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Stroke Units: Rettung für Schlaganfallpatienten in Sicht..

Gescher/Kreis Borken/Berlin (pd/fjk). Aufatmen  im Kreis Borken: Für die durch ein Gerichtsurteil in Ihrer Existenz bedrohten Anlaufstellen für Schlaganfallpatienten sogen. Stroke Units, ist Rettung in Sicht: Denn nun hat sich in die Diskussion um die Finanzierung von Schlaganfall-Stationen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eingeschaltet. Er will die rechtliche Verwirrung auflösen und die Stroke Units erhalten, bundesweit. Das berichtet jetzt die WN aus Münster.

„Eine gute Versorgung von Schlaganfallpatienten muss auch weiterhin gewährleistet sein“, sagte der Ahauser Minister in Berlin. „Deshalb ist es wichtig, dass die Stroke-Units schnell erreichbar sind und angemessen für ihre Leistung vergütet werden. Und weiter: Der Gesetzgeber werde „gesetzlich klarstellen, dass es bei der Berechnung der Vergütungspauschalen ausschließlich auf die Zeit ankommt, die der Patient im Transportmittel verbringt“.. Jens Spahn: „Außerdem werde ich mich dafür einsetzen, dass die dadurch entstandenen finanziellen Belastungen für die Kliniken rückwirkend abgemildert werden.“

Hintergrund: Was ist ein Stroke Unit?

Stroke Units gibt es im Kreis Borken in Borken und im Kreis Coesfeld in Dülmen. Ein Stroke Unit hat die technischen und die personellen Voraussetzungen, Schlaganfall-Patienten mit den notwendigen medizinischen Maßnahmen zu versorgen. Ein erfahrenes Team unterschiedlicher Fachärzte arbeitet hier zusammen. Rund um die Uhr werden die Lebensfunktionen der Betroffenen überwacht.

In der Regel bleibt ein Schlaganfall-Patient drei bis fünf Tage auf einer Stroke Unit. Danach wird er auf eine andere Station (neurologische Station oder Allgemeinstation) verlegt oder direkt in eine Rehabilitationseinrichtung überwiesen. Im Notfall wird der Patient in eine Spezialklinik überstellt.

Was bedeutet das Gerichtsurteil?

Bisher können Krankenhäuser für die spezialisierte Schlaganfallversorgung, also Stroke Unit Stützpunkt, eine gesonderte Vergütung erhalten. Voraussetzung ist unter anderem, dass sie besonders schwer betroffene Patienten im Bedarfsfall spezieller Eingriffe innerhalb von 30 Minuten reiner Transportzeit in ein hierfür qualifiziertes überregionales Zentrum verlegen können.

Das BSG hat jetzt geurteilt, dass diese 30 Minuten bereits ab der Entscheidung zum Transport gelten sollen. Dieses enge Zeitfenster kann nach Ansicht der Experten selbst in Ballungszentren häufig nicht eingehalten werden. Damit ist die Vergütung für zahlreiche Einrichtungen nicht mehr gewährleistet und deren Existenz gefährdet.

Im Kreis Borken hatte man sich parteiübergreifend, auf allen Ebenen, für den Erhalt der „Stroke Units“ eingesetzt. So auch die Jusos im Kreis Borken. Christian Schulte Wolter (SPD) aus Gescher-Hochmoor: „Die Zahl an Schlagfällen hat sich in den letzten Jahrzehnten verdoppelt. Gerade hier im ländlichen Raum sind wir auf Stroke Units vor Ort angewiesen. Ohne diese Erstversorgung sind wir hier nämlich auf uns gestellt. Sowas darf es in unserer Gesellschaft nicht geben.“

Der CDU-Kreisverband zeigt sich heute morgen auf seiner Homepage erleichtert darüber, dass die schnelle und exzellente Versorgung von Schlaganfallpatienten im Westmünsterland auch künftig gesichert bleibt. Damit sei das Szenario einer möglichen Schließung der „Stroke Unit“ und die Klage der Barmer gegen den Klinikverbund Westmünsterland auf Rückzahlung von erhöhten Vergütungspauschalen vom Tisch, so der Kreisverband.

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