Newsticker

GPA-Prüfung: Licht, Schatten und eine positive Perspektive

Gescher (fjk/pd). Die Gemeindeprüfungsanstalt (gpaNRW) lief mit großer Mannschaft auf. Dabei  deren Präsident Heinrich Böckelühr. Am Mittwochabend stellten die Prüfer erste Ergebnisse eines vierköpfigen Untersuchungsteams vor. Es hatte die Verwaltung zu Schwerpunktthemen in der Zeit von April bis Oktober vergangen Jahres untersucht.  Mit Licht, Schatten aber dennoch positiver Perspektive: „Gescher ist auf einem guten Weg,“ stellt die Gemeindeprüfungsanstalt in ihrer Pressemitteilung fest. 

Präsident Heinrich Böckelühr, (links), Ex-Bürgermeister der Stadt Schwerte, stellt die GPA in seinen einführenden Worten vor.  Wir geben keine Ratschläge.. auch Ratschläge sind Schläge.. wir geben Empfehlungen und Hilfe zur Standortbestimmung.

Böckelühr nimmt auch Stellung zum Eintrag „eines Gescheraner Bürgers“ auf GescherBlog. Dort hatte der Kommentierende gefordert, die GPA möge sich um wesentlichere Dinge kümmern als um Spielplätze und Sportanlagen.

Das, so Präsident Böckelühr, sei ein Beratungsangebot an die Kommune, nicht aber Bestandteil der Prüfung gewesen. Er kündigt den Abschlussbericht für die nächste Woche an. „Heute einige zugespitzte Bemerkungen“, so der Präsident:

„So wie viele andere Kommunen in NRW hatte auch die Stadt Gescher in der Vergangenheit mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Umso erfreulicher ist es, dass Sie es im vergangenen Jahr geschafft haben, die Pflicht zur Haushaltssicherung zu beenden“, erklärt der Präsident der Gemeindeprüfungsanstalt (gpaNRW).

Haushalt noch immer nicht ausgeglichen.
Weiterhin Konsolidierungsbedarf.

„Der städtische Haushalt unterliegt zwar nicht mehr aufsichtsrechtlichen Maßnahmen oder Genehmigungspflichten, strukturell ist der Haushalt jedoch nicht ausgeglichen“, stellt Projektleiter Olaf Schwickardi fest, „Dies deutet auf einen weiterhin bestehenden Konsolidierungsbedarf hin. Insbesondere sollte die Stadt Gescher ihren Weg zur Verringerung der Liquiditätskredite (Kassenkredite) fortsetzen. Die Stadt hat dies aber bereits erkannt und Konsolidierungsmaßnahmen eingeleitet, was wir ausdrücklich begrüßen.“

Dringender Handlungsbedarf Schule. Kosten bei OGS und
im Sekretariat restlos aus dem Ruder gelaufen.

Auch der Bereich der Schulen wurde von den gpa-Prüfern näher beleuchtet. gpa-Prüferin Judith Petzold erläutert hierzu: „Schwerpunkt unserer Prüfung im Bereich der Schulen ist der Vergleich des Ressourceneinsatzes für den Offenen Ganztag (OGS). Der Fehlbetrag ist der dritthöchste im interkommunalen Vergleich und beläuft sich auf rund 250 Tsd. Euro jährlich. Die Gründe für die hohen Aufwendungen sind vielschichtig.

Trotz der hohen Qualitätsvorgaben wird das Betreuungsangebot in der Stadt Gescher vergleichsweise wenig in Anspruch genommen. Die Teilnahmequote an der OGS, bezogen auf die Gesamtschülerzahl, liegt mit 18 Prozent im unteren Bereich der Vergleichskommunen. Den geringen Bedarf bestätigt auch eine aktuelle Abfrage bei den Eltern, die die Übermittagsbetreuung (ÜMI) der OGS prinzipiell vorziehen.

Empfehlung der GPA:  Das Betreuungsangebot insgesamt bedarfsgerechter ausgestalten und die hohen qualitativen Vorgaben für die OGS   überdenken.“

Superbewertung für den Sportbereich.
Hohes Engagement der Vereine.

„Die beste Bewertung bei der Prüfung der Stadt Gescher konnten wir im Bereich Sport vergeben“, führt Projektleiter Olaf Schwickardi weiter aus. „Im Jahr 2010 gründete die Stadt Gescher den „Betrieb gewerblicher Art Sportstätten“, der die Organisation und Steuerung für den Bereich Sport übernommen hat. Der Betrieb hat im Bereich der Sporthallen und Sportplätze ein Konzept erstellt, das sukzessive fortgeschrieben und umgesetzt wird.

Dabei sollen unter anderem Flächen reduziert und Aufwendungen minimiert werden. Die gpaNRW konnte im Rahmen dieser Prüfung bestätigen, dass diese Zielsetzungen sowohl bei den Sporthallen als auch bei den Sportplätzen bisher schon gut umgesetzt wurden. Auch im interkommunalen Vergleich fällt das Flächenangebot sowohl bei den Sporthallen als auch bei den Sportplätzen deutlich unterdurchschnittlich aus. Neben der systematischen Steuerung dieses Bereiches wirkt sich hierbei auch die Erhebung von Nutzungsentgelten positiv aus.

Darüber hinaus gelingt es der Stadt Gescher, das optimierte Flächenangebot bei den Sportanlagen sehr kostengünstig zu unterhalten. Das wirtschaftliche Ergebnis wird durch ein hohes Engagement der Vereine und durch den Einsatz moderner Pflegetechnik erreicht und unterliegt insofern einer bewussten Steuerung.“

Spielplatzkonzept geht in die richtige Richtung.

„Für den Bereich der Spiel- und Bolzplätze haben wir in Gescher eine detaillierte Datenlage vorgefunden“, lobt Olaf Schwickardi. „Das Spielplatzkonzept aus dem Jahre 2012 wurde im letzten Jahr aktualisiert. Ziel ist es, die Attraktivität der einzelnen Anlagen zu steigern, gleichzeitig aber auch Flächen und Aufwand zu reduzieren, in dem zum Beispiel weniger und pflegeärmere Geräte aufgestellt werden.

Dass das Spielplatzkonzept in die richtige Richtung geht, belegen auch die Prüfungsergebnisse. Die im Vergleich kleinen Anlagen verursachen einen überdurchschnittlichen Aufwand je m².“

Straßen und Wege.
Unklar, welche Investitionen notwendig sind.

„Zur Bewertung der Verkehrsflächen haben wir in Gescher leider keine optimale Datenlage vorgefunden“, merkt Projektleiter Olaf Schwickardi an, „Es sollte deshalb zeitnah eine Inventur des gesamten Verkehrsflächenvermögens durchgeführt werden, um den aktuellen Zustand zu erfassen und damit Rückschlüsse für notwendige Investitionen in das Infrastrukturvermögen der Kommune treffen zu können.“

„Die Prüfung hat gezeigt, dass die Verantwortlichen in Gescher in den letzten Jahren schon viel bewegt haben“, schließt der Präsident der gpaNRW, Heinrich Böckelühr, den Vortrag ab, „Um den Haushalt nachhaltig wieder auf gesunde Füße zu stellen und das Vermögen für zukünftige Generationen zu erhalten, bedarf es allerdings noch weiterer Anstrengungen von Bürgermeister, Rat und Verwaltung. Er sei zuversichtlich, dass dies gelingen werde.

BM Thomas Kerkhoff

Bürgermeister Thomas Kerkhoff, (links), erklärt zu den Ergebnissen und Empfehlungen der überörtlichen Prüfung der gpaNRW in seiner Gemeinde: „Die Zusammenarbeit mit der GPA können wir als Stadt Gescher als kooperativ und lösungsorientiert beschreiben. Sicher sind einige Themen identifiziert werden, bei denen uns die GPA Optimierungsvorschläge oder Einsparpotential aufzeigt.

Hier hat die Verwaltung die bisherigen Hinweise bereits aufgenommen und wird nach Befassung mit dem Abschlussbericht der Politik im weiteren Prozess Vorschläge für deren Umsetzung unterbreiten.“

Lies hier: GZ online – „OGS-Angebote gehen am Bedarf vorbei“

 

Stein`s Landhaus Capellen.. beste Münsterländer Gastronomie

5 Kommentare zu GPA-Prüfung: Licht, Schatten und eine positive Perspektive

  1. Radlerin // 2. März 2019 um 21:54 //

    Es gibt in Gescher kaum noch attraktive Spielplätze. Der Bürgemeister will die Flächen doch auch in Teilen verkaufen, so hörte ich. So sieht ein „Spielplatzkonzept“ aus, das der GPA gefällt. Natürlich. Hauptsache, das Geld kommt rein, der Bürger zahlt. Nun ist also auch die OGS dran. Ich gespannt, welche Ideen sich die Stadt dazu macht…
    Herr Böckelührt, ebenfalls CDUler, KANN doch gar nicht kritisch die Lage Geschers beurteilen.
    ….und…muss für eine Beurteilung der Spielplätze, Sportanlage und der OGS wirklich der Präsident kommen? Vielleicht geht es eher darum, Kerkhoffs familienunfreundliche Politik schön zu reden…

  2. Brigitte // 2. März 2019 um 20:35 //

    Ich bin heute am Spielplatz Vikarskamp vorbeigekommen. Außer einer Bank steht da nichts mehr.

    Noch im vergangenen Jahr stand da ein Spielturm mit Rutsche, zwei Schaukeln, zwei Bänke, ein riesiger Sandkasten, ein weiteres großes Spielgerät.

    Echt jetzt, GPA, detailliertes Spielplatzkonzept ohne Spielgeräte?

  3. Franziska // 2. März 2019 um 01:53 //

    Wenn man das Gebäude und den Swinging Pool an der ehemaligen Don Bosco Hauptschule sieht, weiß man wo gespart wurde. Schwimmunterricht gab es für meine Kinder nicht in der Grundschule. Herr Böckelühr hätte ein anderes Ergebnis präsentiert, hätte er sich in Gescher umgeschaut und nicht “kooperiert”!

  4. Wenn man den Zustand der Spielplätze und die vernachlässigte Fläche des alten Sportplatzes sieht, frage ich mich, wie man die Verwaltung noch loben kann? Da darf man eher die fleißigen Ehrenamtlichen und Eltern für unser gutes Vereinsleben danken.
    Der Rotstift muss, wie im obigen Kommentar schon erwähnt, an anderen Stellen eingesetzt werden. Verringerung von öffentlichen Flächen bedeutet auch spätere Alternativlosigkeit! Auf die Fehlentwicklung im Betreuungsbedarf wurde CDU und Verwaltung von Oppositionspartei hingewiesen. Jetzt haben sie es amtlich. Vielleicht kann man jetzt etwas bewegen!

  5. Helmut W. // 28. Februar 2019 um 20:57 //

    Wir erinnern uns: Als Herr Effkemann Bürgermeister war, war die Position der Beigeordneten und der Kämmerin in EINER Position vereint, in einer Stelle. Mit Herrn Kerkhoff ist die Führungsetage im Rathaus um eine ganze Stelle erweitert worden (Herr Hübers als Kämmerer UND die Beigeordnetenstelle, besetzt durch Frau Uphues). Das hat einen enormen Anstieg der Personalkosten zur Folge. Gleichzeitig nimmt die Erreichbarkeit für den Bürger im Rathaus stetig ab.
    Dies ist immer wieder bemängelt worden. Und nun kommt die Gemeindeprüfungsanstalt und prüft im sozialen Bereich (Spielplätze, OGS, Sport)??? Es läuft gewaltig schief!

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


%d Bloggern gefällt das: