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Geschichtsweg, eine Attraktion für Bürger und Touristen..

..aber ohne Hochmoor

Gescher (fjk). Der Verein Zeit & Raum e. V. will in Gescher 15 Geschichtsstationen errichten. Dort soll über Ereignisse der Stadtgeschichte berichtet werden. Im Bau- und Planungsauschuss stellten Altbürgermeister Hubert Effkemann und der ehem. Stadtvertreter Andreas Langer das Projekt vor. Finanziert wird die Maßnahme aus Fördermitteln des Landesprogramms VITAL.NRW (ca. 30.000 Euro) und Sponsorengelder.

Die Themenpalette schlägt dabei nicht nur einen Bogen von der Ortsgründung bis hin zur Neuordnung des „Marienquartiers“, sondern berichtet auch über manch prägende Persönlichkeit und besondere Ereignisse, wie z. B. die Entstehung der Evangelischen Kirche in Folge des großen Flüchtlingsstromes nach 1945, den Flugzeugabsturz von 1958 und über die Entwicklung wie auch über die Höhen und Tiefen der örtlichen Textilindustrie.

Erster Entwurf. Gestell wird in Metall sein.

„Die Stationen befinden sich im Stadtgebiet und in der freien Landschaft,“ sagte Hubert Effkemann, „wir wollen in den nächsten 12 Monaten fertig sein.“ Die Stelen sollen 50 cm breit und ca. 2.10 mtr. hoch werden. Darauf werden  QR-Codes angebracht, damit Niederländer sich in ihrer Sprache informieren können.

„Es geht uns darum, Persönlichkeiten, Ereignisse und Geschichtliches der Stadt den Bürgern näher zu bringen.“ So erinnerte Effkemann daran, dass beispielsweise auf Haus Hall im Jahre 1944 600 Kinder aus dem Ruhrgebiet das Licht der Welt erblickten. „Die werden heute noch in ihrem Paß stehen haben: Geburtsort Gescher.“ Nur wenige wüssten das heute noch.

Beachtung werden auch typisch Gescheraner Themen wie Glockenguss und Textilindustrie finden. An der Bahnhofstraße, dem südlichsten Punkt, wird man auf den Ortsteil Hochmoor hinweisen. Möglicherweise wird Ähnliches in Hochmoor  in einem zweiten Schritt installiert.

Andreas Langer stellte den Verlauf des Rundweges vor. Er sei 6 km lang und durchstreife das gesamte Stadtgebiet. Die Tafeln seien allgemein verständlich  gestaltet. Er hoffe, dass dieser Geschichtsweg eine Attraktion für Bürger und Touristen werde.

Größer? – Klick auf Bild!

Die Ausschussmitglieder befürworteten das Vorhaben. Guido Kallaus von der FDP-Fraktion fehlte allerdings die Geschichte der Nachbarschaften. „Wie flexibel ist das System auf die Zukunft bezogen,“ wollte er von den Organisatoren wissen.  „Das Vorhaben ist dynamisch,“ erläuterte Hubert Effkemann. Das Thema Nachbarschaften, Vereine und ehrenamtliches Engagement tauche  auf Tafeln in der  Innenstadt allerdings mehrfach auf.

Franz-Josef Kunst

meint: Chapeau, eine wirklich gute Idee des Vereins Zeit & Raum um Altbürgermeister Hubert Effkemann. Sie hat nur einen schweren Makel: Das Auslassen des Ortsteiles Hochmoor!! Geht gar nicht! Man kann nicht 15 Stelen in Gescher aufstellen und in Hochmoor keine. Da tröstet auch nicht die Ankündigung, Hochmoor vielleicht später mit einbinden zu wollen.

Geradezu zynisch mutet der Hinweis an, man wolle Hochmoor auf der südlichsten Tafel an der Bahnhofstraße erwähnen. Auch Hochmoor hat eine Geschichte, und zwar eine sehr spannende. Bei soviel Ignoranz -oder muss man sagen Arroganz- darf man sich nicht wundern, dass die Hochmooraner von Jahr zu Jahr mehr an Gescheridentität verlieren. Hochmoor ist Gescher!

Dabei wäre gerade dieses Vorhaben eine ganz tolle Möglichkeit, die geschichtliche Verbundenheit der beiden Ortsteile in den Fokus zu stellen. Hier wird großer Schaden angerichtet und viel vertan. Aber noch lässt sich alles korrigieren.

Schützt den Feldhasen.. nicht nur zu Ostern.

Nicht nur an Ostern – der Feldhase braucht unseren Schutz. Damit er weiterhin ausreichend Rückzugsräume und Nahrung findet, setzt sich der Naturschutzverein Gescher/Hochmoor für diese Punkte ein. 

2 Kommentare zu Geschichtsweg, eine Attraktion für Bürger und Touristen..

  1. @Kleiner Klugscheisser
    Da kann „Hubert“ auf GescherBlog noch was lernen. Wer hätte das gedacht 😉

  2. Kleiner Klugscheisser // 11. April 2019 um 18:08 //

    Haus Hall liegt auf Grund der Bauernschaft Tungerloh Capellen.
    1944 war Tungerloh Capellen noch eine selbstständige Gemeinde.
    Daher haben diese 600 Kinder den Geburtsort Tungerloh Capellen im Pass stehen.

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