „Kunstkritiker“, schön dass Sie sich auch mal wieder melden. Ihre Argumentationstechnik ist noch immer die alte. Sie unterstellen etwas, was nie gesagt wurde. Z. B. die Berichterstattung unterliege der Zensur. Wie gesagt, unseröse Argumentationstechniken. Haben Sie eigentlich nicht nötig, das können Sie besser.

    Ich will aber die Gelegenheit nutzen, etwas zur Pressearbeit im Rathaus zu sagen. Der BM versucht mit allen Mitteln, die Berichterstattung in seinem Sinne zu beeinflussen und die Arbeitsmöglichkeiten für Berichterstatter so eng wie möglich zu halten, bis hin zur Schikane.

    Früher, in der Zeit vor Kerkhoff, konnten Sie noch jeden Fachbereichsleiter im Rathaus zwecks Abklärung von Sachfragen anrufen, heute muss alles über den BM persönlich laufen. Das nimmt gelegentlich groteske Züge von Kontrollwahn an. GescherBlog auf jeden Fall behindert das in der Berichterstattung erheblich.

    Fotos, Videos, Livestreams.. nicht einmal Audioaufzeichnungen erlaubt die Geschäftsordnung. Als Journalist schreibe ich mir manchmal die Finger wund. Dabei ginge es viel einfacher.

    Geradezu im Paradies fühlt man sich im Kreishaus von Borken. Dort dürfen sie alles was der Information des Bürgers dient: Filmen, fotografieren, mitschneiden..

    Ohnehin ist die Öffentlichkeitsarbeit aus professioneller Sicht im Rathaus eine Katastrophe. Man schaue sich als Beispiel einfach die Homepage an.

    Ich will aber gern noch einmal auf besagte „Szene“ im Rathaus zurückkommen. Ich habe keine Fotos gemacht, nur die Digitalkamera in der Hand gehalten, weil ich die Bilder, die ich vor der Sitzung gemacht hatte, noch einmal ansehen wollte. Ich wollte schauen, ob ich die Grünen drauf hatte.

    Frau Dapper-Schneider brach in Hysterie aus als sie die Kamera sah. Für Frauen eher untypisch. Die Szene ist im Beitrag beschrieben. Ich gebe aber zu, ich hätte gern ein Foto gemacht. Wie sie aufrecht da STANDEN, wie angetretene Soldaten zur Meldung -unsere GRÜNEN- als sie den Beschluss zur Straßenneubausatzung fassten, der viele Bürger in Bedrückung bringen wird. Den Blick visionär nach oben gerichtet. Ein Bild das wert gewesen wäre, festgehalten zu werden.

  5. Herbsti // 6. Juli 2018 um 23:11 //

    Es ist unrichtig zu behaupten, hier würde die Pressefreiheit unterdrückt. Fotografieren, Bild- & Tonaufzeichnungen sind in Ausschuss- und Ratssitzungen nur nach vorheriger Anfrage und Genehmigung durch den Sitzungsleiter*in erlaub. Was die Presse oder auch Besucher anschließend aus einer Sitzung berichten, unterliegt auch keinesfalls einer Zensur. Es sollte allerdings den Tatsachen entsprechen. Dieses sollte auch dem Pressevertreter von „Gescher Blog“ geläufig sein. Hier von Moskauer Kremelverhältnissen zu sprechen, ist völlig daneben.

  6. Das zeigt in welcher Demokratie wir leben. Der Bürgermeister möchte bitte einen Blick in das Grundgesetz werfen unter:
    Artikel 5
    (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


%d Bloggern gefällt das: