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Kreis Borken: „Wir sind jederzeit auf Seuchenausbrüche vorbereitet“

Tote Wildschweine sofort melden!

Gescher (fjk). Die Amtstierärzte im Kreishaus in Borken machen sich große Sorgen wegen des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen in der freien Natur, wie jetzt in Belgien. Der Kreis selbst sieht sich gut aufgestellt: „Wir sind jederzeit auf Seuchenausbrüche vorbereitet,“ so Pressesprecher Karl-Heinz Gördes auf eine Anfrage von GescherBlog. Einen Schwachpunkt sehen die Kreisveterinäre in der noch fehlenden Verabschiedung der Änderung der Schweinepestverordnung, sowie den zeitlichen Verzug des Landes beim Aufbau einer mobilen Einsatztruppe.

Bei einem lokalen Befall von Wildschweinen führt dieser zu massiven Handelsbeschränkungen, obwohl kein Hausschwein an ASP erkrankt ist. Grundsätzlich können natürlich die landwirtschaftlichen Mast- und Zuchtbestände auch infiziert werden. Eine Katastrophe wäre  das allemal, aber wenig wahrscheinlich.

Die rasante Vermehrung der Wildschweine fördert das Risiko einer Übertragung der Afrikanischen Schweinepest. Der Bauerverband fordert, 70% der Wildschweine aus den Beständen zu nehmen. Foto: rp-online.

Die Kreisveterinäre sind  überzeugt, dass sich ein Ausbruch in einem Hausschweinebestand in Deutschland aufgrund des gestiegenen Hygieneniveaus der Bestände und der mäßigen Übertragungsfähigkeit der ASP (im Vergleich zur Klassischen Schweinepest  2006) auf Einzelfälle beschränken wird.

Dennoch sollte der aktuelle Fall im nicht weit entfernten Belgien jeden Landwirt noch einmal veranlassen, die Sicherheit seines eigenen Bestandes zu prüfen.  Personenverkehr aus dem ASP-betroffenen osteuropäischen Raum (und natürlich jetzt Belgien) sind besonders gefährliche Eintragsquellen (z. B. über Reiseproviant).

Das Kreisveterinäramt Borken ist jederzeit auf Seuchenausbrüche vorbereitet. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass Ausbrüche verschiedener Seuchen bei verschiedenen Tierarten immer möglich sind, z.B. Geflügelgrippe. Und auch die Maul-und Klauenseuche, die es in Deutschland lange nicht gegeben hat, kann über Reiseverkehr mit exotischen Ländern und damit verbundene Speiseabfälle jederzeit ausbrechen. Das mussten die Briten im Jahr 2001 schmerzhaft erfahren.

Ein Schwachpunkt bei der Vorbereitung in Deutschland ist im Moment die bevorstehende, aber noch fehlende Verabschiedung der Änderung der Schweinepest-Verordnung, mit der die Behörden massive Eingriffsmöglichkeiten erhalten, um den Ausbruch bei den Wildschweinen im Revier zu stoppen. Ein solcher Stopp scheint in Europa bisher nur in Tschechien gelungen zu sein. Die Kreisverwaltung hofft,  dass es nun auch den Belgiern gelingt.

Das Land NRW müsse, so die Amtsärzte im Kreishaus,   eiligst  noch den Aufbau und die Ausstattung der geplanten mobilen Einsatztruppe („Wildseuchenvorsorgegesellschaft“)  abschließen, die im Ernstfall z. B. die Abschottung betroffener „Waldkerngebiete“ umsetzen soll.

Wer ein totes Wildschwein findet wird gebeten, dies unter der Telefonnummer 0201 / 714488 oder per Mail an nbz@lanuv.nrw.de der Bereitschaftszentrale des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) zu melden. Sie kümmert sich in Abstimmung mit den Kommunen um die schnelle Sicherung und Untersuchung des Wildschweins.

Lies hier: Pressemitteilung des Landes NRW: Aufruf zur erhöhten Wachsamkeit zur Vorsorge vor der Afrikanischen Schweinepest

Update 17.09.2018: Schweinepest in Belgien weitet sich auf 5 Kadaver aus. (topagrar)

1 Kommentar zu Kreis Borken: „Wir sind jederzeit auf Seuchenausbrüche vorbereitet“

  1. Nein, man ist nicht vorbereitet!
    Der Unterschied zur klassischen Schweinepest ist der, dass der Erreger weniger ansteckend ist. Deshalb ist die Vorgehensweise auch anders. Bei der klassischen Schweinepest wird alles vorsorglich gekeult an Kontaktbetrieben und so weiter. Bei der afrikanischen Schweinepest nur der mögliche betroffene Betrieb.
    Die Frage des Tierschutzes ist völlig unbeantwortet. Man kann nicht einfach den Tierverkehr einschränken für 45 Tage. Wenn ein Maststall mit Tieren von 110 kg Durchschnitt gesperrt wird, wiegen die nach 45 Tagen 150kg. Dann können die Tiere wirklich nur noch auf einem Bein im Stall stehen, wie die schreckliche SPD Umweltministerin Hendricks das plakatiert hat.

    Tierschutzabsichten enden beim Staat immer dann, wenn es selbigen Geld kostet.

    Es werden jeden Tag Ferkel geboren und diese müssen dann später vermarktet werde. Wenn wir Handelsbeschränkungen bekommen, müssen Aufkaufprogramme gestartet werden. Oder der Verbraucher muss 20% mehr essen an Schweinefleisch.

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