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Die Dürre auf den Feldern und die Leere in den Köpfen

Ein Gastkommentar von Andreas Heumer, Landwirt und Agraraktivist

Gastkommentar Andreas Heumer: Die Tagesthemen am Donnerstag hatten es in sich. Es gibt trockene Jahre und eine Steigerungsform ist die Bezeichnung „Dürre“. Jeder denkt bei dem Wort an Afrika, aber nach den Satellitenbildern in den Tagesthemen, darf man angeblich in Deutschland auch von einer Dürre sprechen.

Andreas Heumer – Landwirt und Agraraktivist

Ich halte das aus zwei Gründen für sehr zynisch. In Deutschland importiert man was fehlt und die Lebensmittelpreise steigen nicht mal. Gleichzeitig leisten sich die Deutschen Biogassubventionen und vernichten damit jährlich über 10% der deutschen Ernte. In Afrika haben Dürren ein unglaubliches Menschenleid zur Folge und deshalb darf man den Begriff in Deutschland nicht verwenden.

Ein leerer Kopf nicht nur bei dem Kommentator in den Tagesthemen, der den Bauern eine Mitschuld an der Trockenheit zuschreibt, sondern der auch noch eine schreckliche Empfehlung gibt:  Der Bauer soll auf BIO umsteigen. Natürlich ist Bio als Nische  o.k., um die Kundenwünsche der wohlhabenderen Bevölkerungsschichten (2-3%) zu bedienen. Machen es alle Bauern, verhungern auch in Europa Menschen oder sie kaufen den armen Ländern noch die letzten Lebensmittel weg.

Einzige richtige Erkenntnis in dem Kommentar ist die Bewertung der Bauernverbandsfunktionäre. „Kornkraft statt Kernkraft“ , diese leere Phrase erklärte einst Bauernpräsident Sonnleitner – mit dem CDU Abgeordneten Röring als Zuflüsterer.

Für Borken stehen spannende Wochen an. Silomais als Grundfutter für Kühe und Faulgasanlagen lässt sich nicht weit transportieren und somit nicht importieren. Viele Bauern sind mit Faulgasanlagen Lieferverträge eingegangen und werden nach Gewicht abgerechnet. Kein Risiko also für den Käufer bei „Dürren“ und er hat sicher noch Potential jetzt zuzukaufen.

Beim System Röring kann man nicht vom leeren Kopf sprechen, sondern von Geschäftssinn, Gier und mangelnden Anstand schon eher. Die Frage ist nur, wie lange lassen die Bauern und die Gesellschaft solche Funktionäre noch wirken?

Lies hier: Kommentar von Topagrar

Lies hier; Kommentar in Tagesthemen von Detlef Flintz.. ab Minute 7.00

Fotos: agrar heute/fjk

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8 Kommentare zu Die Dürre auf den Feldern und die Leere in den Köpfen

  1. Ulrich Althoff // 5. August 2018 um 17:21 //

    Scheinbar sind nicht nur die Grün*innen durch das schöne Sommerwetter erhitzt. Laut einem Kommentar in der FAZ, nutzen die Grünen jetzt jede Gelegenheit, um gegen die sogenannte konventionelle Landwirtschaft zu wettern. Mitten in dieser schwierigen Lage für die Landwirtschaft, werden die Bauern als Klima-Killer verunglimpft.
    „Die Landwirtschaft sei zwar auf die natürlichen Lebensgrundlagen angewiesen, vernichte sie aber zugleich, weil ihr relativer Beitrag an den Treibhausgas-Emissionen in Deutschland steigt“. So steht es in einer Erklärung der grünen Bundestagsfraktion!!!
    Kollektivierung der Landwirtschaft, ick höre dir trapsen……..

  2. Jochen Schulze Pröbsting // 5. August 2018 um 13:08 //

    @ Andreas
    So ein Schwachsinn!

  3. Andreas Heumer // 4. August 2018 um 11:35 //

    Ja habe ich auch gelesen. KGE fordert den Ausstieg aus der Massentierhaltung um das Klima zu retten.
    Richtig ist, dass die Grünen mit der Solarförderung die Massentierhaltung und Großställe massiv gefördert haben. Finanzierende Banken haben Solaranlagen auf den Stalldächern zur Bedingung gemacht. Im Klartext: Ohne Solarförderung hätten wir heute weniger Massentierhaltung.
    Ohne Solarförderung hätten die 8000 Schweine in Rheine nicht so qualvoll sterben müssen.

  4. Ulrich Althoff // 4. August 2018 um 11:04 //

    Nachrichten von überhitzten grünen Frauen (AB+KGE):
    – Wir müssen an die Ursachen ran und die Ursachen für diese Hitzewellen und die Dürren auf den Feldern…….
    -Es ist wirklich sichtbar, spürbar. Alle Leugner und alle, die nichts tun, sind in der Verantwortung. Dieses Wetter kommt nicht zufällig oder vom Himmel….
    Dabei erleben wir derzeit endlich einen schönen warmen Sommer, der bisher noch nicht einmal überdurchschnittlich heiß zu werden verspricht. Der vergangene Juli jedenfalls zählt nicht zu den drei wärmsten Juli-Monaten seit Aufzeichnung der Wetterdaten. Der Juli 2006 war der Wärmste, 1994 der Zweitwärmste und der Juli 1983 der Drittwärmste.

  5. Andreas Heumer // 30. Juli 2018 um 06:57 //

    @ M.bl

    Glauben Sie nicht auch, dass die großen Bierbrauer nicht genau wissen wie die Faktenlage zum Thema „Glyphosat/Bier“ ist? Es war direkt auffällig, wie man sich mit Stellungnahmen zurückgehalten hat. Aus meiner Sicht gibt es 3 mögliche Erklärungen für den Skandal der keiner wurde.

    1. Das „Umweltinstitut“ hat bei den 14 Stichproben nicht sauber gearbeitet

    2. Es gab oder gibt wirklich eine Belastung und diese stammt von preiswerten Braugerstenimporten besonders bei großen Brauereien. Diese Importe stammen aus Ländern wo man unsachgemäß mit dem Herbizid umgeht

    3. Es wurden Rückstände von Reinigungsmittel gefunden, die Brauereien zur Reinigung von Pfandflaschen einsetzen.

    Ich denke man sollte Glyphosat verbieten, weil die verbreitete Angst wirklich Schäden bei Bürgern verursacht. Nicht der Wirkstoff selbst ist das Problem sondern die Angst, die letztendlich auch krank macht.

    Außerdem ist das eine echt linke Nummer, dass der ehemalige Landwirtschaftsminister Schmidt (CSU), jetzt zur Deutschen Bahn wechselt, die ja bekanntlich der größte Anwender von Glyphosat ist.

    Sonst bitte einfach seriös argumentieren. Nur weil das Fleisch aus Massentierhaltung preiswert ist und eine bessere Klimabilanz hat als Biofleisch, muss man es doch nicht in Massen jeden Tag essen.

    Die Tierbestände sollte man zurückfahren, aber nicht wegen Trockenheit oder falscher Ernährungsgewohnheiten, sondern so zurück fahren, dass sie in „Bauernhand“ bleiben. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht man sachliche Diskussionen die zu guten Ideen führen.

  6. Also..
    Intensivlandwirtschaft,ist weniger umweltschädlich,als Bioland-Wirtschaft!?
    Verseuchte Böden, verseuchtes Grundwasser, Insektenrückgang von 80% , sind nicht so tragisch, wie eine intensivlandwirtschaft!?
    Die biotiere, wachsen langsamer, und produzieren weniger Methan!?
    Deswegen, Tiere schnell groß màsten, in Massen,dann weniger Methan!? Und , weil die Leute sich ja nicht mehr Einschränken können, und soviel produziert werden muss, weil sie soviel Nahrungsmitteln wegwerfen..!?
    Die Konzentration von glyphosat, vor allem in bier beispielsweise, IST höher, als im Trinkwasser erlaubt. Glyphosat wurde einst als Rohrreinigung zum Patent angemeldet. Es bindet sich an Metalle. Im Körper bindet es sich an Kobalt.
    Unsere Kinder, da versichere ich ihnen, werden uns im Grab mit dem Hammer erschlagen!
    Weil wir uns nicht einschränken konnten, aber Nahrungsmittel sehr viel wegwarfen, haben wir das Grundwasser und die Böden verseucht. Wegen den geringeren methanausstoß, haben wir intensiv Landwirtschaft betrieben, sind aber mit dem Flugzeug zum Einkaufen, von Weeze für 50 Euro nach Barcelona geflogen!?
    Tja… Der Wahnsinn!

  7. Andreas Heumer // 28. Juli 2018 um 20:44 //

    Hier wurde die Frage gestellt, wie man vor Glyphosat, also vor dem chemischen Pflanzenschutz, satt geworden sei. Die Antwort ist einfach: Man ist es nicht. Auf Wikipedia einfach mal Hungersnöte Europa anschauen. Zwischen 1845 und 1849 sind in Irland mal eben 1 Mio. Menschen verhungert.

    Des Weiteren waren die Menschen früher nicht so anspruchsvoll und haben einfach bescheidener gelebt. Heute werden Unmengen weggeworfen.

    Optimal wäre sicher ein Mittelweg wie man nachhaltig lebt und auch nachhaltig produziert. Natürlich kann man weniger Fleisch essen und einige glauben damit das Klima zu schonen. Genau deshalb war der Kommentar so schlecht, weil 1 kg Biofleisch eine deutlich schlechtere Klimabilanz hat als 1kg Fleisch aus Intensivmast. Die Tiere wachsen langsamer und setzen mehr Methan und Co2 frei, neben den Folgewirkungen einer schlechteren Futterverwertung.

    Der Fehler der derzeit gemacht wird, ist Panikmache in die falsche Richtung.
    Man hat Angst vor Pestiziden aber nicht vor Schaderregern. Dabei können Pilzgifte viel gefährlicher sein. Ich möchte einfach nicht auf Bio weiter eingehen, weil es sind Kollegen die unter der Hitze besonders leiden. Wenn einer Nothilfe braucht, dann die Biobauern. Im Übrigen ist das Steuerargument in den Tagesthemen auch so absurd, denn Biobauern bekommen schon mehr Agrarsubventionen als Konvis. Wenn Bio weiter ausgebaut werden würde, und Discounter auch den Biobauern die Preise versauen, wird es richtig teuer für den Steuerzahler.

    P.S.:Ich bin auch gegen die geforderte Nothilfe des Bauernverbandes. Das Geld würde sicher in die falschen Taschen wandern. In den Fällen wo es wirklich um die Existenz geht, sollte man helfen. Hat man bei Banken auch gemacht.

  8. Ulrich Althoff // 28. Juli 2018 um 15:08 //

    Ein sehr guter Kommentar!
    Er sollte auch denen als Mahnung dienen, die der Ansicht sind, mit „BIO“ bei der Energieerzeugung, d.h. mit Windkraft, Photovoltaik und Kornkraft könne man den jetzigen, noch relativ guten, Versorgungsstandard mit elektrischer Energie halten. Im Übrigen: Weltmeister im Fussball ist Deutschland nicht mehr, dafür dank „BIO“ aber Europameister bei den Strompreisen! Die Grünen freuen sich!

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