Newsticker

Katzen: Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht

Ab 1. Januar tritt eine neue Verordnung des Kreistages in Kraft

Gescher (fjk). Darauf haben Natur- und Tierschutzfreunde lange gewartet: Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für freilaufende und freilebende Katzen. Ab dem 1. Januar 2019  sind sie im gesamten Gebiet des Kreises Borken Pflicht. Eine entsprechende Verordnung verabschiedete jetzt der Kreistag in Borken.

Die Zahl freilebender Katzen steigt im Kreis Borken immer stärker an. Angesichts der deutlichen Überpopulation nehmen auch die verbundenen erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden der Tiere durch Futtermangel, verschiedene Infektionserkrankungen und Verwilderung zu. Aus diesem Grund tritt am 1. Januar 2019 eine neue Verordnung in Kraft, die dem Schutz von freilebenden Katzen dient. Sie beinhaltet eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen, die unkontrolliert freien Auslauf haben. Die Verordnung gilt für das gesamte Kreisgebiet Borken.

Die Kastration oder Sterilisation männlicher und weiblicher Katzen ist eine Maßnahme zur langfristigen Reduzierung der Überpopulation von freilebenden Katzen. Durch die Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht können Katzen, die entlaufen sind oder ausgesetzt wurden, schnell der Halterin beziehungsweise dem Halter zugeordnet werden. „Dies hat für die Katzen den Vorteil, dass sie nicht mehr so lange im Tierheim bleiben müssen, wodurch auch Kapazitäten der Tierheime frei werden“, weiß Kreisordnungsdezernentin Dr. Elisabeth Schwenzow. Die Kennzeichnung kann durch Mikrochip oder durch Tätowierung erfolgen. Eine kostenlose Registrierung kann bei den Haustierregistern „FINDEFIX – Deutschen Tierschutzbund“ und „TASSO“ durchgeführt werden.

Kastration und Sterilisation werden unter Narkose durchgeführt und sind schmerzlos.

Halterinnen und Halter, die ihrer Katze Freigang gewähren wollen, müssen sich – sofern noch nicht erfolgt – um die tierärztliche Behandlung der Kastration, Kennzeichnung und Registrierung kümmern und diese auch bezahlen. Die Katzenschutzverordnung gilt nur für Tiere mit unkontrolliertem freien Auslauf – nicht für Wohnungskatzen.“

Um die Katzenpopulation rasch und mit Nachdruck zu reduzieren, können ab 2019 auch Tierheime und Tierschutzvereine, die vom Kreis Borken dazu berechtigt wurden, freilebende Katzen kennzeichnen, registrieren und kastrieren lassen. „Durch die Verordnung wird so die Anzahl anderer wildlebender Arten, die zum Jagdspektrum der Katzen gehören, – beispielsweise der Wildvogelbestand – wieder zunehmen“, erwartet die Kreisordnungsdezernentin.

Zum Hintergrund:
Die durchschnittliche Anzahl der Würfe einer weiblichen fortpflanzungsfähigen Katze liegt bei zwei Würfen mit durchschnittlich vier Welpen pro Jahr. Diese werden bereits nach fünf bis acht Monaten geschlechtsreif. Dies ermöglicht ein außerordentlich schnelles Wachstum der Population.

Eine Maßnahme zur langfristigen Reduzierung der Überpopulation von freilebenden Katzen ist die Kastration oder Sterilisation männlicher und weiblicher Katzen. Kastration ist die operative Entfernung von Hoden beziehungsweise Eierstöcken, Sterilisation die Unterbindung der Samen- beziehungsweise Eileiter. Diese Eingriffe werden von einer Tierärztin oder einem Tierarzt unter Narkose des Tieres durchgeführt und gelten als Routineeingriff.

Die Katzen können bald nach der Unfruchtbarmachung nach Abklingen der Narkose und bei ungestörtem Allgemeinbefinden wieder freigelassen werden.

Damit wurde ein Beschluss des Hauptausschusses der Stadt Gescher aus April dieses Jahres durch den Kreis „ausgehebelt“. Der hatte sich gegen entsprechende Natur- und Tierschutzmaßnahmen entschieden. Bürgermeister Kerkhoff sah gar „keine abstrakte Gefahr durch die Vermehrung von Katzen“. Anders als Landrat Dr. Kai Zwicker in Borken.. gut so! – Lies hier!

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


%d Bloggern gefällt das: