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Spekulationen um Höhe möglicher Dürrehilfen für die Landwirte

Vergütung weit unter 1 Milliarde?

Berlin (agrar.heute) Am kommenden Mittwoch will Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die Erntebilanz 2018 vorlegen. Dann soll entschieden werden, ob die Trockenheit und mit ihr die Ertragseinbußen ein „nationales Ausmaß“ erreicht haben.

Von dieser Entscheidung hängt ab, ob sich der Bund an Sonderhilfen für besonders betroffene Betriebe beteiligt. Der „Spiegel“ berichtet indes heute, die staatlichen Hilfen würden keinesfalls die Größenordnung von 1 Mrd. Euro erreichen, wie das der Deutsche Bauernverband (DBV) fordere. „Wir werden weit unter dieser Summe bleiben“, zitiert das Nachrichtenmagazin einen Experten des Bundesfinanzministeriums.

Ein Sprecher des Finanzministeriums bezeichnete den Spiegel-Bericht zwar als spekulativ. Finanzminister Olaf Scholz warte auf die amtlichen Zahlen des Agrarministeriums. Der Spiegel schreibt aber bereits, die Bundesregierung werde sich an der Höhe der Stützungsaktion des Dürrejahres 2003 orientieren.

Lies hier den ganzen Beitrag von agrar.heute

7 Kommentare zu Spekulationen um Höhe möglicher Dürrehilfen für die Landwirte

  1. Sebastian // 22. August 2018 um 12:29 //

    Angekauft…auf der dunklen Seite des Mondes?! …Calcium In & Out!!

  2. Christian // 21. August 2018 um 19:24 //

    @ Andreas Heumer
    Vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Top

    Mal schauen, was es dann morgen für Entscheidungen geben wird.
    Hoffentlich lässt man sich nicht durch die Beiträge bekannter
    Funktionäre und Verbände vor den Karren spannen.

  3. Andreas Heumer // 21. August 2018 um 14:54 //

    @Christian
    Unter „qualitativ minderwertigem Mais“ versteht man in diesem Jahr Mais, der aufgrund späterer Aussaat und Wassermangel fast keinen Kolben hat. Beim Reifeprozess des Maises findet normalerweise in der Endabreife eine Umwandlung von Zucker zu Stärke statt. Die Stärke wird dann im Kolben eingelagert. Ist kein Kolben oder nur ein kümmerlicher Kolben vorhanden, kann dieser Mais zur Fütterung von Rindern und Biogasanlagen vollständig verwertet werden, weil Zucker auch Energie ist. Der Zucker befindet sich im Maisstängel und man kann den sogar schmecken.

    Nur für die Fütterung von Schweinen, wo nur der Kolben geerntet und gemahlen wird, ist dieser Mais nicht verwertbar. Weil Schweinemäster daher in einer blöden Situation sind, Mais auf dem Feld stehen zu haben den sie nicht verwerten können, steigt in dieser Region nicht mal der Silomaispreis obwohl hoher Bedarf vorhanden ist. Allerdings ist der Kauf von schlechtem Mais natürlich auch mit Risiken behaftet weil nicht klar ist, wie hoch der Energiegehalt (Energiedichte) am Ende im Futter ist.

    In der Praxis vermitteln die Lohnunternehmer die Geschäfte und der Markt regelt das ganz gut und der Mais wird einer sinnvollen Verwertung zugeführt.

    Die Planung eines ordnungspolitischen Eingriffs in der Richtung, dass Biogasanlagen abgestellt werden damit Kühe nicht verhungern, ist mir nicht bekannt. Es ist auch völlig unklar, wie nun die Versorgungssituation ist. Es gibt keinen Run auf den Mais durch Milchbauern. Hier wäre dann seriös nachzufragen, ob wirklich kein Bedarf besteht oder das Geld fehlt um Mais zu kaufen und dann auch noch zu bezahlen. Dies müsste jetzt erfolgen und bei genau geprüften Härtefällen muss dann geholfen werden. Im Rheinland soll es deutlich schlechter sein, weil dort noch weniger Regen gefallen ist und viel Grünland und Getreide angebaut wird und somit deutlich weniger „Ersatzmais“ steht.

    Eng könnte es ab Mai 2019 werden. Nicht jeder weiß, dass die Silos, die mit sehr trockenem Silomais befüllt werden, deutlich schneller leer werden als in normalen Jahren. Das heißt, das Silo füttert bei gleichem Volumen nicht bis Oktober sondern nur bis Mai oder Juni … . Es wird also spnnend bleiben. Und dann könnte eine Nothilfe von der Biogasanlage zur Milchkuh ratsam sein. Der Solidaritätsgedanke wird da aber nicht ausreichen und vielleicht muss der Staat dann eingreifen.

  4. Christian // 21. August 2018 um 13:31 //

    Als Nichtlandwirt folgende Fragen:
    – den Bericht in der heutigen Zeitung (Kreisseite) verstehe ich so, dass Mais jeder Qualität für die Energiegewinnung/Biogasanlage geeignet ist.
    Ist dem so?
    – gibt es in der aktuellen Lage und Diskussion Gedanken, bei der die Ernährung des vorhandenen Tierbestands das Hauptproblem darstellt, qualitativ „hochwertigen“ Mais nicht für den Einsatz in Biogasanlagen vorzusehen? Dieser ist ja trotz allem vorhanden, oder?

  5. Andreas Heumer // 19. August 2018 um 09:32 //

    @F.Ars
    Geschäftsrisiko: ja. Normal: nein.

    In der Landwirtschaft ist nichts mehr normal und je mehr man sich einmischt umso schlimmer wird es.

    Ich sehe das auch so, auch weil sich das Geld nicht gerecht verteilen lässt. Eine Eisdiele muss auch einen verregneten Sommer überstehen können und der Bauer so einen trockenen Sommer.
    Allerdings hat es auch schon eine steuerfinanzierte Bankenrettung gegeben oder eine Abwrackprämie.

    Wichtig ist, dass man zwischen den Funktionärsgeschwätz des Bauernverbandes und den Ansichten des Bauern um die Ecke unterscheidet. Das sind zwei paar Schuhe.

    Ich überlege ein „Sündenregister“ des Bauernverbandes anzulegen damit alles aufgedeckt wird und nichts verloren geht. Gestern kam auch wieder ein Bericht in der Gescher Zeitung mit dem Funktionär Schulze Beiring. Dieser verbreite schlicht weg Unsinn und will die Stromtrasse A Nord von seinem Hof nach Gescher drücken. Das sind ganz andere Probleme als der schlechte Mais in 2018

  6. Es ist ein normales Geschäftsrisiko, anderen Unternehmen werden auch nicht geholfen, wenn es schlecht läuft. Und wenn die Ernten sehr gut sind, hört man die Bauern auch nicht, sie sollen ihr Sparkapital ansprechen.Wenn ess Jahr nach Jahr mit der Ernte schlecht ist, können mann darüber nachdenken.

  7. Bernard aus Estern // 18. August 2018 um 18:42 //

    Es darf natürlich diese Dürrehilfe mit der Gießkanne nicht geben, weil sich die üblichen Großgrundbesitzer im DBV Vorstand vollsaugen werden. Der kleine Bauer im Münsterland hat nix gefordert.

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