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Schwangerenberatung in Gescher: „Zeitaufwand nicht mehr zu rechtfertigen“

Gescher (pd). Keine Schwangerenberatung mehr in Gescher. Diese Entscheidung des Sozialdienstes katholischer Frauen aus Bocholt will man in Gescher nicht akzeptieren. Zwei Schweigemärsche und große, öffentliche Unterstützung der ehrenamtlich engagierten Frauen in der Glockenstadt sollten dem Wunsch auf Beibehaltung der Schwangerenberatung vor Ort Nachdruck verleihen. Doch in Bocholt bleibt man hart.

Auf Nachfrage von GescherBlog nimmt  SkF-Geschäftsführerin Angelika Nordmann-Engin jetzt in einer Pressemitteilung Stellung zum Aus der Schwangerenberatung in der Glockenstadt.

Mit drei Beraterinnen auf zwei Vollzeitstellen decke der SkF die Schwangerschaftsberatung im gesamten Südkreis Borken ab. Bei insgesamt steigenden Beratungszahlen sei die Nachfrage in Borken nicht mehr zu bewältigen gewesen.

In dieser Situation sei der Zeitaufwand für die Fahrten von Bocholt nach Gescher angesichts der Beratungszahlen  in Gescher nicht mehr zu rechtfertigen gewesen.

Angelika Nordmann-Engin, Geschäftsführerin des SkF in Bocholt, bleibt dabei: Zukünftig keine Schwangerenberatung mehr in Gescher.

Anne Ruhe, zuständige Referentin beim Diözesancaritasverband in Münster, unterstützt die Geschäftsführerin des SkF aus Bocholt in ihrer Ansicht. „Für etwa 50 Beratungen im Jahr kann keine eigene Sprechstunde angeboten werden“. Die Schwangerschaftsberatung sei regional und nicht ortsgebunden. Also könnten Beraterinnen nicht in jeder Kommune vor Ort sein, erteilt auch sie den Gescheranern eine Abfuhr.

Frau Nordmann-Engin verweist darauf, dass Frauen aus den ähnlich weit entfernten Orten Reken oder Velen in die Kreisstadt kommen müssen. Dabei sei die Verkehrsanbindung von dort schlechter. Von Gescher gebe es mit der R 51 eine stündliche Busverbindung und die Haltestelle in Borken sei nur wenige Meter von der Beratungsstelle entfernt.

Bislang habe keine beratene Frau aus Gescher sich kritisch zur Verlagerung des Beratungsangebotes nach Borken geäußert.

Im Gegenteil empfänden einige die Diskretion, die die Beratung in Borken biete, als Vorteil. Die Anzahl der Beratungen aus Gescher sei stabil mit „steigender Tendenz“. In Borken sei die Beratungsstelle dienstags und donnerstags ganztägig geöffnet. Wenn die Situation es erfordere, böten die Beraterinnen auch Hausbesuche an, so Angelika Nordmann-Engin.

Auch von Domkapitular Josef Leenders erhalten die Frauen um Edeltraud Ening in Gescher keine Unterstützung, die sie sich eigentlich von ihm versprochen hatten. Der Vorsitzende des Diözesancaritasverbandes betont, dass es natürlich und weiterhin Anliegen sei, dass „jede schwangere Frau, die Hilfe benötigt, diese auch bekommt“.

Kritik am Vorgehen in Gescher auch von ihm: Vor Weihnachten fand mit einer Delegation aus der Pfarrei St. Pankratius und St. Marien mit Pfarrer Wenning, der SkF-Vorsitzenden Elke Held und Angelika Nordmann-Engin ein Gespräch im Diözesancaritasverband Münster statt. Dabei sei ein weiteres Gespräch im neuen Jahr vereinbart worden.

Der Domkapitular bedauert, dass dieses Angebot ausgeschlagen und stattdessen Schweigemärsche organisiert worden seien.

Er sei aber nach wie vor bereit, mit allen Beteiligten vor Ort zu sprechen und biete an, dass Anne Ruhe und er am Montag nach Gescher kommen, um mit Vertretern der Pfarrgemeinde und Initiatoren der Schweigemärsche ein Gespräch zu führen.

Für den kommenden Montag ist ein weiterer Schweigemarsch geplant. Beginn 18.30 Uhr vor dem Babykorb (Hense-Haus).

Donnerstag vormerken: „Spareribs Buffet“ in Stein`s Landhaus Capellen

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