Newsticker

Wirtschaftswegeverband: So wird der Bauer für dumm verkauft

Gescher (fjk). Der Bürgermeister hat eingeladen: Am 18. September will er die Grundstückseigentümer aus den Außenbezirken sein Satzungsmodell eines zu gründenden Wirtschaftswegeverbandes vorstellen. Am Ende soll es eine „anonyme“ Abstimmung geben. Wegen der großen Anzahl der Grundstückseigentümer wird es eine zweite Veranstaltung am 25. 9. geben, ebenfalls um 19.00 Uhr, im Theater- und Konzertsaal am Borkener Damm.

In Metelen hat eine solche Versammlung am 16. 07. bereits stattgefunden. Bürgermeister Kerkhoff hat dort das Satzungsmodell -das weitgehend mit dem aus Gescher identisch ist- vorgestellt. Zwei Drittel der Grundfläche (nicht Anzahl der Betroffenen) stimmten am Ende in Metelen für einen dort zu gründenden Wirtschaftswegeverband.

Wesentliche Bedenken hatten an diesem Abend die Waldeigentümer. Sie hatten Probleme mit der Gewichtung der Waldflächen. Ackerflächen, sogar teilweise Naturschutzflächen, würden bessere Erträge erzielen. Das müsse man berücksichtigen.

Um die Erfolgsaussichten eines Wirtschaftswegeverbandes auszuloten soll es auch in Gescher am Schluss der Diskussion eine „anonyme“ Probeabstimmung geben. Das individuelle Stimmrecht bemesse sich nach der Größe der Flächen schreibt der Bürgermeister in seiner Einladung. Also, viel Fläche viel Stimme, wenig Fläche wenig Stimme.  Deshalb sei auf den Stimmzetteln die Größe der Besitzfläche vermerkt.

Franz-Josef Kunst

meint: Das geht ja wohl gar nicht. Zumindest darf man den Landwirten das dann nicht als anonyme Abstimmung verkaufen. Über die Grundstücksfläche, die auf dem Stimmzettel vermerkt ist,  weiss man im Rathaus über jeden Bescheid wie er abgestimmt hat.. und kann sehr gezielt und persönlich Einfluss  nehmen. In Gescher wird das auch passieren, Breitband lässt grüssen. Bitte also nicht die Bauern für dumm verkaufen. Dabei wäre es ganz einfach -wenn man will-  es wirklich anonym zu machen: Ein Notar nimmt die Stimmzettel  in Empfang , wertet sie aus und vernichtet sie zum Schluss. So einfach könnte es gehen.. wären wir nicht in Gescher, wo natürlich alles anders ist.

Lies hier den Beitrag über die Versammlung in Metelen.

Satzungsentwurf vom 30. 06. 2018 (Gescher)

Stimmzettel: Die angegebene Flächengröße (hier willkürlich angenommen) läßt die zweifelsfreie Identifizierung zu

7 Kommentare zu Wirtschaftswegeverband: So wird der Bauer für dumm verkauft

  1. Dummer Bauer aus der Nachbarschaft // 3. September 2018 um 13:55 //

    Die reißerische Überschrift erzeugt natürlich ein falsches Bild und ist bedauerlich. Mir ist es wurscht, ob anonym oder nicht abgestimmt wird. Hauptsache der Verband entsteht.

    Natürlich sollte man eine Abstimmung nicht als anonym verkaufen wenn sie es nicht ist. Ich glaube aber, das ist ein Ergebnis einer Überforderung und nicht einer Arglist.

  2. @Insider: das interessiert mich jetzt, obwohl nicht betroffen (aber erstaunt): Wie wird die Abstimmung so durchgeführt, dass sie anonym ist? Ich erwarte einen konkreten Vorschlag, da Ihr Nickname ja auf einen der involvierten Herren schließen läßt.

    Denn wie hier beschrieben: über die Grundstücksgröße läßt sich der Landwirt ja leicht identifizieren.

  3. Es wäre ein Wunder gewesen, hätte Gescherblog nicht auch hier ein Haar in der Suppe gefunden. Seien Sie sicher, lieber Herr Kunst dass die Abstimmung so durchgeführt wird, dass die Anonymität gewährleistet ist.
    Weiterhin frohes kritisieren.

  4. Einfach irre

  5. Zur Klarstellung: Um das Ergebnis der Abstimmung bewerten zu können, ist die Angabe der Flächengröße des Landwirtes absolut notwendig. Es zählt nicht die „Anzahl der Köpfe“ sondern es zählt die „Größe der Fläche“.

    Für die Zustimmung zum Wirtschaftswegeverband wird eine Mehrheit „der Fläche benötigt“. In Metelen, wohl auch in Gescher, streben die Verwaltungen eine zustimmende Mehrheit von 75% (der Fläche) an, um den Verband auf eine solide Grundlage zu stellen.

    Will man die versprochene Anonymität wahren, kann das Ergebnis nur durch einen vertrauenswürdigen Dritten -mein Vorschlag ein Notar- ermittelt werden.

    Bereits bei der Informationsveranstaltung in Metelen hat die Vorgehensweise analog hier in Gescher Murren bei nicht wenigen Bauern ausgelöst. Einige wenige haben auch wohl nicht abgestimmt, vermute ich.

    Da der Bürgermeister der Stadt Gescher anwesend war und die Diskussion darüber verfolgt hat, wundert es mich sehr, dass er dieses ungeschützte und nicht anonyme Verfahren hier in Gescher anwenden will, und sogar noch dreist Anonymität verspricht. Trotz des Protestes der Bauern in Metelen.

    „Honi soit qui mal y pense“ – Ein Schelm, wer Böses dabei denkt 😉

  6. Mein Vorschlag! Einfach den Bereich abschneiden! Unfassbar von einer anonymen Abstimmung zu sprechen

  7. Ludger der Kötter // 31. August 2018 um 21:55 //

    Wahrscheinlich müssen wir bei der nächsten Bürgermeisterwahl Name und Anschrift auf den Stimmzettel schreiben. Kopfschüttel.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


%d Bloggern gefällt das: