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Josef Schüttert weiß, wie man Bisame jagt

20 neue Bisamjäger im Kreis Borken

Kreis Borken (pd). Bisame und Nutria stellen kreisweit eine Gefährdung für den Hochwasserschutz an Dämmen und Böschungen der Fließgewässer dar. Daher hat der Kreis Borken jetzt wieder Bisam- und Nutriafänger ausgebildet. Insgesamt 20 Interessierte hatten sich dazu angemeldet.

Dr. Ellen Praha vom Fachbereich Tiere und Lebensmittel des Kreises und Jessica Mach vermittelten den Teilnehmenden die Grundlagen des gesetzeskonformen Fangs der Tiere. Dr. Praha stellte heraus, dass die Fallen nur von geschulten Fachleuten aufgestellt werden dürfen, um den schnellen Tod der Tiere herbeizuführen.

Die neuen Bisam- und Nutriajäger im Kreis Borken. Chef der Truppe ist der Gescheraner Josef Schüttert ( ganz rechts). Größer? – Klick auf Bild!

Nach der schriftlichen Prüfung, die alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestanden haben, erfolgte der praktische Teil am Gewässer. Der erfahrene Bisamfänger Josef Schüttert aus Gescher erklärte die Handhabung der zugelassenen Fallen und beschrieb, was bei der Aufstellung zu beachten ist. Anschließend wurden die amtlichen Ausweise durch den Kreis Borken ausgestellt. 

Gewässeranlieger, die auf ihren Grundstücken Bisame oder Nutrias bemerken, sollten sich an den zuständigen Wasser- und Bodenverband wenden. Spaziergängerinnen und Spaziergänger, die an einer Falle vorbeilaufen, werden gebeten, diese nicht anzufassen oder gar zu entnehmen.

Mehr Informationen und die Namen der Ansprechpartner gibt es unter www.kreis-borken.de/wbv. Für eine weitere Schulung können sich Interessierte bei Jessica Mach vom Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises Borken unter Tel. 02861/82-1422 anmelden.

Zum Hintergrund:
Die Nutria, auch Biberratte oder Sumpfbiber genannt, ist eine aus Südamerika stammende und in Mitteleuropa weit verbreitete Nagetierart. In Deutschland gilt sie als etabliert. Sie kann über zehn Jahre alt, bis zu neun Kilo schwer und 65 cm lang werden. Hinzu kommt eine Schwanzlänge von ungefähr 45 cm. Der Bestand in Mitteleuropa ist wohl auf aus Pelztierfarmen entflohene Tiere sowie auch auf bewusste Auswilderungen zurückzuführen. Die genauen Zahlen sind nicht erfasst, doch der Bestand nimmt aufgrund der guten Lebensbedingungen, der fehlenden Fressfeinde und der letzten milden Winter stetig zu.

Bisame oder auch Bisamratten stammen aus Nordamerika und gehören zur Familie der Wühlmäuse. Sie werden circa eineinhalb Kilo schwer. Damit sind sie deutlich kleiner als Nutria – etwa so groß wie ein Wildkaninchen. Ihr Schwanz ist seitlich zusammengedrückt. Fortpflanzungszeit ist in Mitteleuropa in der Regel von März bis September. Bei den Bisamen sind zwei Würfe während eines Jahres üblich.

Am 1. Januar 2015 ist eine EU-Verordnung über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten in Kraft getreten. Die Bisam und Nutria sind in die erste „Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung“ aufgenommen worden.

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