Newsticker

Gewinn des Abwasserwerks nur noch teilweise an die Stadt

Gescher (fjk). Das Abwasserwerk der Stadt Gescher arbeitet profitabel. Im Geschäftsjahr 2017 erwirtschaftete das Abwasserwerk einen Jahresüberschuss von 425.238,96 €. Wie dieser zu verwenden sei, darüber entschied der „Betriebsausschuss“ der Stadt Gescher am Dienstagabend. Das Ergebnis: Der Gewinn wird nur (noch) noch teilweise an die Stadt abgeführt.

Der im Wirtschaftsplan 2017 prognostizierte Jahresüberschuss von 466.884 € wurde leicht verfehlt. Unvorgesehene Reparaturmaßnahmen waren im Wesentlichen dafür verantwortlich.
Dennoch bat der neue Leiter des Abwasserwerks, Rolf Hackling, die Höhe der Gewinnausschüttung zu überdenken. Das Abwasserwerk brauche diese Gewinne, um Kredite abzubauen und vor allen anderen Dingen die Liquidität zu verbessern. Das Konto des Abwasserwerks befindet sich permanent zwischen 500.000 € und 800.000 € in den Miesen.

Vor dem Hintergrund, dass sich die Stadt Gescher nun nicht mehr im Haushaltssicherungskonzept befindet, sollte aus Sicht der Betriebsleitung der vom GPA NRW wiederholt geäußerten Hinweis zur Ergebnisverwendung beachtet werden. Die Gemeindeprüfungsanstalt hatte beanstandet, dass für eine Ausschüttung an die Stadt (nur) der kassenwirksame Anteil des Jahresgewinns in Betracht kommt.

Dieser Ausschüttungsbetrag (Vorschlag der Betriebsleitung) beläuft sich dann auf 237.050,51 €, was immerhin noch eine Eigenkapitalverzinsung von 6.4% bedeuten würde. Bei den Ausschussmitgliedern stießen die Einlassungen des neuen Abwasserwerkchefs nicht auf taube Ohren. Im Gegenteil, sie gingen noch darüber hinaus.

Bei der abschließenden Abstimmung beantragte die UWG, die Gewinne ganz beim Abwasserwerk zu belassen. Um die Gebühren zu stabilisieren, möglicherweise sogar zu senken. Aber besonders um dem Abwasserwerk die Möglichkeit zu geben, Kredite abzubauen (Aktuell ca. 13 Mio) und die Liquidität zu verbessern. Für dieses Vorgehen plädierten insgesamt 6 Ausschussmitglieder aus UWG, FDP und SPD.

Die nötige Mehrheit erhielt der gemeinsame Antrag von CDU und Grünen. Sie schlugen vor, nur den anteiligen Betrag an die Stadt auszuschütten, der einer Eigenkapitalverzinsung von 4% entspricht. Eine Regelung wie sich auch vor der Haushaltssicherung bestand.  Das wären dann ca. 149.000 Euro. Dieser Schritt sei vertretbar, so das schwarzgrüne Bündnis, weil die Stadt mittlerweile die Haushaltssicherung verlassen habe. Kämmerer Hübers von der Verwaltung unterstützte diesen Vorschlag.

So werden vom Gewinn in Höhe von 425.000 Euro jetzt (nur) noch 149.000 Euro an die Stadt ausgeschüttet.

 

Aktuelle Angebote vom NEUEN Blumenfreund..

4 Kommentare zu Gewinn des Abwasserwerks nur noch teilweise an die Stadt

  1. Andreas Heumer // 7. September 2018 um 07:37 //

    Danke für die Aufklärung Herr Schonnebeck und hier kann ich Ihre Argumente verstehen – anders als bei der Atomgeschichte. Es zeigt, dass es doch noch Leute im Rat gibt, die Bürger ernst nehmen.

    Wasser ist lebensnotwendig und kann nicht zur Finanzierung eines Haushaltes dienen. Das ist wirklich die Unterstufe des heutigen Umverteilungsirrsinns von unten nach oben.

    Wenn also die SPD nun tatsächlich in der Opposition angekommen ist, muss die Arbeit deutlicher werden und mit Wasser und Atom trifft man leider nicht den Nerv der sehr unzufriedenen Bürger. Dort drückt der Schuh wegen mangelndem Respekt aus dem Schwarz-Grünen Bündnis und man wird uns weiter auf der Nase herum tanzen und ungerecht abkassieren, wie bei der KAG.

    Es bedarf einer genauen Analyse und wenn als Ergebnis herauskommt, dass sich mindestens 20% der Wahlberechtigten einen anderen Bürgermeister wünschen, hat ein Bürgerbegehren zur einem Abwahlverfahren eine Chance die genutzt werden kann.

    Entscheidend bei der politischen Durchsetzung anständiger Politik gegen die Schwarz-Grüne Betonwand ist, dass erst mal die Opposition Vertrauen gewinnen muss. Das haben Leute wie Sie mit Rückgrat in der Hand und viel Arbeit vor sich.

    Die Alternative ist, dass man alles hinnimmt und bedauert, dass man falsch gewählt hat. Die kapitalkräftige CDU wird bei der nächsten Wahl, von wem auch immer finanziell unterstützt, einen aufwändigen Kommunalwahlkampf hinlegen und Rentner ansprechen und wieder gewinnen weil die großen Fehler vergessen werden. Und die Schulen bleiben unterfinanziert und und und…

  2. Klaus Schonnebeck // 6. September 2018 um 18:23 //

    Die Taschenspielertricks gehen weiter

    Das Abwasserwerk wird als Eigenbetrieb geführt. Das war seinerzeit eine gute Entscheidung, denn man konnte über diese Maßnahme Herrn Stegemann vom Kreis Borken als Betriebsleiter gewinnen. Unter der neuen Leitung von Herrn Hackling scheint diese überaus gute Arbeit fortgeführt zu werden.

    Das seit Amtsantritt unseres Bürgermeisters über 1 Mio € zusätzlich aus dem Abwasserwerk in den Städtischen Haushalt transferiert wurden bleibt jedoch eine Tatsache. Das hat das GPA auch mehrfach bemängelt. Dies hat dazu geführt, dass das laufende Konto des Abwasserwerkes nun regelmäßig in den Miesen steht. Die daraus resultierenden Zinsen werden über die Abwassergebühren finanziert. Also durch uns Bürgerinnen und Bürger.

    Wenn also nun diese unrechtmäßig hohe Belastung des Abwasserwerkes zurückgenommen wird, wie von der SPD Fraktion mehrfach gefordert, so kommt man nur auf den Boden des tolerierbaren zurück. Eine Entnahme von „Gewinnen“ aus dem Topf des Abwasserwerkes bleibt aber eine versteckte Steuer. Oder eben ein Taschenspielertrick.

    Klaus Schonnebeck
    SPD Gescher

  3. Ulrich Althoff (Klimawandelleugner) // 5. September 2018 um 12:05 //

    @ AFD Gescher,jetzt nicht mehr AfD-Ortsverband Gescher?

  4. AFD Gescher // 5. September 2018 um 10:57 //

    Den Tag schreib ich mir rot in den Kalender rein. Eine gute Entscheidung unserer Politiker.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


%d Bloggern gefällt das: