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Bundesministerin Klöckner kritisiert Bauern

Gescher/Berlin (Topagrar). Mehr Offenheit gegenüber ihren Kritikern erwartet Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner von der Landwirtschaft. „Es ist nicht alles falsch, sachfremd oder überzogen, was an die Landwirtschaft heute herangetragen wird“, sagte Klöckner. Die Branche müsse „raus aus der Verteidigungshaltung“ und sich einbringen in die Diskussion um eine zukunftsgerichtete Agrarpolitik.

Landwirtschaft dürfe nicht nur unter sich stattfinden, mahnte die CDU-Politikerin. Stattdessen müsse sie „erklären, sich öffnen, diskutieren und akzeptieren, dass manche gängige Praxis gerade in der Tierhaltung nicht mehr den gesellschaftlichen Erwartungen entspricht“.

Insbesondere in diesem Bereich hält die Ministerin der Landwirtschaft gravierende Versäumnisse vor. Man müsse erkennen, dass Praktiken, „die vielleicht zwar den Vorschriften und Ausnahmegenehmigungen genügen“, in Frage gestellt würden. Als Beispiele nannte sie das Töten männlicher Küken, das Schwänzekupieren und das Schnäbelkürzen. „Demonstrative Verteidigungshaltung bringt hier keinen weiter“, warnte Klöckner. Nicht zuletzt in der Auseinandersetzung um die Tierhaltung sei Differenzierung angesagt, denn, so die Ministerin, „klein ist nicht immer gleich besser, groß auch nicht“.

Topagrar.com 

1 Kommentar zu Bundesministerin Klöckner kritisiert Bauern

  1. Andreas Heumer // 17. Oktober 2018 um 10:41 //

    Ich bin so frei und habe mal die Reaktion des Herrn Gero Hocker, MdB in der FDP Bundestagsfraktion, kopiert. Er ist kein Landwirt und stammt nicht vom Hof, hat aber eine unheimlich klare Sicht auf die Landwirtschaft.

    Zitat Facebook Seite Gero Hocker FDP:

    „Verehrte Frau Ministerin, Sie werfen Landwirten ihre „Verteidigungshaltung“ vor, erwarten, dass Landwirte sich den neuen „Anforderungen des Verbrauchers” – etwa auch an die Tierhaltung – stellen und nicht einfach „weiter so“ machen sollten.
    Frau Ministerin, diese Aussagen sind schlichtweg eine Unverschämtheit und ein Schlag ins Gesicht von vielen hunderttausenden Landwirten in Deutschland, die tagtäglich ums Überleben kämpfen – nicht ohne Grund sind viele tausend Betreibe in den vergangenen Jahren von der Bildfläche verschwunden. “Weiter so”? Kaum eine andere traditionelle Branche ist seit Jahrzehnten einem derart radikalen Umbruch unterworfen wie die Landwirtschaft. Keine Branche wird so pauschal von weiten Teilen der Politik und vom Verbraucher an den Pranger gestellt – häufig mit Vorwürfen, die bei der Landwirtschaft alleine nicht richtig aufgehoben sind: Antibiotika in der Landwirtschaft wurden in den vergangenen Jahren – anders als etwa in der Humanmedizin um 57% reduziert. Nie wurde je Hektar weniger Pflanzenschutz und Dünger ausgebracht und gleichzeitig wurden für die gestiegene Weltbevölkerung mit weniger Fläche nie mehr und bessere Nahrungsmittel erzeugt, die den weltweit höchsten Standards entsprechen, für die der Verbraucher aber so wenig Geld auszugeben bereit ist, wie sonst kaum irgendwo auf der Welt. “Anforderungen des Verbrauchers?”: Tiere hatten im Stall nie mehr Platz, besseres Futter und nie wurden deren Emissionen besser gefiltert. Landwirte öffnen ihre Betriebe für Schulklassen und Kindergärten, und viele Kinder aus der Stadt wundern sich bei ihrem Besuch als erstes über die tatsächliche Farbe von Kühen. (…)“

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